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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2012 um 13:52 UhrKommentare

Alpenvereine warnen vor Klettersteigsets

Foto © APA

Anfang August war ein 17-jähriger Deutscher auf einem Klettersteig in Walchsee in Tirol (Bezirk Kufstein) in den Tod gestürzt. Der Unfall löste Untersuchungen aus, die gefährliche Mängel bei einer ganzen Reihe von Klettersteigsets zutage förderten, warnten die Alpenvereine und das Kuratorium für Alpine Sicherheit am Donnerstag.

Zuvor hatten bereits zwei Firmen Produkte zurückgerufen, es seien aber weitere Modelle und Marken betroffen. In der Kritik steht nicht nur das von dem 17-Jährigen verwendete Modell, auch andere Klettersteigsets mit elastischen "Ästen" (Lastarmen) seien potenziell mangelhaft. Diese "Äste" verbinden den am Gurt befestigten Fangstoßdämpfer mit zwei Karabinern, die im Stahlseil des Klettersteigs zur Absturzsicherung eingehängt werden. Die Alpenvereine aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol (OeAV, DAV, SAC und AVS) sowie das Kuratorium rufen alle Klettersteiggeher auf, Sets mit elastischen "Ästen" nur zu benutzen, wenn sie sich zuvor versichert haben, dass ihr Modell nicht betroffen ist.

Bei dem Unfall am 5. August bei Walchsee waren beide "Äste" gerissen, nachdem der Deutsche mehrere Meter weit gestürzt war. So etwas habe es zuvor noch nie gegeben, meinen die Experten. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat Ermittlungen eingeleitet und einen Sachverständigen zugezogen. Das gerichtliche Gutachten liegt noch nicht vor.

Gleichzeitig liefen Untersuchungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) und der Hersteller. Dabei hat sich gezeigt, dass an Klettersteigsets vom Typ des Unfall-Modells das bei der Verwendung übliche Dehnen der "Äste" zu einer Schwächung der tragenden Fasern führt. Nach dem gleichen Prinzip konstruierte Modelle - elastische und nicht elastische Fasern sind miteinander verwoben - haben zahlreiche Firmen im Angebot. Edelrid, Austrialpin, Edelweiss und Singing Rock haben die betroffenen Sets mittlerweile zurückgerufen.

Sets mit nicht elastischen "Ästen" seien von dem Mangel nicht betroffen. Bei den Modellen mit elastischen Lastarmen gibt es zwei Konstruktionen, wovon eine unproblematisch sei, erläuterten die Alpenvereine. Selbst Experten könnten aber von außen einen möglichen Mangel nicht erkennen.

Manche Firmen haben auf den Appell der Alpenvereine bisher nicht reagiert und sind daher nicht in der im Internet aufzufindenden Auflistung enthalten. Die Besitzer solche elastischer Klettersteigsets sollten sich unbedingt an den jeweiligen Hersteller wenden, wird empfohlen.

INFO: Informationen im Internet über alle Sets, für die es einen Rückruf gibt: www.alpinesicherheit.at/klettersteigset

Quelle: APA





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