Was wurde aus dem Oben-Ohne-Sonnen?
Früher setzten zahlreiche Badenixen auf streifenfreie Bräune. Zumindest oben herum. Heutzutage nicht mehr. "Warum eigentlich?", fragt sich eine Leserin.

Foto © Eric Simard - Fotolia
D ie einen verzichten aus reiner Freude an der Freiheit aufs Oberteil: keine zwickenden Träger, keine kneifenden Verschlüsse . . . Die anderen, weil sie gern zeigen, was sie haben, und manche aus Überzeugung. Wie G7-Leserin Astrid Deutschmann. Sie befürchtet, dass "Oben Ohne" vom Aussterben bedroht ist. Ihrer Meinung nach ist gar die amerikanische Prüderie in die Freibäder eingezogen. Ist das so?
Erlaubt
An Verboten kann's nicht liegen, denn "Oben Ohne" ist in Grazer Freibädern erlaubt. Michael Krainer, Geschäftsführer der Holding Graz Freizeit, sieht die nackten Tatsachen ganz nüchtern: "Es gibt in den Freibädern keine Anordnung. Wenn die Leute meinen, dass sie das tun müssen, dann sollen sie es bitte tun." Andreas Steiner, Besitzer des Ragnitzbades, ist quasi der Mann am Beckenrand. Seine Beobachtungen: "Bei 150 Leuten war früher ein Drittel oben ohne. Heutzutage sind's nur noch drei oder vier Damen, die sich das trauen."
Er gibt nicht der Prüderie, sondern Sendungen wie "Germany's Next Topmodel" die Schuld. "Vielleicht trauen sich die Frauen nicht mehr, weil sie nicht dem Schönheitsideal entsprechen." Herta Pumpernig vom Institut für Etikette und Gesellschaft gibt nur zu bedenken: "Man sollte sich seiner beruflichen Position bewusst sein. Einer Lehrerin könnte es unangenehm sein, wenn sie oben ohne auf Schüler trifft."














