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Zuletzt aktualisiert: 06.04.2007 um 11:53 Uhr

Worauf wir überhaupt nicht fliegen

Bei steigenden Temperaturen fliegen wieder Pollen von Gräsern und Bäumen ihre Attacken auf Bindehaut und Nase. Allergie-Experten haben Erkenntnisse über Heuschnupfen zusammengefasst.

Foto © APA

Juckende Nasen und tränende Augen können schwerwiegendes Asthma mit sich bringen. Dabei klingt Heuschnupfen so harmlos. Wolf Pachinger, Leiter der Abteilung für Dermatologie und Venerologie im LKH Klagenfurt und Werner Aberer, Leiter der Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie an der Medizinischen Universität Graz, haben zehn Erkenntnisse über die Gräserallergie zusammengefasst.

Übertriebene Hygiene kann Schuld an Allergien sein. Es gibt Studien, die zeigen, dass zu viel Hygiene betrieben wird und dass unsere Kinder zu wenige Infekte durchmachen. Pachinger: "Die Vererbung/Genetik spielt die größte Rolle. Auslöser für die Allergie gibt es viele."

Rauchende Eltern sind für Allergien ihrer Kinder verantwortlich. Rauchen und Allergien vertragen sich überhaupt nicht. Aberer: "Tatsache ist, dass rauchende Eltern ihrem Kind massiv schaden." Denn mit der Überempfindlichkeit der Atemwege steigt auch die Bereitschaft, an Asthma zu erkranken.

Pollen sind überall. Aber man kann sie vermeiden. Experte Aberer spricht von gezielter Urlaubsplanung während der Gräserflugphasen. Auf Bergen und am Meer sind nur geringe Konzentrationen von Pollen zu finden. "Auch spezielle Pollen-Filter in den Autos und Schutzgitter an den Fenstern sind mögliche Hilfsmaßnahmen für Allergiker."

Die Ernährung spielt nur eine Rolle. Laut Pachinger ist es wissenschaftlich nicht belegt, dass die Zugaben von gewissen Spurenelementen wie zum Beispiel Zink oder Selen etwas bringen. Bei Kreuzallergien hat die Ernährung einen großen Stellenwert, wenn verschiedene Lebensmittel nicht vertragen werden. Studien zeigen, dass häufig Übergewichtige an den schwersten Formen von Allergien leiden.

Kortison hat Nebenwirkungen. Vorweg der Vorteil von Kortison: Es wirkt phantastisch und muss in schweren Fällen gegeben werden. "Aber weil es so schnell hilft, wollen es die Patienten immer wieder", schildert Aberer das Problem. Doch eine Nebenwirkung ist, dass das Immunsystem unterdrückt wird. Infekte haben freie Bahn, wenn die Überwachung des Körpers nicht mehr funktioniert. "Lokal angewandt, hat Kortison nur geringe Nebenwirkungen", sagt Pachinger.

Die Zukunft der Therapie liegt im Definieren der Allergene. Da Allergene immer besser in ihrer Struktur dargestellt werden können, ist es auch Forschern möglich, an einer optimalen Therapie zu arbeiten. In Biologika (Biotech-Medikamente) sieht Pachinger keine Option.

Silvia Maderbacher

Wissenswert

Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollen beruht. Sie gelangen über Gräser- und Baumblüten in die Luft und bewirken an Schleimhäuten der Atemwege, Nase und Augen eine allergische Reaktion.

Allergieambulanz Graz: Tel. (0 31 6) 385-2896

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