Der Donau entlang durch den Balkan
Früher war in Wien Schluss. Jetzt können Radfahrer mit viel Ausdauer auf dem Donauradweg auch durch die Balkanländer fahren.

Foto © APAWer Mut zum Abentuer und viel Ausdauer hat, sit am Donauradweg goldrichtig
Eine "Rad-Autobahn" - wie die 330 Kilometer von Passau nach Wien oft beschrieben werden - mit Wegen im Top-Zustand, vielen touristischen Angeboten und einem engmaschigen Netz von Unterkünften und Werkstätten dürfen Radfahrer dort zwar nicht erwarten. Dafür stoßen sie auf enthusiastische Kleinunternehmer und großartige Natur.
Die neue Radverbindung ist bisher eine Herausforderung für wenige Enthusiasten geblieben. Abenteuerlust und vor allem Ausdauer sind die Voraussetzung, um die 136 kroatischen, 665 serbischen und 1075 rumänischen Kilometer zu meistern. Auf 500 bis 600 Ausdauer-Radfahrer wird die Zahl der Unentwegten geschätzt. Ein Problem sind die großen Distanzen, die kaum in den normalen Ferien zu schaffen sind. Viele Radfahrer teilen sich die Strecke in Etappen ein, die dann in mehreren Jahren abgefahren werden.
Die Strecke selbst führt teilweise über viel befahrene Transitstraßen geht. Abseits befinden sich einige Wege in so schlechtem Zustand, dass sie bei Regen fast unpassierbar sind. Unterkünfte sind entlang des Radweges immer noch rar gesät, so dass sich viele mit dem Zelt behelfen. In Österreich, Deutschland und Ungarn hat sich jedoch gezeigt, dass vor allem ältere Radfahrer nicht auf Hotelkomfort verzichten wollen. Schließlich verläuft die Route wider Erwarten nicht immer am Fluss entlang, sondern quält sich manchmal abseits über Steigungen von mehreren hundert Metern Höhe.Wer sich dennoch nicht abschrecken lässt, den erwartet abschnittsweise eine grandiose Landschaft. Da ist zum Beispiel das Naturreservat Kopacki rit in der Nähe der kroatischen Stadt Osijek unmittelbar hinter der ungarischen Grenze. Hier mündet der mächtige Drau-Fluss in die noch mächtigere Donau und hat eine großartige Urwald-Wasserlandschaft geschaffen. Radfahrer können auf einem ausgezeichneten, ebenerdigen Wege-Netz fast ohne Autoverkehr dieses Wunder der Natur erkunden.
Ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt der Strecke ist das Eiserne Tor in Serbien, wo die Donau das mächtige Gebirge durchbricht. Die Ausblicke sind immer noch atemberaubend, auch wenn der Bau des Djerdap-Kraftwerkes 1972 den Fluss auf 80 Meter Tiefe hat anstauen lassen. Und dann gibt es natürlich das Donau-Delta am Schwarzen Meer, das allein für ein einwöchiges touristisches Programm gut ist. Inzwischen haben dort viele kleine Hotels eröffnet, deren Besitzer die Gäste mit ihren Bötchen stundenlang durch das Wasserlabyrinth lotsen.
Ende Juni haben sich in Belgrad 400 begeisterte Radfahrer aus 25 Ländern getroffen. Ein Trupp war eine Woche zuvor in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, der zweite in der ungarischen Hauptstadt Budapest gestartet, um für den Donauradweg auf dem Balkan Reklame zu machen.





