Neues HIV-Medikament erfüllt die hohen Erwartungen
Das neue Medikament ist laut Studien besser verträglich und kann auch von jenen Patienten eingenommen werden, die gegen diverse Mittel bereits resistent sind.

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Der recht neue HIV-Wirkstoff Raltegravir hilft nicht nur jenen Patienten, deren Viren gegen andere Medikamente resistent sind. In einer großen Studie war das Medikament auch bei anderen Infizierten im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie sowohl wirksamer als auch besser verträglich.
Raltegravir hemmt das Virusenzym Integrase, mit dem der HIV-Erreger sein Erbmaterial in die Wirtszelle einschleust. Bisher war die Substanz nur für Patienten zugelassen, deren Viren gegen andere Mittel resistent sind. Nun wurde das Mittel erstmals in einer großen Studie bei normalen Patienten mit dem Standardmittel Efavirenz verglichen. Bei Wirkstoffe wurden, wie bei der antiviralen Therapie üblich, mit zwei anderen Medikamenten kombiniert.
Hohe Erfolgsrate
Ziel war es, die Zahl der Viruskopien pro Milliliter Blut, die bei den Teilnehmern anfangs über 5.000 lag, binnen 48 Wochen unter 50 zu drücken. Mit Raltegravir gelang dies 86 Prozent der Patienten, mit Efavirenz lag die Erfolgsrate bei 82 Prozent. Zusätzlich erreichten die mit Raltegravir behandelten Patienten den niedrigen Schwellenwert deutlich schneller.
Bessere Verträglichkeit
Das Präparat erwies sich zudem als wesentlich besser verträglich. 44 Prozent der Raltegravir-Patienten hatten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder hohe Cholesterinwerte, im Vergleich zu 77 Prozent der herkömmlich behandelten Teilnehmer. Die bessere Verträglichkeit dürfte vor allem schwangeren Frauen zugutekommen, denn Efavirenz steht zudem im Verdacht, das ungeborene Leben zu schädigen.
Allerdings birgt die neue Substanz einen Nachteil: Efavirenz ist mit den beiden anderen Präparaten in einer Tablette kombiniert, die Patienten nur einmal täglich einnehmen müssen. Raltegravir muss dagegen pro Tag zweimal geschluckt werden.
Features
Fakten
Die seit den 1990er Jahren gängige antivirale Therapie hat die Prognose von HIV-Patienten deutlich gebessert. Zwar können die Medikamente die Viruslast im Körper bis unter die Nachweisgrenze senken, aber sie tötet nicht sämtliche Erreger.






