Am Salzstiegl bringt Windkraft Schifahrer auf den Berg
Seit einem Jahr wird auf dem Salzstiegl Strom aus Windkraft erzeugt. Ein Ausbau der Windkraftanlage ist geplant, andere Liftbetreiber zeigen bereits Interesse.

Foto © APAEine Windkraftanlage versorgt seit Herbst 2007 das gesamte Skiegebiet Salzstiegl mit elektrischen Strom.
Bereits 2400 Megawattstunden Strom hat das 105 Meter hohe Windrad, das seit einem Jahr mitten im Schigebiet auf dem Salzstiegl steht, erzeugt. Das gesamte Schigebiet mit den Liften, den Hütten und dem Moasterhaus benötigt zwar nur ein Viertel des erzeugten Stroms. Trotzdem würde der Betrieb mit Windkraft alleine nicht funktionieren, erklärt Salzstiegl-Betreiber Friedl Kaltenegger: "Das Problem ist, dass im Winter mit dem Windrad nicht immer Energie erzeugt werden kann und deshalb Strom aus dem Netz weiterhin benötigt wird. Aber die Windkraft ist wirklich eine sehr gute Ergänzung."
Kein Sicherheitsrisiko. Totalen Stillstand gibt es beim Windrad am Salzstiegl aber nur selten. Im vergangenen Winter haben sich die Rotorblätter nur an drei Tagen wegen Eiswurfgefahr nicht bewegt. Für die Schifahrer, die am riesigen Windrad vorbei wedeln, besteht jedenfalls kein Sicherheitsrisiko. Denn ein automatisches Eisdetektionssystem stoppt den Motor, sobald die Rotoren vereisen.
Ausbau der Windkraft. Auf dem Salzstiegl hat man mit der Windkraft bisher so gute Erfahrungen gemacht, dass bereits in zwei Jahren ein zweites, identisches Windrad errichtet werden soll. Inzwischen interessieren sich auch Vertreter anderer Schigebiete für Windenergie. Diese haben sich nun gemeinsam mit Vertretern von Energieversorgern auf dem Salzstiegl getroffen, um sich bei Kaltenegger zu informieren: "Schilifte bieten eine gute Infrastruktur für Windkraft am Berg, da bereits in die Natur eingegriffen wurde. Außerdem ist das Windrad extrem leise und Umfragen unter den Schifahrern sind durchwegs positiv."
Features
Kommentar
Windrad am Salzstiegl
Seit Herbst 2007 versorgt eine Windkraftanlage das Schi- gebiet Salzstiegl mit Strom. 2,2 Millionen Euro hat Salzstiegl-Betreiber Friedl Kaltenegger in das Windrad investiert. Er hofft, dass sich die Kosten in 15 Jahren amortisiert haben. In der Wintersaison 2007/08 hat die Windkraftanlage 690 Megawattstunden Strom erzeugt. Der Betrieb der Hütten und Lifte verbraucht aber nur 600 Megawattstunden Strom.
Fakten
Europaweit ist man am Salzstiegl ein Vorreiter. Frühwald ist nur ein weiterer Schiort bekannt, wo Windenergie zur Eigenversorgung gewonnen wird: Olostunturi in Finnland. Anders die Situation in den USA: Das größte US-Schiressort, Vail, deckt laut eines Berichts der Fachzeitschrift Medianet 100 Prozent seines Energiebedarfs mit Wind.










