Wenn die Gesellschaft die Kinder krank macht
Schon jeder dritte Schüler leidet unter Stress.

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Noch ist für die steirischen Schüler Erholung angesagt, doch schon in wenigen Tagen beginnt er wieder - der sprichwörtliche Schulstress, der mittlerweile gar nicht mehr so sprichwörtlich ist. Ein Drittel der Schüler ab zehn Jahren leidet laut einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft für Präventionspsychologie massiv unter Stress. Eine Zahl, die der steirische Schulpsychologe Josef Zollneritsch bestätigen kann: "Jeder dritte Jugendliche kann den Anforderungen, die an ihn gestellt werden, nicht mehr entsprechen." Dabei betont Zollneritsch, dass der Stress nicht zwangsläufig "schulgemacht" sei. "Es ist die grundsätzliche Haltung der Gesellschaft, die Kinder und Jugendliche krank macht." Es werde immer wichtiger, Leistungen zu erbringen und zu funktionieren. "Die elementaren seelischen Bedürfnisse der Jugendlichen kommen dabei unter die Räder." Die Auswirkungen reichen von körperlichen Beschwerden über einen Leistungsabfall im Unterricht bis hin zu Depressionen, wobei der Stress geschlechtsspezifisch differenziert verarbeitet wird. "Während Mädchen eher psychisch reagieren, gehen Burschen nach außen. Sie werden aggressiv oder zeigen Anpassungsschwierigkeiten."
Die Lösung des Problems für Zollneritsch: "Man muss Jugendliche in ihren Befindlichkeiten ernst nehmen. Stress ist kein Privileg der Erwachsenen." Und - man sollte für die Kinder da sein.






