Freie Fahrt für Radler im Wald
Das Land Kärnten und die Landwirtschaftskammer (LK) haben am Mittwoch einen Mustervertrag vorgelegt, der legale Strecken für Mountainbiker ermöglichen soll. Grundbesitzer werden entschädigt.

Foto © Fotolia/SchurrMountainbiken auf Forstwegen wird bald "legal" sein
Der Konflikt ist nicht ganz so alt wie das Rad, aber er dreht sich schon eine sehr lange Zeit im Kreis: Waldbesitzer gegen Mountainbiker. Die einen wollen ihren Forst in Ruhe bewirtschaften, die anderen möchten möglichst ungebremst durch den Wald brettern. Jetzt wurde eine Lösung präsentiert, mit der beide Seiten zufriedengestellt werden sollen.
Eine "Win-Win-Situation für Tourismus und Grundeigentümer" ist laut Tourismus- und Agrarlandesrat Achill Rumpold (ÖVP) der neue Mustervertrag, den Land Kärnten und Landwirtschaftskammer (LK) am Mittwoch vorgelegt haben. Demnach sollen Gemeinden und Tourismusverbände mit den Grundbesitzern Vereinbarungen abschließen, durch die das Mountainbiken auf den Forstwegen auf legale Bahnen gelenkt wird.
Auf diesen Strecken, die auch ausgeschildert und vermarktet werden sollen, wird es eine Versicherung geben, die den Grundeigentümer aus der Haftpflicht befreit. Die Kosten dafür übernimmt das Land. Auch die rund 320.000 Euro, die für die Entschädigung der Grundbesitzer aufgewendet werden, kommen zur Hälfte aus der Landeskassa. 220 Euro pro Kilometer Fahrstrecke werden den Eigentümern einmalig zugestanden. 2000 bis 3000 Kilometer offizielle Radwege sollen so in einem ersten Schritt entstehen, was für beide Seiten Rechtssicherheit bedeutet.
Und einen Impuls für den Tourismus, ist sich Rumpold sicher: "Der Trend zum Aktivurlaub nimmt zu, schon jetzt produziert der Rad-Tourismus 400.000 Nächtigungen in Kärnten." LK-Präsident Johann Mößler begrüßt die Lösung, bei der "Bauern nicht über den Tisch gezogen" werden und empfiehlt seiner Klientel, mitzumachen.
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Zahlen & Fakten
4000 Kilometer Radweg für Mountainbiker sind in Kärnten verfügbar - allerdings ohne rechtliche Basis und oft ohne das Einverständnis der Grundeigentümer.
320.000 Euro kostet insgesamt die Entschädigung für die Grundeigentümer, die ihre Forstwege für die Mountainbiker freigeben. Die Hälfte dieser Kosten übernimmt das Land Kärnten.
22 Cent pro Laufmeter Radstrecke erhalten die Grundeigentümer als Entschädigung, wenn sie dem Vertrag für die Nutzung zustimmen.














