Fit beim Kick
Alle Welt redet über Fußball. Österreich redet über die Euro 2008. Und fast 600.000 aktive Kicker im Land, vom Knirps bis zum Profi, reden über die unteren Fußballklassen. Wir wollen mitreden – und beleuchten mit einem Trainingsexperten den Hobbyfußball aus der Fitnessecke.

Foto © GEPARein in die Latschen und raus auf den Kickplatz!
Im Vorfeld der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz belegt eine aktuelle IHS-Studie:
Keine andere Sportart bewegt in Österreich so viele Menschen wie Fußball. Es sind tatsächlich Hunderttausende, die Woche für Woche das "runde Leder" treten. Die aktuellen Zahlen belegen es: 592.375 Aktive sind beim Österreichischen Fußballbund ÖFB gemeldet, in 2211 Vereinen. 370.828 von ihnen zerreißen ihre Kickschuhe in 3600 Männermannschaften, 7000 Frauen spielen in Damenteams. Die übrigen engagierten FußballerInnen, immerhin 221.547, verteilen sich auf Kinder- und Jugendteams.
Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit. Ob Halbprofi oder Sonntags-Kicker - effizientes Training ist das A und O jedes Fußballers. Aufpassen, da reden wir nicht vom Üben von Freistoßtricks, von Stoppen, Passen und Schießen, vom Trainieren taktischer Finessen. Wir reden vom gezielten Trainieren der Ausdauer, der Kraft, der Schnelligkeit. Ganz simpel ausgedrückt: Was für jeden ehrgeizigen Hobbyläufer eine Selbstverständlichkeit ist, muss auch für jeden Hobbykicker zum sportlichen Rüstzeug gehören.
Start bei Meisterschaftsende. Sportwissenschaftler Rade Djukic will sein Know-how auch an die Freizeitfußballer weitergeben – und startet gleich mit dem ersten guten Rat: "Sinnvollerweise ist gleich nach Meisterschaftsende die richtige Zeit für einen professionellen leistungsdiagnostischen Test. Denn es ist wichtig, dass jeder Spieler weiß, welche Spuren die letzte Meisterschaft in
seinem Körper hinterlassen hat. Auf dieser Basis kann dann eine durchgeplante
Vorbereitung für eine optimale Leistungssteigerung in der Aufbauphase erfolgen."
Pausen optimal nutzen. Trainingswissenschaftlich gesehen ist in der Sommerpause zuerst einmal (aktive) Erholung angesagt. Erlaubt ist, was Spaß macht. Bis auf eine Regel: Bis zur anaeroben Schwelle ist die Belastung des Körpers verboten. Also lockerer Sport und Gymnastik. Ein Tipp so nebenbei: Wenn in der (fußballlosen) Freizeit vermehrt Alkohol im Spiel ist, sollte man dazu viel Wasser trinken. ?Viel Wasser reduziert die
Wirkung des Alkohols auf den Organismus, weil die Schadstoffe schneller ausgeschwemmt werden."
Features
Trainingsplan
Während der Meisterschaft:
1. Tag (nach dem Match): lockeres Training,
Auslaufen, aktive Erholung.
2. Tag:
frei
3. und 4. Tag:
Volle Belastung. Zum
Beispiel: 12 x 80 Meter mit dem Ball,
Hürdensprünge, 15 Minuten Matchimitation
– und zwar Vollgas! Natürlich
vorher gezielt aufwärmen und am Ende
auslaufen.
5. Tag: Regenerationstraining mit kurzen,
intensiven Reizen.
6. Tag:
frei
7. Tag: Meisterschaftsspiel
Der Experte
Mag. Rade Djukic ist Sportwissenschafter,
Leistungsdiagnostiker, Physiotherapeut und
Personal-Coach.
In früheren
Zeiten hat er für Superstars wie Robert
Prosinecki (Real Madrid) oder Vladimir Jugovic
(Juventus Turin) die persönlichen Trainingspläne
geschrieben.
E-Mail: r.djukic@sbg.at
















