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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 um 13:03 UhrKommentare

Bewegen, auch wenn es wehtut

Rheuma und Sport? Kein Widerspruch, sondern eine Möglichkeit, die Lebensqualität zu erhöhen.

Aquagymnastik ist bei Rheuma die ideale Bewegung, weil durch den Auftrieb des Wassers die Belastung der Gelenke reduziert wird. Auch Rückenschwimmen tut sehr gut

Foto © Lars Christensen - Fotolia.comAquagymnastik ist bei Rheuma die ideale Bewegung, weil durch den Auftrieb des Wassers die Belastung der Gelenke reduziert wird. Auch Rückenschwimmen tut sehr gut

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Foto vergrößernGymnastik unter Anleitung eines Physiotherapeuten ist idealFoto © Eric Fahrner - Fotolia.com

Der innere Schweinehund, ohnehin ein ausgefuchstes Vieh, knurrt umso lauter, je schlechter es dem "Herrl" oder dem "Frauerl" geht. In die Welt der Medizin übertragen: Rheuma-Erkrankung und das gleichzeitige Betreiben von Sport müsste demnach ein Widerspruch in sich sein. Wem alles wehtut, der hat naturgemäß wenig Lust, sich großartig zu bewegen. "Das stimmt schon", räumt der Grazer Rheumatologe und Immunologe Winfried Graninger ein. "Der innere Schweinehund kann aber mit einer gezielten medikamentösen Behandlung, die am Anfang der Therapie steht, gezähmt werden. Und wenn der Patient die Schmerzen erst einmal im Griff hat, ist er eher bereit und auch in der Lage, mit System Sport zu betreiben."

Bewegung hilft

Wobei beim Wort "Rheuma-Erkrankung" Sprachgenauigkeit angebracht ist. Graninger: "Darunter versteht man alle Abnützungserscheinungen des Bewegungsapparates, das beginnt schon beim berühmt-berüchtigten Kreuzweh." Das sind 90 Prozent der Fälle. Bei zehn Prozent liegt eine Entzündung vor, dann spricht man von einer Arthritis. Eine dritte Krankheitsform ist die Gicht, die hauptsächlich auf falsche Ernährung (zu viel Fleisch und Innereien) zurückzuführen ist. Der Rheumatologe: "Alle Patienten, auch jene mit Entzündungen, sollten sich möglichst viel bewegen. Dadurch streichelt man die Muskulatur - und das tut dem Körper gut."

Rheumatische Entzündungen sind durch Medikamente in den Griff zu bekommen. "Ja, man kann sie dadurch stoppen", sagt Graninger, schränkt aber ein: "Ganz wegzaubern können wir sie nicht." Nach der Schmerztherapie ist eine Betreuung durch einen Physiotherapeuten besonders wichtig. Von ihm lernt man, wie man sich richtig bewegt. Graninger: "Denn durch falsche Bewegungsabläufe kann man mehr Schaden anrichten als positive Wirkung erzielen."

Gut fürs Herz

Welche Sportarten dem "Rheuma-Körper" guttun, liegt auf der Hand: Abrupte Bewegungen wie bei Tennis oder Fußball sollte man vermeiden. Alles, was die Gelenke schont, ist erlaubt: Walken, Schwimmen, Gymnastik, Radfahren. Aber auch dabei sollte die Vernunft walten. Graninger: "Falsches Brustschwimmen oder Mountainbike-Touren sind kontraproduktiv." Und noch einen wichtigen Nebeneffekt hat die Bewegung: Durch eine ständige Entzündung wird das Herz belastet. Durch gezielten Sport wird der Kreislauf angeregt, das Herzinfarktrisiko sinkt." Graninger abschließend: "Dass sich Bewegung und Rheuma-Erkrankung gut miteinander vertragen, ist keine Vermutung, sondern durch zahlreiche Studien schlicht bewiesen."

BERND MELICHAR

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Bild vergrößernDie harmonischen Bewegungen des Walkens lassen sämtliche Muskeln und Gelenke zum Einsatz kommen, das Ausdauertraining wirkt dem erhöhten Herzinfarktrisiko entgegenFoto © Alexander Rochau - Fotolia.com

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Bild vergrößernIn einer möglichst kleinen Übersetzung kann man auf dem Rad eine hohe Trittfrequenz erzeugen und so die Gelenke schonen. Vor allzu holprigen Radtouren wird aber abgeratenFoto © Jan Kranendonk - Fotolia.com





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Weiterhin ist feines Frühlingswetter kein Thema und man muss im Freien auf richtige Kleidung achten. Im späteren Verlauf des Tages sind dann sogar ein paar Regenschauer einzuplanen. Am ehesten dürften kleinere Spaziergänge oder Wanderungen gelingen.

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