Militär-Fitness boomt in Großbritannien
Immer mehr Briten lassen sich beim Militär-Training von Soldaten anschreien, anfeuern und an ihre körperlichen Leistungsgrenzen bringen.

Foto © British Military FitnessNichts geht über Drill vom wirklichen Experten
"Vier, fünf, sechs", schreit Unteroffizier Simon
Richman. Das blonde Mädchen mit der Nummer 25 auf dem Rücken zählt
leise mit, Sit-up für Sit-up, die Stimme zittert vor Anstrengung. Sie
greift nach der Hand ihrer Nachbarin und drückt sie fest.
Durchhalten, gemeinsam. Ihr Gesicht ist rot vor Anstrengung, die
Augen verkniffen. So wie sie lassen sich immer mehr Briten - völlig
freiwillig - beim Militär-Training von Soldaten anschreien, anfeuern
und an ihre körperlichen Leistungsgrenzen bringen. Ein Trend, mit dem
der Erfinder und Ex-Soldat Robin Cope nun weltweit den Ton angeben
will.
Knallhartes Training. Was vor acht Jahren mit nur drei Teilnehmern im Londoner Hyde Park
begann, wurde im Vereinten Königreich ein landesweiter Erfolg. Heute
zählt Cope 7.000 Mitglieder an 35 Standorten. British Military
Fitness heißt das knallharte Training, für das Freiwillige für zehn
Stunden 120 Pfund (170 Euro) hinlegen.
"Liegestütze!" Die Hände der Teilnehmer klatschen in den Matsch, der Rasen im
Hyde Park ist aufgeweicht und erdig. "Liegestütze! Haltet den Körper
gerade, ich will keine Golden Gate Bridges sehen", brüllt Trainer
Richman. Der Mann mit der Nummer 13 starrt auf den Boden, seine graue
Jogginghose ist voller Flecken. Überrascht blickt er auf, als das
nächste Kommando kommt: "Und jetzt zu den Bäumen sprinten!" Nummer 13
ist Graham Sheerwood. Ein kleines Bäuchlein spannt sich unter seinem
Trikot. "Ich bin hier, weil ich endlich abnehmen möchte", sagt der
31-Jährige. Der IT-Manager mag die Herausforderung. "Ich finde gut,
dass es qualvoll ist."
Features
Fakten
1999 wurde British Military Fitness vom Ex-Soldaten Robin Cope gegründet. Mittlerweile zählt British Military Fitness 7.000 Mitglieder an 35 Standorten. Tendenz weiterhin steigend.





