Knorpel-TV: OP mit Pilot und Co-Pilot
Kleiner Schnitt, großer Schritt: Nach einer Arthroskopie - eine Gelenkspiegelung mit einer Minikamera - sind verletzte Gelenke früher belastbar als nach herkömmlicher OP.

Foto © LANGUSCHMittels Minikamera werden die Bilder aus dem Inneren des Gelenks auf den Bildschirm übertragen
Nein, es geht hier nicht um die
neue Ärzteserie, die montagabends
im ORF läuft. Aber es
hat was mit Ärzten zu tun. Und mit
Fernsehen auch – aber nur im weitesten
Sinn.
Arthroskopie – so nennt sich die
Untersuchung von Gelenken, bei der
über einen kleinen Hautschnitt (etwa
5 Millimeter) eine Sonde mit einer Minikamera
eingeführtwird. Der Operateur
sieht das Gelenkinnere über einen
Monitor. Zunächst betrachtet er
alle Gelenkstrukturen. Über einen
zweiten Einstich führt er bei Bedarf
kleine Arbeitsinstrumente ein, mit
denen er die entsprechenden krankhaften
Veränderungen im Gelenk bearbeiten
kann. Das Gelenk wird mit einer
speziellen Flüssigkeit ausgespült,
gleichzeitig sorgt ein Abfluss für den
ständigen Abtransport des abgetragenen
Materials. Am Ende der Operation
werden die kleinen Einstiche vernäht
und ein Verband angelegt. Eine
Arthroskopie wird zum überwiegenden
Teil am Kniegelenk durchgeführt.
Sie kann aber auch bei Erkrankungen
im Schulter-, Ellenbogen-, Hand- oder
Sprunggelenk erfolgen.
Welche Vorteile, welches Risiko?
Für den Patienten ist eine arthroskopische
Operation weniger schmerzhaft
als eine herkömmliche. Außerdem
verläuft die Heilung schneller,
sprich, es kann früher mit der krankengymnastischen Nachbehandlung
begonnen werden, was besonders für
Sportler wichtig ist. Und: von der Operation
bleibt eine wesentlich kleinere
Narbe. Nach dem Eingriff ist ein
krankengymnastisches Übungsprogramm
unverzichtbar, um die Funktion
des Gelenkes zu verbessern oder
wiederherzustellen. Besonders bei
größeren Schäden empfiehlt sich
auch eine Entlastung des Gelenks
durch Gehstützen. Die Physiotherapie
mit Krankengymnastik, Massagen,
Elektrotherapie, Hydrotherapie, Wärmepackungen
und Bädern unterstützt
in vielen Fällen erfolgreich die
operative Behandlung von Gelenkerkrankungen.
Prinzipiell handelt es sich bei der
Arthroskopie um ein risikoarmes OP-Verfahren.
In seltenen Fällen kann es
durch die Manipulation der Instrumente
zu Verletzungen des Gelenkknorpels
kommen.






