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Zuletzt aktualisiert: 18.07.2012 um 01:06 UhrKommentare

Körperliche Inaktivität kann tödlich sein

Foto © APA

Rund zehn Prozent der Todesfälle weltweit sind durch körperliche Inaktivität bedingt. Ein Drittel der Erwachsenen und vier von fünf Jugendlichen sind in hohem Maß durch ein Manko an Bewegung gefährdet. Der negative Einfluss des "Couch Potatoe-Daseins" vieler Menschen ist in etwa so groß wie das Rauchen. In Österreich sind 9,3 Prozent der Mortalität auf mangelnde Bewegung zurückzuführen.

Das entspricht in etwa dem Wert von Kanada (9,1 Prozent) und ist nicht bedeutend weniger als in den USA (10,8 Prozent). Dies sind die Hauptergebnisse von internationalen Studien zum Thema "Physische Aktivitäten", die jetzt in der britischen Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert werden.

Die Hauptaussage der Studien, die im zeitlichen Konnex zur den Olympischen Sommerspielen in London veröffentlicht werden, obwohl Profi-Spitzensport mit Breitensport nur wenig zu tun hat: "Mangel an körperlicher Bewegung oder weniger als 150 Minuten moderater Aktivität (z.B. schnelles Gehen für jeweils 30 Minuten fünfmal pro Woche) verursacht sechs bis zehn Prozent der vier häufigsten, nicht übertragbaren Erkrankungen (koronare Herzkrankheit, Typ-2-Diabetes, Brust- und Dickdarmkrebs) und war im Jahr 2008 für weltweit 5,3 Millionen der insgesamt 57 Millionen Todesfälle verantwortlich."

Bei den statistischen Daten handelt es sich um Schätzungen aufgrund von wissenschaftlichen Daten zum Einfluss von körperlicher Aktivität auf die verschiedenen Krankheiten. Die positiven Schlussfolgerungen: Wenn man die Inaktivität weltweit nur um zehn oder 25 Prozent zurückdrängen könnte, wären jährlich 533.000 bzw. 1,3 Millionen Todesfälle zu vermeiden.

Brasilianische Experten (Pedro C. Hallal, Universität in Pelotas und seine Co-Autoren) versuchten eine Bestimmung der physischen Aktivität unter der erwachsenen Bevölkerung in 122 Staaten und unter Jugendlichen (13 bis 15 Jahre) in 105 Ländern. 1,5 Milliarden Menschen und vier von fünf Jugendlichen machen zu wenig Bewegung und haben damit ein um 20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und mehrere Krebsformen, lautete das Fazit.

In Österreich kommen 34,8 Prozent der Menschen über 15 Jahren nicht auf die empfohlene körperliche Aktivität wöchentlich. In Mozambique sind es nur extrem wenige Menschen (7,2 Prozent) - allerdings haben alle Entwicklungsländer natürlich ganz andere und noch schwerwiegendere gesundheitliche Probleme. In Europa ist Österreich besser als Belgien (42,7 Prozent), Zypern (55,4 Prozent) oder gar Großbritannien und Serbien (63,3 bzw. 68,3 Prozent), aber schlechter als Deutschland (28 Prozent) oder Griechenland (15,6 Prozent). Vergleichbar ist in etwa Dänemark (35,1 Prozent). Frankreich (32,5 Prozent ist etwas besser), Italien (54,7 Prozent), und Spanien (50,2) sind deutlich schlechter.

Wieder Mozambique: Dort sind 1,9 Prozent der Todesfälle auf mangelnde Bewegung zurückzuführen. In Argentinien sind es hingegen hohe 18,2 Prozent, in Kanada 9,1 Prozent, in den USA 10,8 Prozent. Österreich ist hier mit 9,3 Prozent erneut im Mittelfeld der entwickelten europäischen Staaten (Durchschnitt für Europa: 8,8 Prozent). Deutlich höher liegen Italien mit 14,6 Prozent, Großbritannien mit 16,9 Prozent und Serbien mit 18,2 Prozent. Ein Anteil des Mankos an physischen Aktivitäten an der Mortalitätsstatistik von nur 4,2 Prozent in Griechenland und von 4,9 Prozent in den Niederlanden stellt ausgesprochen niedrige Werte dar (Deutschland: 7,5 Prozent).

Positiv formuliert könnten die Österreicher 0,58 Jahre an durchschnittlicher Lebenserwartung gewinnen, würden sie sich ausreichend körperlich betätigen (US-Bürger: 0,78 Jahre, Malteser 1,12 Jahre, Türken 1,06 Jahre, Briten 1,07 Jahre).

Quelle: APA





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