"Unternehmen Bergwiese": Harte Arbeit, heilende Produkte
Mit zehn Hektar Bergwiese begann Manfred Guggenberger. Mittlerweile mäht und bewirtschaftet der Lesachtaler ein Vielfaches dieser Fläche. Mit Kunststoffsäcken und Hornschlitten wird das Heu ins Tal gebracht und verarbeitet.

Foto © GuggenbergerMaria Guggenberger beim Befüllen der Heupolster
Der Zufall brachte Manfred Guggenberger aus St. Lorenzen im Lesachtal dazu, seine Bergwiesen wieder zu bewirtschaften. 2001 war er auf der Lackenalm oberhalb seines Heimatortes als Hirte beschäftigt. Ein Gast hat ihn auf der Alm angesprochen, "warum die schönen Bergwiesen nicht mehr gemäht werden?" Wie er feststellte, war die Wienerin Silke Scholl vom Österreichischen Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung und somit zuständig für die Bewirtschaftung der Bergwiesen.
"Ich habe diesen Idee zuerst als Utopie abgehakt", erinnert sich Guggenberger, "die Bergwiesen sind nicht erschlossen und die Bewirtschaftung ist zu arbeitsintensiv." Der Gedanke hat ihn aber nicht mehr losgelassen und einige Wochen später startete er erstmals das Unternehmen Bergwiesen auf der so genannten Polize oberhalb von St. Lorenzen. Eine kleine Wiese wurde gemäht, "aufgetristet" und das Heu im Winter mit dem Hornschlitten ins Tal gebracht.
Anfangs hat er zehn Hektar bewirtschaftet. Heute ist es ein Vielfaches davon. Nicht nur die Polize, sondern auch die gegenüberliegenden Seite des Riebenkofels, dem Droberg wird in der Zwischenzeit bewirtschaftet. Mit Bigbags, das sind stabile Kunststoffsäcke, wird das Heu ins Tal befördert. Rund ein Kubikmeter Almheu passt in einen Sack und dieser wird über den steilen Hang bis zum Fahrweg gerollt.
Harte Arbeit
"Ich mache diese Arbeit leidenschaftlich gerne", erzählt Guggenberger, der anfangs keine Erfahrung mit der Bewirtschaftung der Bergmähder hatte. "Im ersten Sommer habe ich zwölf Kilo abgenommen." Die älteren Einheimischen waren begeistert von meiner Initiative und gaben mir viele Tipps, "so wurde die Arbeit zunehmend leichter".
Auch wenn die Bauern die Bergwiesen viele Jahrhunderte lang schätzten, liegen die meisten seit Anfang der 60-er Jahre schon brach. Mit 15 Oberkärntner Bauern (Mölltal, oberes Drautal, Gailtal, Lesachtal) hat er sich zur "Arbeitsgemeinschaft Kärntner Almheu" zusammengeschlossen. Sie wollen einen Teil ihres Almheues speziell ernten, trocknen, lagern und als hochwertiges Spezialprodukt vermarkten. Der Grund dafür ist u.a. der hohe Anteil an wertvollen Kräutern (Heilkräuter z.B. Johanniskraut, Isländisch Moos, Gewürz- und Teekräuter) sowie der hohe Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen (z.B. ätherische Öle).
Die "Kärntner Almheu"-Bauern" halten sich an streng geprüfte Herkunfts- und Qualitätskriterien. Das Almheu muss aus über 1700 Meter Seehöhe stammen, einen Kräuteranteil von 40 Arten haben und "ganz wichtig ist es", sagt Guggenberger "die Wiesen dürfen nicht planiert, eingesät oder entwässert sein".
Der 37-jährige Landwirt verkauft Almheu an das 1. Almwellnesshotel im Tuffbad. Die Rückmeldung von den Hotelgästen ist sehr positiv. "Wir bieten Gästen eine Heubettpauschale an", erzählt Eva-Maria Oberluggauer. Die Gäste bekommen eine Heudecke, die sie mit nach Hause nehmen können und damit "den Duft des Urlaubs auch in den eigenen vier Wänden verspüren".
Breite Produktpalette
Mit seiner Lebensgefährtin Katharina hat Manfred Guggenberger seine Produktpalette von Heukissen und Heudecken um ein begehrtes Produkt, nämlich dem Heuschnaps, erweitert. Mit einer bayrischen Kosmetikfirma arbeitet Manfred Guggenberger an neuen Almheuprodukten, wie Bodylotion, Duschgel und verschiedenen Kosmetikartikeln. "Mir geht es darum, das tolle Produkt Almheu zu vermarkten und den Bergbauern ein kleines Einkommen zu ermöglichen".
Features
Heilwirkung
Heuprodukte werden zur Linderung von vielerlei Beschwerden verwendet, erklärt der Villacher Arzt Sieghard Wilhelmer:
Bei Beschwerden der Wirbelsäule und deren Folgen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Nervenschmerzen. Bei rheumatischenGelenkschmerzen, Gicht, bei Nervosität, Schlafstörungen und hohem Blutdruck, Sehnenscheidenentzündungen, Kreuzschmerzen, Migräne, Herzschmerzen.






