Fahrrad liegt bei Mobilität an Grazer Unis klar vorne
Studie an vier Universitäten: Ein Viertel der Mitarbeiter und Studierenden radelt ganzjährig - Med-Uni mit größtem Anteil.

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Das Fahrrad steht an den vier Grazer Universitäten als Fortbewegungsmittel traditionell hoch im Kurs. Laut der jüngsten Online- Befragung an den Universitäten benützen rund 14.000 der 45.000 Studierenden und 11.000 Mitarbeiter der vier Hochschulen immer das Rad für den Weg zur Uni. Dazu kommen weitere 14.000 Personen, die je zur Hälfte weitere alternative Mobilitätsformen wie Öffis benützen oder zu Fuß gehen. Der Rest benützt Auto, Moped oder wechselt zwischen allen Möglichkeiten.
Mobilitätsverhalten
Das Projekt "UniMobil4U" hat das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter und Studierenden der Universität Graz, der TU Graz, der Kunstuniversität und der Medizinischen Universität Graz untersucht. An der 2008/09 durchgeführten Online-Befragung nahmen insgesamt 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 6.000 Studierende teil, schilderte Studienautor Friedrich M. Zimmermann, Leiter des Institutes für Geografie und Raumforschung und Nachhaltigkeitsbeauftragter der Universität Graz, am Mittwoch im Pressegespräch.
Höchster Anteil
Grundsätzlich benützen an den vier Unis zwischen rund 60 (Med-Uni) und 75 Prozent (Universität Graz) der Befragten "immer" die selbe Mobilitätsform. Den höchsten ständigen Radfahreranteil weisen die Med-Uni Graz (37 Prozent) und die TU Graz (36 Prozent auf). Hier fallen der öffentliche Verkehr mit jeweils elf Prozent und die Fußgänger mit zwölf bzw. sechs Prozent ins Gewicht. Interessant auch, dass der überwiegende Teil der Radler auch im Winter nicht auf das Auto ausweicht, sondern wenn, dann ins öffentliche Verkehrsmittel umsteigt. "Die Radfahrer sind hartgesotten, und hier gibt es auch keine Unterschiede zwischen Männer und Frauen", betonte Zimmermann. Er selbst kommt mit dem Drahtesel zu seinem Arbeitsplatz oder geht zu Fuß: "Elf Minuten mit dem Rad oder 22 per pedes", so Zimmermann, im Gespräch mit der APA.
Acht von 100 Uni-Angehörigen benutzen täglich das Auto zur Fahrt zur Universität. Die Pkw-Nutzung korreliert dabei stark mit der Distanz, erklärt Zimmermann: Mehr als 70 Prozent der Autofahrer wohnen in einer Entfernung von mehr als zehn Kilometer bzw. wenden zu mehr als 50 Prozent über 30 Minuten an Zeit für die Anfahrt auf. Optimierungsbedarf zeigte sich im Zuge der Studie insbesondere in der Schaffung neuer Fahrradwege, der Entschärfung gefährlicher Straßenstücke und Kreuzungen sowie universitätsbezogen die Schaffung von Fahrrad-Servicestellen und -abstellmöglichkeiten.
Die vier Grazer Unis haben sich im Vorjahr zur Nachhaltigkeitsplattform unter dem Label "Sustainability4U" zusammengeschlossen und die gemeinsame nachhaltige Universitätsentwicklung in den Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium vereinbart. Ziel ist es, gemeinsame Akzente zu setzen und Synergien optimal zu nutzen. Für das laufende Semester wurde u.a. eine gemeinsame Ringvorlesung zum Thema Nachhaltigkeit initiiert.





