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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2012 um 10:19 UhrKommentare

    Die richtigen Sportkopfhörer finden

    Foto © APA

    Wer gerne joggt, hört manchmal auch gerne Musik. Beides gleichzeitig ist gar nicht so einfach. Denn das geht nicht ohne brauchbare Kopfhörer, die beim Laufen nicht aus den Ohren fallen. Und das ist nur das erste Problem für Sportler, die auf satten Sound stehen.

    "Das Regenprasseln ist beeindruckender als die Musik", sagt Ugur Ofluoglu. Wenn das Wetter schlecht sei, lasse er seinen MP3-Player beim Laufen deshalb zu Hause. Aber sonst ist er immer dabei. "Die Musik entspannt und motiviert mich gleichzeitig. Ich komme besser in den Rhythmus, und ich fühle mich leichtfüßig", erzählt der 23-jährige Student aus Hagen. Bloß die handelsüblichen Knopfkopfhörer haben beim Joggen häufig gestört: "Die sind ständig rausgefallen." Also hat sich Ugur nach Sportkopfhörern umgesehen. Das richtige Modell zu finden, ist gar nicht so einfach.

    Prinzipiell gibt es zwei Varianten: In-Ears oder Kopfhörer mit Bügel. Über die Frage, welches System für den Sport am besten ist, streiten Hobbyathleten schon eine Weile. "Es kommt dabei auf die individuellen Vorlieben und die optimale Passform an", sagt Matthias Lücke, Produktmanager beim deutschen Hersteller Sennheiser. Er beschreibt damit das grundsätzliche Dilemma: Der richtige Halt und ein hoher Tragekomfort sind höchst subjektive Kriterien.

    Das gilt vor allem für In-Ear-Kopfhörer: Die einen schwören auf sie, die anderen kommen gar nicht damit klar. "Die Kundschaft spaltet sich sehr deutlich in zwei Lager, dazwischen gibt es nicht viel", berichtet Bernhard Rietschel, Chefredakteur der Zeitschrift "Audio". Er rät, ein günstiges Modell auszuprobieren, bevor teures Geld investiert wird.

    Es sei schwierig, eine Empfehlung auszusprechen, ergänzt Jürgen Ripperger vom VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut in Offenbach. Theoretisch dichteten die In-Ears den Hörkanal komplett ab, je nach Anatomie aber eben doch nicht. Auch das Tragegefühl kann unangenehm sein, was Hobbyläufer Ugur Ofluoglu bestätigen kann. "Ich finde sie unangenehm. Aber da teilen sich die Meinungen", sagt er.

    "In-Ears sind für viele ein seltsames Erlebnis, sie isolieren komplett von der Umwelt. Das ist exakt so, als habe man Schaumstoff in den Ohren", ergänzt Rietschel. Besonders für Läufer in der Stadt ist das gefährlich: "Sie hören die Umgebung nicht, da laufen sie leicht in jedes Verkehrsmittel." Es gebe jedoch auch In-Ear-Varianten mit Silikonstück, die sich in der äußeren Hörmuschel abstützen und das Ohr nicht komplett abschirmen. "Sie sitzen dadurch locker, aber trotzdem sicher."

    Die Alternative sind Kopfhörer mit Nacken- oder Ohrbügel. Sie bieten stabilen Halt und unterscheiden sich sonst kaum von herkömmlichen Stöpseln. Die Nackenbügel sind jedoch meist nicht verstellbar - entweder ein Modell passt oder nicht. "Deshalb sollte ich die Kopfhörer am besten schon im Laden aufsetzen", rät Rietschel. Manche Bügelkopfhörer haben auch zusätzlich In-Ear-Stöpsel.

    "Natürlich spielt bei der Wahl des Kopfhörers auch die Umgebung und die Verwendung eine Rolle", sagt Matthias Lücke von Sennheiser. So fördert die Abgeschirmtheit von In-Ears im Fitnessstudio womöglich die Konzentration auf das Training, beim Laufen möchte der Sportler aber vielleicht etwas von der Umgebung mitbekommen.

    Was manche als störend empfinden, sind die Kopfhörerkabel. Dann eignet sich ein Bluetooth-Modell, das meist einen klassischen Bügel hat. Der große Nachteil: "Bluetooth-Kopfhörer klingen einfach nicht so gut wie Kabelkopfhörer", findet Rietschel. Der Funkstandard sei ursprünglich für eine stabile Sprachübertragung gedacht gewesen, dafür reiche ein enger Frequenzbereich. Musik habe aber eine Bandbreite von 15 bis 20 Kilohertz. "Im direkten Vergleich klingt sie auf einem normalen Kopfhörer mit Kabel um Lichtjahre besser." Die Übertragung sei bei Bluetooth aber generell störungsfrei.

    Nicht nur guter Halt ist wichtig, auch der Sound sollte passen. Doch auch da wird es schwierig: "Das ist ein bisschen wie eine Wundertüte", sagt Rietschel. "Der eine findet den Klang gut, der andere weniger. Sie kriegen da vielleicht ein ähnliches, aber kein gleiches Ergebnis." Die Qualität hänge stark von der Form des Gehörgangs ab.

    "Deshalb testen bei uns mehrere Leute den Sound, daraus ergibt sich dann ein sinnvolles Gesamtbild", erklärt der Chefredakteur. "Wenn mir ein Freund einen Kopfhörer empfiehlt, muss das kein entscheidender Hinweis sein. Ich sollte meine Auswahl schon auf mehrere Ohren stützen."

    Darüber hinaus sei es grundsätzlich wichtig, dass die Hörer wasserabweisend sind, damit ihnen Schweiß nichts anhaben kann, erklärt Lücke. Sie lassen sich dann auch besser reinigen.

    Auswahl an speziellen Sportkopfhörern gibt es genug: Hersteller wie Philips, Sennheiser oder JVC haben verschiedene In-Ear- und Bügelvarianten im Sortiment, die bei rund 10 Euro beginnen, aber auch mehr als 100 Euro kosten können. Ugur gibt Kopfhörern mit Ohrbügel den Vorzug, die säßen besonders gut. Damit steht dem nächsten Lauf bei guter Musik nichts mehr im Wege.

    Quelle: APA

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