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Zuletzt aktualisiert: 12.10.2009 um 05:00 UhrKommentare

Kampf gegen das Vergessen

Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Demenzpatienten zu. Hilfswerk bemüht sich um Betreuung zu Hause und unterstützt auch Angehörige.

Foto © APA

"Wir legen jedes Jahr den Schwerpunkt auf ein anderes Fachgebiet, und heuer ist es die Demenz. In diesem Zusammenhang bemühen wir uns um eine besonders intensive Schulung unserer Mitarbeiter, aber auch um verstärkte Öffentlichkeitsarbeit", sagt Brigitte Hingerl, zuständig für Marketing beim Hilfswerk Kärnten.

Durch die steigende Lebenserwartung nimmt auch die Zahl jener Menschen zu, die im Alter an einer Demenz leiden. Das Hilfswerk betreut viele dieser Betroffenen daheim in ihrer gewohnten Umgebung und baut dabei auf eine intensive Vernetzung von

Klienten, Angehörigen und Helfern. "Demenz wird immer noch oft verdrängt. Dabei ist die Früherkennung sehr wichtig", betont Maria Habacht, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, die für das Hilfswerk allein in Klagenfurt rund 160 Kunden versorgt - etwa 40 Prozent von ihnen sind leiden an einer Demenz. Anhand ihrer Erfahrung, aber auch unter Beziehung eines Beobachtungsbogens und einer Checkliste ist die Krankenschwester in der Lage, eine Demenz frühzeitig zu orten und entsprechende Schritte in Richtung professionelle Behandlung zu setzen. "Zur genauen Abklärung überweisen wir als erstes zu einem Neurologen", sagt Habacht.

Der Betreuungsplan muss dann gemeinsam mit den Betroffenen und vor allem mit den Angehörigen ausgearbeitet werden. "Da geht es zum Beispiel darum, den Haushalt neu zu organisieren, Pflegebehelfe zu installieren oder sich mit der Sturzprophylaxe auseinander zu setzen."

Angehörige auffangen

In erster Linie aber muss Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Denn gerade Betroffene schämen sich oft ihrer Erinnerungslücken und entwickeln zum Teil raffinierte Strategien, um diese nach außen hin zu verschleiern. Auffangen muss man aber auch die Angehörigen, denn die fortgeschrittene Demenz geht mit einer Veränderung der Persönlichkeit Hand in Hand - und damit können Ehepartner oder Kinder manchmal schwer umgehen.

Demenz kann man zwar nicht heilen, aber wenn man sie früh erkennt, ist es möglich, den Verlauf medikamentös zu beeinflussen und zu verzögern. Setzt zudem die Hilfe von außen früh an, lernen die Betroffenen, die später auf Fremde mit Misstrauen reagieren, dass es selbstverständlich ist, ein neues Gesicht in der Familie zu sehen.

"Uns geht es darum, Demenzkranke so lange und so gut wie möglich zu Hause zu betreuen und die Angehörigen zu entlasten", sagt Habacht.

ULRIKE GREINER

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