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Zuletzt aktualisiert: 20.09.2012 um 14:13 UhrKommentare

Erste "fahrradfreundliche" Straße eröffnet

Foto © APA

Freie Fahrt für Radfahrer in Wien-Ottakring: Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hat am Donnerstag Österreichs erste "fahrradfreundliche" Straße - die Hasnerstraße - eröffnet und sogleich ausprobiert. Freundlichkeit heißt konkret: Die Straße wurde verkehrsberuhigt, außerdem sind all jene, die dort unterwegs sind, bevorrangt.

Die Stadt Wien musste ein eigenes Modell der "fahrradfreundlichen" Straße entwickeln, nachdem "Fahrradstraßen" in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht wie gewünscht verankert wurden. "Wir schreiben heute Radgeschichte in Wien und in ganz Österreich", verkündete Wiens Verkehrsstadträtin stolz vor Journalisten. In Deutschland seien sogenannte Fahrradstraßen längst üblich und in der dortigen StVO verankert: Dabei handelt es sich um eine Straße, die beinahe ausschließlich, bis auf den Anrainerverkehr, Radfahrern vorbehalten ist. Zudem dürfen Biker nebeneinanderfahren und es gilt das allgemeine Tempolimit von 30 km/h.

Mit dem Projekt der fahrradfreundlichen Straße hat sich die Stadt Wien dem deutschen Beispiel angenähert: Auf der 2,5 Kilometer langen Strecke in der Hasnerstraße darf ebenfalls höchstens Tempo 30 gefahren werden. Zudem sind Radfahrer auf nahezu allen Querungen bevorrangt, abgesehen von Kreuzungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber auch Autos dürfen die Straße befahren und genießen nun ebenfalls den Vorzug des Vorrangs. Weiterer Unterschied zu einer "echten" Radstraße: Das Nebeneinanderfahren mit dem Drahtesel ist nicht erlaubt.

Laut Vassilakou liegen die Vorteile dieses Projektes für alle Verkehrsteilnehmer auf der Hand: "Für Radfahrer ist es bequemer und sicherer. Sie müssen nicht ständig stehen bleiben und wieder anfahren. Für Autos werden die Hauptverkehrsadern entlastet, weil die meisten Radfahrer es dann vorziehen werden auf dieser Straße zu fahren."

Erkennbar ist die fahrradfreundliche Straße anhand von Bodenmarkierungen: In regelmäßigen Abständen finden sich weiße Fahrrad-Symbole auf der gesamten Route. Zudem wurden an den Kreuzungen Verkehrsschilder mit einer Zusatztafel, die auf Radverkehr hinweisen, angebracht. Die explizite Ausschilderung als "fahrradfreundlichen Straße" ist vorerst aber nur am Anfang und am Ende der Radroute angebracht.

"Es ist uns ein Anliegen, dass wir noch eine deutlichere Signalisierung für alle Verkehrsteilnehmer schaffen. Das ist der nächste Schritt und dazu wird in den kommenden Monaten ein Konzept erarbeitet", versicherte Wiens Fahrradbeauftragter Martin Blum der APA.

Eine Ausdehnung dieser bikerfreundlichen Strecken ist aber schon jetzt geplant: "Ideal wäre ein Netz von mindestens einer fahrradfreundlichen Straße pro Bezirk. Dann würden 80 bis 90 Prozent der Radfahrer diese Strecken nutzen", hob die Verkehrsstadträtin im APA-Gespräch hervor. Das gesamte Wiener Verkehrsnetz könnte folglich vom Radverkehr "ein Stück weit entflochten" werden. Vorschläge für weitere fahrradfreundlichen Straßen würden daher derzeit in den Bezirken diskutiert werden, hieß es.

Quelle: APA





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