Radhelmpflicht für Unter-Zehnjährige
Ab Mai 2011 soll der Radhelm für Kinder unter zehn Jahren verpflichtend sein. Internationalen Studien zufolge könne das Tragen eines Helmes bis zu 80 Prozent der potenziellen Schädelbrüche und Gehirnblutungen verhindern.

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Einen Schritt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr hat Verkehrsministerin Bures am Mittwoch gemacht: Sie kündigte die Einführung einer Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren ab Mai 2011 an. Vorerst soll sie ohne Sanktionen gelten. Die Präsentation des gesamten Verkehrssicherheitsprogrammes 2011 bis 2020 führte zu teils heftigen Reaktionen von politischen Parteien und Interessensvertretern.
Eine Helmpflicht für alle forderte ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier. Er könne sich vorstellen, dass Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im öffentlichen Verkehr jedenfalls einen Helm beim Radfahren tragen müssen. "Das sollten wir ernsthaft diskutieren", so Maier.
Hart ins Gefecht gingen die Grünen mit der Verkehrsministerin. "Dass Ministerin Bures sich bei der heutigen Präsentation von einer von den Versicherungen finanziell abhängigen Organisation und von einem als besorgter Mediziner auftretenden Unfallkrankenhaus-Chef begleiten ließ, dessen 'Neben'-Funktionen und -Rollen als ÖAMTC-Vizepräsident bemerkenswert sind, sagt viel über Seriosität und Objektivität der Bures-Verkehrssicherheitspolitik", hieß es in einer Aussendung.
Starker Rückgang bei Todesopfern
"Aufklärung statt Zwang" bei der Verwendung von Radhelmen verlangte BZÖ-Verkehrssprecher Christoph Hagen in einer Aussendung und lehnte eine Radhelmpflicht für Kinder ab. Gleichzeitig sprach sich seine Partei dafür aus, auf einzelnen dreispurigen Abschnitten Tempo 160 für Pkw zu erlauben.
Der VCÖ machte darauf aufmerksam, dass bei den Radfahrern der stärkste Rückgang bei den Todesopfern zu verzeichnen ist. 2010 starben um 48,4 Prozent weniger Radfahrer als im Jahr 2000. "Gleichzeitig wurde im Vorjahr etwa doppelt so viel Rad gefahren wie vor zehn Jahren. Die Verkehrssicherheit beim Radfahren steigt, je mehr mit dem Fahrrad fahren. Das deckt sich auch mit internationalen Erfahrungen", sagte Martin Blum vom VCÖ, der eine Radhelmpflicht ablehnt.
Unterstützung erhielt die Verkehrsministerin vom Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. Der Fahrradhelm verhindere laut internationalen Studien bis zu 80 Prozent Schädelbrüche und Gehirnblutungen, meinte die Organisation.














