Drau-Radweg: Einen Gang höher schalten
Die USA haben die Route 66. Spanien lockt mit dem Jakobsweg. Und Kärnten? Wir sagen nur ein Wort: Drauradweg. Der unverwechselbare Radwanderweg für die ganze Familie! Inklusive zahlreicher "Seitensprünge", die mit allen Wassern gewaschen sind ...

Foto © Franz Gerdl
Unterwegs mit einer Menschenstärke: die Haare tanzen im Wind, die Seele fliegt, der Fluss glitzert, als käme er direkt vom Juwelier. Radeln am Wasser, das ist eine Kärntner Freiluft- Spezialität, die mit einer Extraportion Lebensfreude serviert wird. Vorbei an geduckten Bauernhäusern, herrschaftlichen Schlössern, Obstgärten, saftig grünen Matten, während die Schäfchenwolken am Himmel dahinziehen: Die Kärntner Landschaftsgemälde sind mit feinstem Pinselstrich gezeichnet, eine Topographie der Sehnsucht, die sämtliche Lebensgeister weckt.
"Königsdisziplin" ist der Drauradweg, der sich 222 Kilometer quer durch Kärnten schlängelt, zu einem überwiegenden Teil direkt am Flussufer. Eine Radwanderstrecke mit Qualitätsgütesiegel, gut ausgebaut und bestens beschildert. Der Drauradweg besticht nicht nur durch seine Naturschönheiten, sondern auch durch seine abwechslungsreiche Choreographie: An zahlreichen Punkten locken Abstecher in idyllische Täler und an erfrischende Badeseen, sodass die Tour nach eigenem Geschmack und Gutdünken spontan abgewandelt werden kann.
Muskelpakete? Können Sie getrost zu Hause lassen. Von Oberkärnten bis Unterkärnten geht's meist fein bergab. Übrigens: Der Großteil der Strecke ist autofrei und deshalb auch sehr gut für Kinder geeignet. Dass der Drahtesel nicht zum Packesel mutiert, dafür sorgen organisierte Drauradweg- Touren, bei denen das Gepäck von motorisierten "Kofferträgern" von Quartier zu Quartier gebracht wird. Da radelt es sich gleich viel entspannter los ... Insgesamt ist der Drauradweg übrigens 366 Kilometer lang und führt von Toblach/Innichen (Italien) bis nach Maribor in Slowenien. Bis Lienz in Osttirol ist die Strecke durchgehend asphaltiert und führt direkt an der Drau entlang. Müde? Dann steigen Sie doch in den Zug! Dank zahlreicher Bahnhöfe lässt sich die Strecke bequem verkürzen ...
Abzweiger ins Hochgebirge
Seitenspringer, aufgepasst: Für alle, die immer schon mal auf der Suche waren nach einem attraktiven, familienfreundlichen Radweg mitten im Hochgebirge, heißt es jetzt: abbiegen! Der Glockner Radweg (R8) vereint großartige, hochalpine Umgebung und bequemes Radeln entlang eines der saubersten Flüsse Österreichs. Der Glockner-Radweg startet beim Jungfernsprung-Wasserfall bei Heiligenblut und führt bis zur Einmündung in den Drauradweg bei Möllbrücke durch das gesamte Mölltal. Tipp: Bergauf mit dem Bus und bergab mit dem Fahrrad! Ein weiterer Seitensprung lohnt sich zum Millstätter See Radweg, der wiederum 28 Kilometer rund um den See führt und auf der Strecke seine unterschiedlichen Facetten preisgibt. Der Karnische Radweg ist übrigens auch einen Abstecher wert: Von Kötschach-Mauthen im Gailtal geht's bis nach Villach so gut wie immer bergab, außerdem säumen zahlreiche eBike-Verleih- und Ladestationen den Weg.
Features
Seitensprünge erwünscht!
Der Drauradweg hat zahlreiche kleinere und größere "Geschwister", die allesamt wunderbaren Radelspaß am Wasser garantieren. Die Info-Kästchen, die Sie auf den folgenden Seiten finden, beschreiben diese abwechslungsreichen "Seitensprünge", die teilweise direkt vom Drauradweg abzweigen. Allesamt Strecken, die dem "großen Bruder" an landschaftlicher Opulenz um nichts nachstehen. Planen Sie deshalb ruhig ein paar Tage mehr ein, um Glockner Radweg, Karnischen Radweg, Wörthersee Radweg oder Ossiacher See Radweg zu entdecken!














