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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2012 um 11:25 UhrKommentare

Fahrradfahren tut Schwangeren gut

Foto © APA

Der dicke Bauch ist manchmal vielleicht hinderlich, aus medizinischer Sicht dürfen Schwangere aber ruhig weiter in die Pedale treten. Wählen sie dabei Wege ohne Steigungen und vermeiden riskante Manöver, profitieren davon Kreislauf und Kondition.

Der Bauch wird dicker und dicker, die Bewegungen mühsamer, und das Kind drückt auf die Leiste: Je näher die Geburt rückt, desto schwerer fällt es vielen Schwangeren, körperlich aktiv zu sein und beispielsweise Rad zu fahren. Manche haben Angst, dass dem Kind bei einem Sturz etwas passieren könnte. Andere wiederum wollen auf ihr Rad als Verkehrsmittel nicht verzichten. Worauf sollten Schwangere also achten, wenn sie auf den Drahtesel steigen, und spricht medizinisch etwas dagegen?

"Wenn die Schwangere gesund ist, ist grundsätzlich nichts gegen Radfahren einzuwenden", sagt Frauenarzt Christian Albring. "Im Gegenteil: Wir empfehlen leichte sportliche Betätigung. Präsent sein sollte der Schwangeren allerdings die Unfallgefahr im Straßenverkehr. Das liegt nicht an der Schwangeren und ihren körperlichen Veränderungen, sondern an den anderen Verkehrsteilnehmern, die ja nicht immer rücksichtsvoll fahren."

"Eine Frau darf in der Schwangerschaft so lange Radfahren, wie sie sich wohlfühlt", sagt Hebamme Ursula Jahn-Zöhrens. Wer normalerweise jeden Tag zur Arbeit mit dem Fahrrad fahre, könne dies auch weiter tun. Natürlich müsse die Schwangere daran denken, dass sie mit zunehmendem Bauchumfang nicht mehr so gelenkig sei wie zuvor, und deshalb bei brenzligen Situationen nicht einfach vom Fahrrad abspringen könne, sagt die Hebamme.

Durch den dicker werdenden Bauch kann laut dem Gynäkologen Albring der Gleichgewichtssinn der Frau durcheinandergeraten. "Manche Schwangere haben Probleme damit, das macht das Radfahren natürlich schwieriger." Gründe gegen eine sportliche Betätigung wie Radfahren seien Schwierigkeiten in der Schwangerschaft wie ein hoher Blutdruck, Blutungen, und eine ungünstige Lage des Mutterkuchens (Plazenta) vor dem Gebärmutterhals. Auf einen Schwangerschaftsdiabetes hingegen könne sich Bewegung positiv auswirken, ebenso auf Wassereinlagerungen in den Beinen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention in Frankfurt am Main ist viel Bewegung gerade für Frauen wichtig, die mit einem eher geringen Fitnessgrad in die Schwangerschaft gehen. Übergewichtige Frauen könnten besonders davon profitieren, einer "exzessiven Gewichtszunahme" werde vorgebeugt. Als geeignete Sportarten nennen die Sportmediziner neben Radfahren in der Ebene auch Wandern, Walking, Jogging, Skilanglauf oder Gymnastik.

Auch Jahn-Zöhrens bestätigt die positiven Effekte des Radfahrens, wenn es eben nicht Downhill-Fahren oder Ähnliches ist: "Es macht Spaß, es ist gut für den Kreislauf und die Lungen, die Schwangere tut etwas zur Thromboseprophylaxe", sagt die Hebamme. "Wir wissen auch, dass Frauen mit einer guten Kondition bei der Geburt oft besser klarkommen und nicht so schnell erschöpft sind."

Doch eignet sich jedes Fahrrad für eine Schwangere? "Wir empfehlen, kein Herren- sondern ein Damenrad zu fahren, denn mit zunehmendem Bauch wird es schwieriger, auf- und abzusteigen", sagt Albring. Die typische Rennrad-Position mit weitem Nach-vorne-Beugen sei eher zu meiden, damit der Bauch nicht eingeengt wird.

Quelle: APA





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