Rauchen und kein Sport: Gesundheit der Jugendlichen wird schlechter
Neben wenig Bewegung und vielen Zigaretten stehen bei vielen Schülern sogar diverse Schmerzen an der Tagesordnung.

Foto © APABewegung am Bildschirm ist noch lange nicht Sport
Österreichs Schulkinder im Alter von elf bis 15 Jahren fühlen sich gesundheitlich immer schlechter. Sie bewegen sich wenig, sitzen mit steigendem Alter vorm Fernseher und Computerbildschirm, fast 20 Prozent von ihnen rauchen täglich. Das Österreichische Hilfswerk setzt in diesem Jahr nicht zuletzt deshalb in seiner Arbeit einen Schwerpunkt unter dem Titel "Jedem Kind das Seine und allen das Beste". Die Kampagne unter Teilnahme der Sportunion und anderer Partner wurde am Montag in Wien präsentiert.
Mehr Prävention.
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V): "Gerade der Prävention
ist ein bisschen zu wenig Augenmerk geschenkt worden. Auf dem ersten
Blick könnte man glauben, dass es den Kindern und Jugendlichen so gut
geht wie noch nie. Die Gesundheit unserer Kinder und der Jugendlichen
scheint aber in vielen Bereichen stärker gefährdet als in früheren
Jahren."
Häufige Schmerzen.
Daten dazu aus der jüngsten HSBC-Studie über Gesundheitszustand
und Gesundheitsempfinden der Elf- bis 15-Jährigen unter
Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO), an der mit
letzter Datenerhebung im Jahr 2006 auch Österreich teilnahm: Nur etwa
43 Prozent der Schüler schätzen ihren Gesundheitszustand als
ausgezeichnet ein. Kdolsky: "Mehr als ein Drittel berichten, dass sie
regelmäßig an Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Rücken- bzw.
Kreuzschmerzen, Gereiztheit, Nervosität, Einschlafstörungen oder an
Benommenheit bzw. Schwindel leiden. Nur 19,2 Prozent sind an sieben
Tagen der Woche körperlich aktiv."
Gekürzte Turnstunden.
Allerdings, die Resultate könnten auch mitbedingt durch die
Politik der vergangenen Jahre sein. Unter Bildungsministerin
Elisabeth Gehrer (V) wurden beispielsweise ab 2003 Turnstunden an
österreichischen Schulen gekürzt. Mittlerweile fordert
Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) von Bildungsministerin
Claudia Schmied (S) gar Unterstützung für seine Forderung nach mehr
Schulsport.
Sport spart Geld.
Sportunion-Chef Peter Haubner am Montag bei der Pressekonferenz:
"Heute, wenn man in den Turnsaal hineinschaut, sieht man ein Kind,
das sich noch richtig bewegen kann. In der Schule wird zuwenig Sport
angeboten. (...) Es ist ganz wichtig, dass die tägliche
Bewegungseinheit in die Schule kommt. (...) Ein Euro in den Sport
investiert, erspart drei Euro in der Pflege. Personen, die regelmäßig
Sport betreiben, kommen zehn Jahre später in Pflege."









