Was wurde aus dem Tretboot?
Es war der Inbegriff von Badesee-Idylle und für viele das einzig wahre Fortbewegungsmittel zu Wasser: das Tretboot. Wo fährt es noch?

Foto © Doc RaBe - Fotolia.comEin Sommer wie damals - heute noch gefragt?
Noch vor einigen Jahren gehörte das charakteristische Geräusch der quietschbunten Gefährte genauso zu den Grazer Badeseen wie das Gequake der Enten. Egal ob Familienausflug oder romantisches Treffen, gemeinsam mit den Ruderbooten waren Tretboote von Groß und Klein heiß begehrt - insbesondere die Hightech-Modelle mit Rutschen hintendrauf.
Doch nach und nach sind sie im Stadtbild untergegangen. An der Copacabana haben sie sich "nicht rentiert", sagt Günter Fugger von der Verwaltung. Auch am Hilmteich lief das Geschäft mit den Tretern nicht, vor zehn Jahren hat man sie deswegen verkauft.
Ruderboote kann man sich dort nach wie vor um 2,50 Eure die Stunde ausborgen, sie werden jetzt von "Tanzwirtschaft im Schweizerhaus"-Betreiber Rudolf Pabeschitz verwaltet.
Retrostrampler
Doch es gibt Oasen für die Grazer Pedalritter. Auf den Retrocharme von knallroten Rennautos und Modellen mit mobilen Liegestühlen setzt Karl Klink, Tretbootbetreiber vom Thalersee. Bei ihm und beim Schwarzl Freizeitzentrum wagt sich damit nach Redaktionskalkulationen die siebente Generation in die Fluten, seit das Gefährt 1810 vom Bayern Joseph von Baader erfunden wurde.
Zwölf Euro kostet eine Stunde Strampeln am Schwarzlsee, acht Euro am Thalersee. Und wenn man kräftig in die Pedale tritt und dabei eine bestimmte österreichische Limonade konsumiert, fühlt man sich, als wäre der Sommer auch wie damals.














