Fitness im Büro
Wie betriebliche Fitnessprogramme zum Erfolg werden und wann sogar "No-Sports-Typen" mitmachen.

Foto © APFitte Mitarbeiter sind produktiver
Angenommen, ein Chef empfiehlt
einem Angestellten ein Mittel, von
dem beide profitieren. Der Angestellte,
weil er sich im Job und außerhalb
des Jobs rundum wohler fühlt; und der
Boss, weil sein Mitarbeiter kreativer ist,
mehr leistet und weniger oft krankheitsbedingt
ausfällt. Der Haken an der Sache
ist, dass der Angestellte dafür liebgewordene
Gewohnheiten ändern muss. Also
wird er erst einmal skeptisch sein und die
Mauer machen.
Fitte Mitarbeiter kosten weniger. Oder anders angefangen: Dass die
oben beschriebenen Benefits, die ein
fitter Mitarbeiter (am Fließband genauso
wie am Schreibtisch) einbringt, wirtschaftlich
greifen, wird von zahlreichen Studien
untermauert. Die österreichische Volkswirtschaft
könnte sich demnach, wenn
alle Erwerbstätigen "ein gesundes und
sportlich aktives Leben führen würden",
3,64 Milliarden Euro jährlich ersparen, das
hat zum Beispiel das Institut Höherer
Studien (IHS) errechnet.
Von einem selber. Im Prinzip kennt das Problem jeder
Gesundheits- und Freizeitsportler, der
früher anders gelebt hat: Man kann es
noch so oft hören, wie toll es ist, fit zu sein,
man glaubt es ja auch – aber die Entscheidung,
sein Leben umzukrempeln, muss
aus einem selber kommen. Und nicht aus
unternehmerischem Wunschdenken.
Gesamtpaket. Und trotzdem: Man kann sehr wohl
auch eingefleischte "No-Sports-Typen"
dazu bringen, etwas für ihre Gesundheit
zu tun. "Die Maßnahmen müssen nur
möglichst alle ansprechen und richtig
verkauft werden", sagt Landauf, "auf die
Gesamtpakete kommt es an." Und der
erfahrene Coach sagt gleich, wie diese
Pakete inhaltlich zu füllen sind:
Die besten Tipps
Punkt 1: Adäquate Maßnahmen für jede
und jeden! Beispiel Minipausen: alle
eineinhalb Stunden fünf bis zehn Minuten
loslassen, sich zurücklehnen, bewusst an
etwas Schönes, jedenfalls an etwas
anderes als die Arbeit denken. Über den Tag gesehen erhalten diese kurzen Auszeiten nicht nur die Leistungsfähigkeit,
sondern erhöhen sie sogar.
"Alle Organe folgen einem gewissen
Rhythmus. Genauso hat der Mensch alle
90 Minuten ein etwa 15-minütiges
Leistungstief. Ein Manager, der zwölf
Stunden durchschöpft, ist wie ein Auto,
das permanent im roten Bereich gefahren
wird." Das rächt sich – im besten Fall
"nur" mit einer erhöhten Fehlerquote, je
länger der Tag fortschreitet.
Punkt 2: Das Marketing entscheidet. Wie bei jedem Produkt
entscheidet auch beim "Fit im Job"-
Angebot das Marketing über Absatz oder
Ladenhüter. So wie die Werbung die Lust
auf fettige Chips weckt, so muss es auch
umgekehrt funktionieren: "Es muss geil
und cool sein, drei Minuten auf dem
Boden zu liegen und richtig zu atmen",
meint Landauf. Der Aufzug in der Firma eignet sich zum
Beispiel dazu, mit entsprechend schlau
gemachten Plakaten bestückt zu werden.
Etwa mit solchen, die an den Flüssigkeitsbedarf
des Körpers erinnern. Wer diese
sieht, wird in der Kantine dann nicht so
ohne weiteres am Trinkwasserspender
vorbeirennen.
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Dossier
Zum Thema
Wissenswert
Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es die "betriebliche Gesundheitsförderung" (BGF) als Unternehmensstrategie mit dem Ziel, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, Gesundheit zu stärken und das Wohlbefinden von Mitarbeitern zu verbessern.
Der Experte
Klaus Landauf ist Mental-
berater, arbeitet mit Leistungs- und Hobbysportler.














