Bisher 136 Tote im Bergsommer 2012

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136 Menschen sind in der heurigen Sommersaison (1. Mai bis 10. September) in Österreichs Bergen ums Leben gekommen, drei mehr als im Vorjahr. Die Hälfte davon starben beim Wandern und Bergsteigen, viele davon durch Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit.
Die Zahl der Alpinunfälle sei heuer bisher rückläufig, erklärte Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Sie sank von 1.841 Unfällen im Sommer des Vorjahres auf nunmehr 1.782.
90 der tödlich Verunglückten waren laut Gabl Österreicher. Zudem starben 32 deutsche Alpinisten, der Rest verteile sich auf andere Nationen, führte der Experte weiters aus. Die Hälfte der Todesopfer starb beim Wandern und Bergsteigen. Dabei sei heuer mit 55 Prozent erstmals das "Stolpern" die häufigste Todesursache. Bisher sei die Hälfte der tödlichen Unfälle von Wanderern und Bergsteigern auf Herz-Kreislaufversagen zurückzuführen gewesen, meinte Gabl. "Es scheint, als bewege man sich im alpinen Gelände nicht mehr vernünftig."
Beim Klettern kamen laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) heuer bisher 15 Menschen ums Leben, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es zwölf Personen. Gabl verwies in diesem Zusammenhang jedoch darauf, dass im Vorjahr allein von Mitte September bis Mitte Oktober neun Kletterer tödlich verunglückten.
Der Experte erklärte zudem, dass die Gesamtanzahl der Alpinunfälle im Sommer 2012 trotz der Reduktion gegenüber dem Vorjahr "im Mittelwert" der vergangenen sechs Jahre gestiegen sei. Die meisten Bergtoten verzeichnete in diesem - wie auch im vergangenen - Jahr Tirol mit 56 Personen (2010: 53). Zuwächse gab es in Oberösterreich (13; 2011:11) und der Steiermark (15; 2011: 10). In Salzburg stieg die Zahl signifikant von 27 auf 37. Rückgänge gab es in Kärnten (14; 2011: 17), Salzburg (21; 2011: 25) und Niederösterreich (5; 2011: 7). Von den 136 tödlich Verunglückten waren 107 Männer und 29 Frauen.
Die Ursachen der Unglücksfälle in den Bergen liegen laut dem stellvertretenden Tiroler Landespolizeidirektor Norbert Zobl vor allem im fehlenden Können und der mangelnden Tourenplanung. "Man sollte nicht leichtfertig in die Berge gehen. Niemandem würde es beispielsweise einfallen, eine Tauchausrüstung zu kaufen und danach ohne Ausbildung ins Meer zu gehen", kritisierte Zobl. Gabl übte indes scharfe Kritik an der heimischen Tourismuswirtschaft: "Wenn man deren Interesse an der Alpinen Sicherheit mit Geldmitteln messen würden, wäre es sehr beschämend. Aber Tote und Verletzte kann man eben nicht vermarkten und verkaufen."














