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Zuletzt aktualisiert: 09.06.2007 um 08:39 Uhr

Mit der Pille weg vom Glimmstängel

Eine neue Anti-Raucherpille soll die Entwöhnung erleichtern. Dieses Medikament ist nun auch in Österreich erhältlich.

Die Anti-Raucherpille hilft beim Entzug

Foto © ReutersDie Anti-Raucherpille hilft beim Entzug

Sich das Rauchen abzugewöhnen ist nicht einfach: Ohne Entwöhnungsmittel oder Verhaltenstherapie lag die Erfolgsrate laut Studien bisher bei fünf Prozent, mit "medikamentöser" Hilfe bei zehn Prozent. Hoffnungen auf ein leichteres Aufhören hat die Anti-Raucherpille Champix geweckt. Seit September 2006 ist sie in Europa zugelassen und auch bereits in Österreich erhältlich.

Rauchergehirne sehen anders aus. Nikotin stimuliert im Gehirn bestimmte Rezeptoren, die den Botenstoff Dopamin freisetzen. "Das Gehirn von Rauchern schaut anders aus als das von Nichtrauchern", berichtete Scott Leischow, Professor an der University of Arizona am Rand des Jahrestreffens der American Society of Clinical Oncology (ASCO), das diese Woche in Chicago stattfand. Denn das Rauchen erhöht die Anzahl der speziellen Nikotin-Rezeptoren. Genau diese sind Ziel des Wirkstoffs Vareniclin.

Fakten

Vareniclin besetzt im Gehirn die gleichen Rezeptoren wie Nikotin und verringert dadurch die Entzugssymp-
tome
während der Rauchentwöhnung.

Das nikotinfreie Medikament Champix mit dem Wirkstoff Vareniclin führte laut Studien bei 44 Prozent der Patienten nach zwölf Wochen der Einnahme (1 Milligramm zwei Mal täglich) zur Abstinenz - nach einem Jahr waren noch 23 Prozent "rauchfrei". Damit wird dem neuen Anti-Rauchermittel eine höhere Erfolgsgarantie bescheinigt als anderen auf dem Markt erhältlichen Mitteln.

Mit Nebenwirkungen rechnen. Auch die Einnahme von Champix verläuft nicht ohne Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlafstörungen, Albträume, Kopfschmerzen zählen zu den am häufigst genannten Beschwerden. Auch wenn Champix in erster Linie gegen die körperliche Abhängigkeit vom Nikotin wirkt - die psychische ist damit noch gegeben. Bestimmte Situationen werden mit dem Rauchen verbunden. So sei es auch essenziell, dass Rauchern sowohl eine Verhaltens- wie auch eine pharmakologische Therapie angeboten werde, so der Experte.


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