Wenn der Freizeitspaß zum Albtraum wird
Zu wenig Kondition, zu viel Ehrgeiz - das sind oft Ursachen für fatale Freizeitunfälle. Die meisten Verletzungen im Sommer gibt es beim Fußballspielen und Radfahren.

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Jährlich sterben in Österreich 84 Menschen durch Ertrinken. Rund 3600 Personen müssen nach Badeunfällen ins Spital. Wie auch bei anderen Freizeitunfällen ist hier häufig zu große Risikobereitschaft oder Überschätzung der eigenen Kräfte die Ursache. So passieren beim Wandern die meisten Unfälle bei leichteren Touren. "Viele Wanderer sind konditionell überfordert", sagt Fritz Seidl, der Landesleiter der Bergrettung Steiermark.
Fußballspielen und Radfahren
Die meisten Unfälle in der Sommerzeit passieren jedoch beim Fußballspielen und beim Radfahren. Rund 30.000 Österreicher verletzten sich 2009 beim Kicken. "Vielen wärmen nicht auf, oft führt auch Foulspiel zu Verletzungen", erklärt Klaus Robatsch, Bereichsleiter beim Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Doch auch Verletzungen bei Modesportarten wie Trampolinspringen werden verstärkt in den Unfallkliniken behandelt. Hier sind vor allem Kinder betroffen, am meisten gefährdet sind die Zwei- bis Sechsjährigen.
Selbstüberschätzung spielt bei Unfällen mit Inlineskates oder Skateboards oft eine Rolle. Zu hohe Geschwindigkeit ist auch Ursache für viele Mountainbike-Unfälle. Hier gibt es oft die schwersten Verletzungen. Sehr häufig sind Rippenbrüche oder massive Schulterverletzungen.
Joggen
Erfahrene Läufer verlegen ihre Trainingseinheiten derzeit in die Morgen- oder Abendstunden. Ansonsten sind Waldstrecken zu bevorzugen. In der prallen Sonne ist eine Kappe empfehlenswert, die man in den schattigen Abschnitten abnimmt, um den Kopf zu kühlen. Immens wichtig ist es, genügend zu trinken - aber nicht zu kalt! Eine wasserfeste Sonnencreme - eine halbe Stunde vorher aufgetragen - schützt vor Sonnenbrand.
Wandern
In den Bergen ist das Wetter der wesentlichste Faktor. Auch wenn zu Beginn der Tour die Sonne scheint, gehören Handschuhe und Haube in den Rucksack. Bei Gewittern ist eine Hütte der beste Schutz, Bäume so gut es geht meiden.
Klettern
Vor allem Klettersteige haben in letzter Zeit einen massiven Zulauf erfahren. Die Gefahrenquellen: Blitze schlagen immer wieder in die Eisenversicherungen ein und einige Sportler überschätzen ihre Leistungsfähigkeit und müssen in der Wand w. o. geben.
Weniger problematisch sieht Bergretter Seidl das Kapitel klettern: Die meisten besitzen eine passende Ausrüstung und haben eine gute Klettertechnik.
Schwimmen, Baden
Es sind die Schattenseiten der Sommerzeit: Badeunfälle. "Wenn es um Unfälle mit Kindern geht, ist es oft so, dass Eltern ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen", sagt Helmut Nestler, Landesleiter der Wasserrettung. Auch die Baderegeln würden zu wenig beachtet, etwa, dass man nicht überhitzt ins Wasser springen soll. Außerdem ist bei Badeunfällen nicht selten Alkohol im Spiel - mit oft tragischen Folgen.
Motorrad fahren
Motorradunfälle gehen oft tödlich aus, ist doch der Körper der Fahrer die Knautschzone. "Die Tendenz ist steigend", sagt Klaus Robatsch, Bereichsleiter beim Kuratorium für Verkehrssicherheit. Auffällig: Die größte Gruppe der Verunfallten ist zwischen 40 und 50. "Sie haben die Jungen bei den Unfallzahlen überholt", so Robatsch, "sie können sich schnellere Gefährte leisten oder sind oft lange nicht gefahren und aus der Übung".
Fahrrad fahren
Auch hier nimmt die Anzahl der Verletzungen zu. "Das liegt aber auch daran, dass immer mehr Leute mit dem Rad fahren", sagt Robatsch. Zu den unfallgefährdetsten Gruppen gehört jene der bis 14-Jährigen. Nur 22 Prozent der Radfahrer tragen einen Helm. Viele Unfälle gibt es aber auch beim Mountainbiken, das stark im Trend liegt.
Trampolin
Die großen Trampoline sind seit ein paar Jahren in vielen Gärten zu sehen - doch damit ist auch die Zahl der Unfälle stark angestiegen. 3000 Menschen verletzen sich jährlich in Österreich beim Springen, meist durch Zusammenstöße. "Oft ist gar kein Netz um das Trampolin oder die Tür ist offen", sagt Robatsch.
Rafting, Surfen
Das rasante Fahren über Wildwasser hat schon öfter tödlich geendet. "Hier werden die eigene Ausdauer und die Fähigkeiten überschätzt", sagt Helmut Nestler. Beim Surfen oder Segeln werde häufig der Wind unterschätzt.















