Kleine Biker auf großer Fahrt
Spielerisch sollen sie sein und altersangepasst, vielseitig und phantasievoll: Radtouren mit Kindern. Wir präsentieren die schönsten Family-Touren Österreichs, dazu gibt's wertvolle Tipps, wie man mit kleinen Bikern stressfrei auf große Fahrt gehen kann.

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Sommerzeit ist Ausflugszeit und gerade Fahrradtouren sind eine wunderbare Gelegenheit für Eltern und Kinder, miteinander Zeit zu verbringen, Spaß zu haben und sich auch noch an der frischen Luft zu bewegen. Damit aber wirklich alle Familienmitglieder Freude an der sportlichen Unternehmung haben und der Radausflug zu einem positiven Erlebnis für alle wird, gilt es, einige Dinge zu beachten.
Kombitouren
"Das Wichtigste ist, dass die Distanz und Schwierigkeit der Tour dem Alter, der Entwicklung und auch den Interessen und der Persönlichkeit der Kinder entsprechen muss", erklärt Sandra Simon, Veranstalterin von Jugendcamps, Kinderkursen und geführten Touren für alle Altersgruppen. "Leistungsorientierte Charaktere wollen gefordert werden, spaßorientierte wollen Abwechslung und Fun." Mitentscheidend für den Spaßfaktor sind schon die Planung und die Auswahl der Tour: Ideal sind Strecken, die je nach Lust und Laune verlängert oder verkürzt werden können. Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters sind am besten beraten, wenn sie Kombitouren auswählen, auf denen Lift, Bahn oder Schiff den jüngeren Teilnehmern einen Teil der Kilometer abnehmen oder es die Möglichkeit einer Zusatzschleife für die Älteren gibt, während die Jüngeren bei einem Gasthof bereits pausieren können.
Wer schafft was?
- zwischen 6 und 8 Jahren: kurze Touren (10 – 20 km) mit wenigen Höhenmetern
- zwischen 9 und 12 Jahren: mittlere Touren (20 – 30 km) mit nicht zu langen/vielen Steigungen
- zwischen 13 und 15 Jahren: längere Touren (30 – 50 km), wenn es eine gemütliche Tagestour werden darf
Der gängige Tipp, Radausflüge mit Kindern dürften nicht zu lange sein, ist also nur bedingt gültig. Kinder können oft mehr, als man ihnen zutraut, tatsächlich dürfen sie weder unter- noch überfordert werden. "Es gibt so große Unterschiede hinsichtlich der Belastbarkeit und des Talents von Heranwachsenden. Eltern müssen lernen, ihre Kinder richtig einzuschätzen und sie auch ernst zu nehmen. Wenn über zu große Anstrengung oder zu wenig Freude geklagt wird, darf man das nicht als lästiges Jammern abtun", mahnt Simon. Stattdessen könne man zum Beispiel ruhig auch einmal ein Zugseil verwenden, stellen doch speziell Steigungen – allein schon aufgrund der Diskrepanz zwischen dem Gewicht des Kindes und jenem des Fahrrades – eine besondere Herausforderung für junge Radler dar.
Was muss mit auf die Tour?
Die Auswahl, was an Ausrüstung und Material alles mit muss auf die Kids-Tour, betrifft bereits die Verpflegung: Grundsätzlich empfiehlt es sich, nicht ausschließlich auf Raststationen entlang des Weges zu vertrauen, sondern auch selbst etwas zu essen und zu trinken mitzunehmen. "Gerade Kinder vergessen aber oft aufs Essen und erst recht aufs Trinken. Man muss sie also wirklich daran erinnern", hat Simon im Laufe ihrer Kinder- und Jugendcamps gelernt. Denn selbstverständlich brauchen auch die Jungbiker genau wie die Erwachsenen einen regelmäßigen Energienachschub.
Weiters gehören luftige Kleidung, ausreichender Sonnenschutz, eine Sonnenbrille, aber auch eine Jacke bzw. Regenschutz zur Grundausstattung. Was das Rad selbst betrifft, ist Verkehrstüchtigkeit allein zu wenig. Auch wenn Kinder rasch wachsen, sollten sie nur mit wirklich zu ihrer Größe passenden Drahteseln fahren, die sie auch technisch beherrschen: Sechsjährige mit einem Mehrgangrad auf die Reise zu schicken, dessen Schaltung sie mangels Verständnis nie benützen, macht ebenso wenig Sinn, wie sportliche Zwölfjährige mit einem Dreigangrad auf flachen Passagen um ihr Leben strampeln zu lassen. Leichtgängige und wirksame Handbremsen sind ein Muss, scharfkantige Teile hingegen tabu.
















