Die besten Motivationsstrategien
Mentalcoach Wolfgang Fasching zeigt euch, wie man mit einfach Methoden Motivation im Sport (und im Job) aufbauen kann.

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So viel steht fest: Motivation ist die innere Schubkraft, die uns vorantreibt, glücklich macht, uns Grenzen und auch den inneren Schweinehund überwinden lässt. Damit drängt sich die entscheidende Frage auf: Wie schafft man es, im richtigen Augenblick motiviert zu sein? Mentalprofi Wolfgang Fasching hat die besten Motivationsstrategien zusammengestellt, die euch helfen könnten, eure gesteckten Ziele tatsächlich zu erreichen.
Interesse statt Disziplin
Beginnen wir gleich mit dem Allerwelts-Problem: Du nimmst dir schon seit Jahren vor, regelmäßig zu joggen, schaffst es aber einfach nicht, diesen Vorsatz längerfristig in die Tat umzusetzen. Und mit jedem Abbruch nach der vierten, fünften Trainingseinheit steigen Frust und Enttäuschung. Die Lösung, die Wolfgang Fasching zu diesem häufigen Problem parat hat, klingt ziemlich schonungslos: "Lass es lieber ganz bleiben! Nimm zur Kenntnis, dass Jogging einfach nicht deine Leidenschaft ist. Und ohne Leidenschaft entsteht kein Herzblut und damit keine Motivation. Und erst recht kein Erfolg." So einfach ist das: Wer sich bloß durch Disziplin oder Drill zwingt, diese innere Blockade zu überwinden, wird weder glücklicher noch sportlicher. Im Gegenteil: Studien der Psychologinnen Suzanne Segerstrom und Lise Solberg Nes von der Universität von Kentucky ergaben, dass Selbstkontrolle und Disziplin eher Kraft rauben anstatt welche zu verleihen. Ihre Erkenntnis: Wer sich zu etwas zwingen will, muss für die innere Überredungskunst bereits so viel Kraft aufbringen, dass sein Durchhaltevermögen bei der eigentlichen Umsetzung oft aufgebraucht ist.
"Anders ist es, wenn man etwas nicht aus Zwang, sondern aus Interesse tut", rät Fasching. "Bin ich von etwas begeistert, kann ich viel körperliche Kraft und geistige Energie investieren, ohne dass es mir sehr schwer fällt." Die erste und wichtigste Motivationsstrategie lautet daher: Such dir einen Sport aus, der dich wirklich interessiert. Und zwar nicht allein wegen des Fettverbrennungsmodus oder weil deine Freunde ihn machen. Es muss ein Sport sein, von dem du so begeistert bist, dass du nicht genug davon bekommen kannst. Egal, ob es Radfahren, Tischtennis oder Turmspringen ist – Hauptsache, du liebst ihn.
Ziele vor Augen
Wer kein Ziel hat, wird auch nie irgendwo ankommen. Das ist eine Tatsache. Viel schlimmer ist aber, dass ziellose Menschen nicht nur orientierungs-, sondern vor allem motivationslos sind. Diesen Umstand beweisen zum Beispiel die Studien von Jochen Ziegelmann, Psychologe an der Freien Universität Berlin. Er untersuchte die Motivation und das Durchhaltevermögen einer Gruppe von Sportlern, die sich keine festen Ziele gesteckt hatten, sondern sich ohne genaue Defintion nur vorgenommen hatte, in der Freizeit öfter zu laufen oder überhaupt regelmäßiger einem Sport nachzugehen. Eine Vergleichsgruppe arbeitete hingegen mit einem exakten Plan, in dem genau definiert wurde, was sie erreichen möchten und wie sie dieses Vorhaben umsetzen wollen. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Die Motivation der ziel- und planlosen Gruppe verlief ziemlich bald im Sand, viele Probanden brachen die sportliche Aktivität nach kurzer Zeit sogar ganz ab. Anders verhielt es sich bei der Vergleichsgruppe: Hier erreichten fast alle Sportler ihr definiertes Ziel. Fasching empfiehlt daher, sich nicht nur exakte Vorstellungen von den persönlichen Zielen zu machen, sondern diese auch schriftlich festzuhalten. "Auf diese Weise werden deine Vorstellungen verbindlicher und greifbarer. Und genau das motiviert".
Motivationskontrolle durch Trainer
Viele Hobbysportler, die sich allein nicht gegen den inneren Schweinehund durchsetzen können, holen sich Verstärkung. Nach dem Motto: Personal Trainer oder Fitnesscoaches kennen kein Pardon – unter ihrer Fuchtel trainierst du, ob du willst oder nicht. Klingt ganz gut, "ist allerdings trotzdem keine Motivationsgarantie", sagt Fasching. Vielmehr ist sogar das Gegenteil der Fall: Eine Studie des Psychologen Christopher Shields von der Acadia-Universität ergab, dass Sportler, die stets unter Aufsicht trainiert haben, in ein Motivationsloch fielen, sobald der Personal Trainer nicht mehr da war und sie beim Training wieder auf sich allein gestellt waren. Fasching kennt auch den Grund: "Motivation kommt nicht von außen, sondern von innen. Ein Trainer kann einen zwar anfeuern, aber nicht dauerhaft für eine Sache entflammen." Das Training mit einem Coach ist deshalb zwar nicht sinnlos – langfristig lässt sich der innere Schweinehund aber nur durch Eigenverantwortlichkeit überwinden.
"Geht es jedoch darum, zuerst überhaupt einen Sport zu finden, der einen motiviert, kann es durchaus sinnvoll sein, einen (Mental-)Profi zu Hilfe zu nehmen, der einem durch gezieltes Coaching zeigt, wie man seine innere Leidenschaft findet", ergänzt Fasching.














