Den Sommerblues loswerden

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Platzregen, Stürme, grau verhangener Himmel - ein Sommer sieht normalerweise anders aus. Das schlechte Wetter schlägt schnell aufs Gemüt. Das muss aber nicht sein. Mit exotischem Essen, viel Bewegung und schönen Erinnerungsfotos kann man den Blues loswerden.
Die Gischt spritzt ins Gesicht, Sand kitzelt zwischen den Zehen, und es riecht nach Salz, Meer und Sonnencreme. Schon die Vorstellung davon hilft, sich vom verregneten Sommer nicht die Laune verderben zu lassen. "Kopfkino ist eine gute Möglichkeit, dem Sommerblues zu entgehen", sagte Karl Kubowitsch, Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP), dem dpa-Themendienst. Wenn Gewitter, ungemütlich-kalter Wind und der verhangene Himmel aufs Gemüt schlagen, helfe es, sich mit allen Sinnen an schöne Urlaubsmomente zu erinnern.
"Denken Sie an Aktivitäten, die Sie mögen", rät der Psychologe. Das könne eine Radtour im Grünen oder Surfen auf dem Meer sein. "Verknüpfen Sie diese Aktivität mit den passenden Sinneseindrücken. Was hören, spüren, riechen und schmecken Sie?", empfiehlt Kubowitsch. "Legen Sie dann noch gedanklich flotte oder coole Musik unter die Bilder" - und fertig ist das Kopfkino gegen den Schlechtwetterblues. Zum Abspielen sollte man aufstehen, tief durchatmen und die Augen schließen. Dann könne man sich zehn Sekunden lang dem Film hingeben.
Ein Sommerblues sei - bedingt durch das schlechte Wetter - eine vorgezogene Herbstdepression. "Depression ist in diesem Zusammenhang aber nichts Ernstes", beruhigt Kubowitsch. Jeder vierte Deutsche leide bei langanhaltender Schlechtwetterlage daran - jeder zehnte sogar intensiver. Frauen seien besonders stark betroffen, erklärt Kubowitsch. Wenn der Mensch zu wenig Tageslicht abbekommt, werde das Schlafhormon Melatonin bereits tagsüber ausgeschüttet. Man fühlt sich schlapp und müde, ist weniger aufnahmefähig und tendiert zu Heißhungerattacken. "Schöne Erinnerungen können einen aber wieder aufmuntern und neue Energie geben", sagt Kubowitsch.
Wichtig sei auch, wegen des schlechten Wetters nicht zu resignieren. "Wenn die Grillparty ins Wasser fällt, dann laden Sie Ihre Freunde nach drinnen zum Tapas-Essen ein", rät Kubowitsch. Das Aufgetischte sollte alle Anwesenden anregen, in Sommerstimmung zu kommen. Außerdem helfe es, sich mit flotter Musik und frisch-fruchtigen Düften von Kerzen, Öl oder Parfüm zu umgeben.
"Was immer gut ist: Bewegung im Freien", sagt Kubowitsch. Das bringe den Körper wieder in einen vernünftigen Zustand. Sport helfe, Schlaf- und Stresshormone abzubauen. "Gehen Sie spazieren, fahren Sie Rad, machen Sie Nordic Walking." Und auch wenn es regnet, sollte der innere Schweinehund überwunden werden. Das Fitnessstudio sei keine Alternative. "Hauptsache, man kommt raus ans Tageslicht. Das ist nämlich auch trotz bedecktem Himmel da."
Grundsätzlich sollte man versuchen, Dinge zu genießen und nicht alles negativ zu sehen. "Sehen Sie nicht nur das Haar in der Suppe, sondern die Suppe", fordert Kubowitsch. Nicht der Sommerkleidung hinterhertrauern, sondern das Kleidchen mit Leggins tragen, ist sein Tipp. "Lassen Sie sich die Freude am Sommer nicht nehmen."














