Zumba: Ein Hype, der bewegt
Zumba ist der neue Trendsport. Warum es gesund ist, was daran so viel Spaß macht, was der Bewegungswissenschaftler sagt und was ein vergesslicher Kolumbianer damit zu tun hat.

Foto © Jürgen Fuchs
Zumba ist sexy, heißt es. Verschwitzte Frauenkörper, die die Hüften kreisen lassen - das mag so mancher sexy finden. Gemeint ist aber was anderes: "Lateinamerikanische Tänze sind erotisch", erklärt Instruktorin Alexandra Freidl. Und diese Tänze sind eine, nein, die Grundkomponente für den Zumba-Cocktail. Die zweite Zutat: Fitnesselemente. Und was dabei rauskommt, soll vor allem eines: Spaß machen. Und fit.
1000 Kalorien in einer Stunde Zumba verbrennen, heißt es in der Werbung - eine Werbelüge? "Bis zu 800 Kalorien sind schon realistisch", sagt Instruktorin Alexandra Freidl, "aber nur wenn man auch alles gibt". Alles mit dem ganzen Körper, denn Freidl verspricht: "Zumba bewegt dich vom Kopf bis zu den Zehen." Außerdem werde das Selbstbewusstsein gestärkt, man fühle sich schöner. Und eben sexy.
Sexy ohne Schmerzen, denn: "Muskelkater gibt's nicht", verspricht Freidl, denn die fließenden Tanzschritte sind sehr natürliche Bewegungen. Es gehe bei Zumba aber ohnehin weniger um das Körperliche, auch nicht um komplizierte Choreografien, sondern vor allem um den Spaßfaktor. Das sei auch das Besondere: "Man ist danach zwar nass geschwitzt und fertig, aber glücklich." Das kann auch eine von Freidls Schülerinnen bezeugen: "Wenn andere Fitnessgruppen aus dem Saal kommen, schlurfen sie dahin, völlig am Ende. Wir strahlen." Das liege vor allem an der Musik, der "lateinamerikanischen Herzmusik", wie Freidl sie nennt.
Salsa-Klänge
Mit der Musik hat der Zumba-Hype auch seinen Anfang genommen, durch den kolumbianischen Choreografen und Tanzlehrer Alberto Perez. Der vergaß die CD für seine Aerobics-Einheit, griff daher zu einer CD, die er im Auto hatte und improvisierte zu den Salsa- und Merengue-Klängen. Seither hat Zumba die USA im Sturm erobert und ist nun auch in Österreich angekommen.
Die Folgen regelmäßigen Zumba-Trainings (zweimal pro Woche) können sich sehen lassen: Die Haltung verbessert sich, man wird fitter und abnehmen kann man auch. So wie ORF-Jurorin Zabine, die durch Zumba 20 Kilo verloren haben soll. Das geht natürlich nur, wenn auch die Ernährung umgestellt wird, unterstreicht Freidl.
Und das hebt auch Wolfram Müller vom Zentrum für Bewegungswissenschaften (Uni Graz) hervor: "Jede intensive Bewegung erhöht den Energieverbrauch des Körpers und ist damit ebenso wichtig für den Gewichtsverlust wie eine vernünftige Ernährung." Aus Sicht des Wissenschaftlers ist Zumba für "alle gesunden Menschen, die Spaß daran haben, geeignet".
Zumba beanspruche den ganzen Körper, viele Muskelgruppen werden aktiviert, so Müller weiter - "so werden auch wichtige Muskeln für die stützende Muskulatur beansprucht, was Beschwerden durch langes Sitzen vorbeugt".
Spaß ist wichtig
Den Spaßfaktor hält Müller bei Zumba wie bei allen anderen Sportarten für den Schlüssel, um erfolgreich "dabei" zu bleiben: "Nur wenn Sport Spaß macht, bleibt der erforderliche Antrieb von innen über längere Zeit bestehen", weiß er.
Features
Zum Thema
Worum geht's?
Zumba ist eine Kombination von lateinamerikanischen Tänzen und Fitnessübungen.
Neben Salsa, Merengue und Reggaeton können auch internationale Tänze wie Hip-Hop oder Bauchtanz einfließen.
Prinzipiell ist Zumba für jedes Alter geeignet. Es gibt aber auch verschiedene Arten von Zumba: Zumbatomic ist für Kinder und sehr spielerisch. Zumba Gold richtet sich speziell an übergewichtige oder ältere Menschen. Bei Zumba Toning wird mit leichten Gewichten getanzt und Aqua Zumba findet im Wasser statt.













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