Mit der Pille weg vom Glimmstängel
Eine neue Anti-Raucherpille soll die Entwöhnung erleichtern. Dieses Medikament ist nun auch in Österreich erhältlich.

Foto © ReutersDie Anti-Raucherpille hilft beim Entzug
Sich das Rauchen abzugewöhnen ist nicht einfach: Ohne Entwöhnungsmittel oder Verhaltenstherapie
lag die Erfolgsrate laut Studien bisher bei fünf Prozent, mit
"medikamentöser" Hilfe bei zehn Prozent. Hoffnungen auf ein leichteres Aufhören hat die Anti-Raucherpille Champix geweckt. Seit September 2006 ist sie in Europa zugelassen und auch bereits in
Österreich erhältlich.
Rauchergehirne sehen anders aus. Nikotin stimuliert im Gehirn bestimmte Rezeptoren, die den
Botenstoff Dopamin freisetzen. "Das Gehirn von Rauchern schaut anders
aus als das von Nichtrauchern", berichtete Scott Leischow, Professor
an der University of Arizona am Rand des Jahrestreffens der American Society of Clinical
Oncology (ASCO), das diese Woche in Chicago stattfand. Denn das
Rauchen erhöht die Anzahl der speziellen Nikotin-Rezeptoren. Genau diese sind Ziel des Wirkstoffs Vareniclin.
Fakten
Vareniclin besetzt im Gehirn die gleichen Rezeptoren wie Nikotin
und verringert dadurch die Entzugssymp-
tome während der Rauchentwöhnung.
Das nikotinfreie Medikament Champix mit dem Wirkstoff Vareniclin
führte laut Studien bei 44 Prozent der Patienten nach zwölf Wochen
der Einnahme (1 Milligramm zwei Mal täglich) zur Abstinenz - nach
einem Jahr waren noch 23 Prozent "rauchfrei". Damit wird dem neuen
Anti-Rauchermittel eine höhere Erfolgsgarantie bescheinigt als anderen auf dem Markt erhältlichen Mitteln.
Mit Nebenwirkungen rechnen. Auch die Einnahme von Champix verläuft nicht ohne Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlafstörungen, Albträume, Kopfschmerzen zählen zu den am häufigst genannten Beschwerden.
Auch wenn Champix in erster Linie gegen die körperliche
Abhängigkeit vom Nikotin wirkt - die psychische ist damit noch
gegeben. Bestimmte Situationen werden mit dem Rauchen verbunden. So sei es
auch essenziell, dass Rauchern sowohl eine Verhaltens- wie auch eine
pharmakologische Therapie angeboten werde, so der Experte.






