Der Wörthersee, ein Geschenk der Eiszeit
Dem Wörthersee ist die jüngste Publikation des Naturwissenschaftlichen Vereins gewidmet.

Foto © NunnerBlick auf den See
Mit einer Fläche von 19,39 Quadratkilometern und einer Länge von 16,5 Kilometern ist der Wörthersee der flächenmäßig größte See Kärntens. Seine Tiefe von 85,2 Metern reiht ihn an die dritte Stelle unter den heimischen Seen. Und entgegen der Sage verdankt er seine Entstehung nicht dem mahnenden Wörthersee Mandl, sondern den Gletschern der Eiszeit. Der "Ur-Wörthersee" reichte im Osten übrigens bis Ebenthal.
"Es wurde schon so viel über den Wörthersee geschrieben, aber nirgendwo rückt die Natur in den Mittelpunkt", erklärt Wolfgang Honsig-Erlenburg, einer der Herausgeber der jüngsten Publikation des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, die Entstehung des Buches. Was den interessierten Leser staunen lässt, ist die Artenvielfalt im und um einen See, der in den vergangenen Jahrzehnten Verbauung und Tourismus zwar zugesetzt haben, die aber trotzdem viele Überraschungen birgt.
Die Schlanke Krummfühlerwanze beispielsweise, eine Wanzenrarität Mitteleuropas, kommt österreichweit nur in Kärnten vor und hat es sich im Wörtherseeraum am Lendspitz bequem gemacht. Schwimmer können im Sommer der Ringelnatter begegnen. Sie ist eine ungiftige und harmlose Wassernatter, die nie beißt, sondern sich mittels "Stinkdrüse" gegen Feinde wehrt. Der Badetourismus bedroht allerdings ihren Bestand. Bei anderen Tierarten sind gelegentlich Gefangenschaftsflüchtlinge zu sehen: Mandarinente, Moschusente oder Trauerschwan. Sonnenbarsche wurden vermutlich durch Aquarianer eingebracht.
Die Flora steht der Fauna an Kleinoden nicht nach. In einer Felssteppe bei Pörtschach blüht bereits Anfang April die geschützte Schwarz-Küchenschelle. Eine Rarität ist auch das weiß blühende Graben-Veilchen. Die Strauch-Birke konnte nur an wenigen kühlfeuchten Moorstandorten wärmere Klimaperioden überleben - darunter am Wörthersee.
Features
Frühe Bootsfahrt
Einbäume stehen weltweit am Beginn des Baues hölzerner Boote und damit des eigentlichen Schiffsbaues.
Farbenprächtiger Geselle
Eisvögel zählen zu den farbenprächtigsten Geschöpfen der Tierwelt. Über Jahrzehnte waren ihre Bestände bedroht. Heute kann der Eisvogel dank guter Zusammenarbeit von Wasserwirtschaft und Naturschutz wieder Fuß fassen. Am Wörthersee ist er als Nahrungsgast zu beobachten. Brüten kann er hier mangels geeigneter Steilwände aber nicht.
Liebling der Fischer
Der Hecht ist eine der beliebtesten Fischarten für die Angelfischerei, die am Wörthersee ständig zunimmt. Seit vielen Jahren werden im Rahmen eines längerfristigen Projekts Besatzmaßnahmen mit bodenständigen Reinanken und Hechten durchgeführt. Touristische Nutzung und Verbauung sorgen dennoch für Rückgänge beim Fischbestand.
Guter Schwimmer
Der Fischotter war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Kärnten faktisch ausgestorben. Heute besiedelt er vor allem die Drau zwischen Villach und Lavamünd. Im Bereich des Wörthersees dringt er entlang der Glan und der Glanfurt bis in das Stadtgebiet von Klagenfurt vor. Er ist sehr anpassungsfähig und ein ausgezeichneter Schwimmer.
Gefährdete Schönheit
Die Seerose bildet lang gestreckte oder knollenförmige Rhizome, über die sie im Gewässergrund verankert ist. Ihr Bestand wird am Wörthersee bereits als gefährdet eingestuft. Die erste ausführliche Kartierung der Wasserpflanzen am Wörthersee erfolgte übrigens 2007 im Auftrag des Kärntner Institutes für Seenforschung.














