Die Sonne verbrannte Rekorde
Fast 4000 laufbegeisterte Menschen haben am Sonntag den "Kärnten Läuft"-Halbmarathon von Velden nach Klagenfurt in Angriff genommen. Den Sieg sicherte sich der Kenianer Philemon Kisang, Aniko Kalovic gewann bei den Damen.
Quelle © Kleine Zeitung DIGITAL Kenianer Kisang gewinnt "Kärnten Läuft" 2010
Die "Kenia-Connection" bei den Herren hatte sich beim Aufwärmen vor dem "Schlosshotel" in Velden auf ein Rekordrennen geeinigt. Gleiches galt für die fünffache Siegerin beim Wörthersee-Halbmarathon, veranstaltet von der Kleinen Zeitung, Aniko Kalovic. Nach zehn der 21,2 Kilometer sah es ganz nach neuen Bestleistungen aus. "Kisang hatte eine Zeit von 28:50 Minuten, Aniko eine knapp über 33 Minuten", berichtete Sportchef Gerd Matuschek nach dem Rennen. Doch schon wenige Kilometer später hatte die Sonne alle Rekordträume verbrannt.
"Bei besseren Bedingungen wäre eine wesentlich schnellere Zeit möglich gewesen. Ich sage, ich wäre Rekord gelaufen", stellte der 28-Jährige aus dem 2300 Meter hoch gelegenen Eldoret, der mit 230.000 Einwohnern viertgrößten Stadt Kenias, fest. Für ihn waren es der erste Start und erste Sieg in Kärnten. "Eine Strecke mit so einem Panorama habe ich noch nie gesehen, ich fühlte mich vom ersten Schritt an wohl, genoss nur den Lauf." Und das bei fast 30 Grad in der Sonne und einem Kilometerschnitt von 2:58 Minuten. Gewonnen hat "Philo" das Rennen bei Kilometer sechs: "Da verschärfte ich für 1000 Meter das Tempo, blieb unter 2:50 Minuten, holte den entscheidenden Vorsprung."
Sensationelle Prieler
Bei den Damen lief Kalovic nach fünf Kilometern ein einsames Rennen. "Bis dahin lag ich hinter Ednah Kwambai, doch dann gab ich Gas", berichtete die 33-Jährige aus Szombathely (HUN), die ihren sechsten Sieg, mit einem Schnitt von 3:29 Minuten pro Kilometer am Wörthersee feierte. Im Ziel gab auch sie der Hitze die Schuld für eine verpasste Bestzeit: "Nach zehn Kilometern wurden die Beine schwer, die Lockerheit war weg. Es wurde richtig hart, ich verlor sehr viel Zeit."
Über 6000 Aktive waren dabei
Am Sonntag machten sich erstmals fast 4000 beim Halbmarathon auf den Weg von Velden nach Klagenfurt. Dazu nahmen noch fast 1000 Damen und Herren die 10 km von Pörtschach in die Running City in Angriff - neuer Teilnehmerrekord.
Für die Überraschung sorgte Anja Prieler. Die Viktringerin absolvierte erst den zweiten Halbmarathon ihrer Karriere, begann erst vor 2,5 Jahren mit dem Laufen, wurde trotzdem beste Österreicherin. "Ich wollte neue persönliche Bestzeit von 1:20 Stunden laufen. Doch bei Kilometer zehn versetzte mir die Hitze einen Schlag, sah ich - es geht sich nicht aus. So legte ich das Rennen auf beste Österreicherin an", erzählte die 25-jährige Studentin im Ziel. Ihr Pendant bei den Herren war Michael Schmid, der sich mit Markus Hohenwarter (LC Villach) bis 1000 m vor dem Ziel ein heißes Duell lieferte. Am Ende lag Schmid vorne: "Ich wusste, am Schluss bin ich der Schnellere." Trotzdem zeigte sich Markus zufrieden: "Die Zeit von 1:07 passt. Es war ein guter Test für die Berglauf-WM in zwei Wochen."
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Hoher Anteil an Frauen
Während über 21,1 km die Anzahl der Männer dominiert, liegt der Frauen-Anteil beim 10-km-Bewerb bereits bei fast 50 Prozent. Und das schwache Geschlecht kennt scheinbar auch seinen Körper besser. Die große Hitze forderte speziell beim Halbmarathon seine Opfer. Der Anteil der Damen war kleiner, da sie weniger ehrgeizig sind, mehr auf ihren Körper hören.















