"Schneelage" lässt Liftchefs jetzt noch kalt
Fast 400 Schneekanonen und Lanzen sind in Osttirols Schigebieten positioniert. Matrei, St. Jakob und Sillian brauchen noch ein paar wenige Frostnächte, dann ist Betrieb möglich.

Foto © Prantner-KreuzerDie Meereshöhe von Lienz ließ noch keine Flocke Kunstschnee zu. Die Kanonen sind aber schussbereit.
Meistens kommt es anders, als man denkt. Auf der Brunnalm wollten die St. Jakober Bergbahnen bereits an diesem Wochenende den Schiwinter eröffnen. Schneekanonen waren in Schuss, doch dann wehte wieder das Frühlingslüftchen.
Quer durch Osttirol sind fast 400 Schneeerzeuger (Kanonen und Lanzen) in Stellung gebracht. Hunderttausende Kubikmeter Wasser füllen Speicherteiche und warten darauf, zu Schnee zu werden. Doch mit der erforderlichen Temperatur hapert es. Minus vier Grad und kälter, das war es in den vergangenen Wochen selten. "Wir haben ein bissl Naturschnee und ein bissl Kunstschnee. Die Ausbeute reicht aber nicht für einen Liftbetrieb", sagt Bergbahnen-Geschäftsführer Andreas Kleinlercher. Drei bis vier kalte Tage noch - das genügt, um die Brunnalm-Abfahrt sowie die Piste am Moserberg für jene freizugeben, die es kaum mehr erwarten, Brettln anzuschnallen. Nachtstunden mit optimalen Temperaturen werden ausnahmslos fürs Schneemachen genutzt. Ein paar kalte Nächte - die fehlen auch im Großglocknerresort Kals-Matrei und am Thurntaler für einen Saisonstart.
Pünktlicher Saisonstart
"In Matrei und Sillian haben wir schon sehr gut Kunstschnee - ich sage lieber technischen Schnee - machen können", teilt Liftbetreiber Heinz Schultz mit. Er möchte in seinen Gebieten gerne die beschneiten Pistenkilometer erhöhen. "Theoretisch ist ein Liftbetrieb überall bald möglich", so Schultz. Den Schiopenings am 12. Dezember sieht er zuversichtlich entgegen. Schultz fügt hinzu: "Ich hab´s irgendwie im Gefühl, in der kommenden Woche wird es einigen Naturschnee geben."
Die Osttiroler Schigebiete in den Tälern profitieren von dem, was in Studien als ihre Zukunftschance genannt wird - ihnen kommt mit 2000 Metern und darüber die Meereshöhe zugute. Anders die Situation in Lienz, wo bisher keine Flocke Kunstschnee machbar war. Es ist zu warm. Am Zettersfeld warten 100 Schneeerzeuger auf "Schießbefehl". Andreas Kleinlercher, auch Geschäftsführer der Lienzer Bergbahnen: "Passen die Minusgrade, haben wir hier in drei, vier Tagen eine befahrbare Piste."
Am Hochstein sind Kanonen und Lanzen konzentriert im Bereich Schlossberg aufgestellt - man rüstet für den Weltcup der Damen. "Wir brauchen nur auf den Knopf drücken", so Kleinlercher. Stimmen alle Faktoren, dann ist die Weltcup-Piste in 60 Stunden fertig.
Features
Schneekanonen und Seehöhe
Ausstattung. In den großen Osttiroler Schigebieten stehen fast 400 Schneeerzeuger. 180 davon gibt es in Matrei, Kals und Sillian. In St. Jakob sind 52 Kanonen und Lanzen einsatzbereit. 100 Schneeerzeuger wurden am Lienzer Zettersfeld positioniert. Am Lienzer Hochstein sind 30 Lanzen und fünf Kanonen aufgestellt.
Höhenlage. Erzeugung von Kunstschnee war in höher gelegenen Schigebieten bereits möglich. Das Schigebiet Matrei-Kals liegt zwischen 1000 und 2600 Metern Seehöhe, die Brunnalm zwischen 1400 und 2525 Metern, das Zettersfeld zwischen 1800 und 2200 Metern, der Lienzer Hochstein zwischen 622 und 2200 Metern und der Thurntaler zwischen 1100 und 2200 Metern Seehöhe.










