Zelt aufstellen ist keine Kunst mehr
Ein eigenes Thema ist beim Outdoor-Camping natürlich der Transport – und auch hier hat Gert Hagen Tipps parat, wie man eine einfache Campingausrüstung sicher und problemlos transportieren kann. "Wichtig ist: Was trocken bleiben soll, muss entsprechend verpackt werden. Ein nasser Schlafsack, ein feuchtes Zelt, nasse Bekleidung sind da sehr unangenehm. Daher empfiehlt es sich, diese Ausrüstung wasserdicht zu verpacken. Wasserdichte Säcke sind im Fachhandel in allen Größen erhältlich – aber zur Not tut?s auch ein gut verschlossener Müllsack. Und wenn Schlafsack und Zelt zusätzlich noch mit Gurten zusammengezurrt werden, so spart das Platz und macht den Transport auf dem Rad oder auch beim Marschieren noch einfacher."
Besseres Material
"Einfach" ist gleich ein gutes Stichwort: Menschen, die vor zwanzig, dreißig Jahren zum letzten Mal campiert haben, verbinden das heute oft noch mit komplizierter Puzzlearbeit beim Zeltaufbau – und mit relativ wenig Komfort beim Übernachten. Tatsächlich aber hat sich gerade bei diesen beiden Faktoren sehr viel zum Besseren verändert: Die Materialien für die Zelte sind leichter und atmungsaktiver geworden, das Aufstellen benötigt in der Regel auch für ein großes Einfamilienzelt nicht länger als 15 bis 20 Minuten. "Luftbetten" sorgen mittlerweile für einen ausgezeichneten Schlafkomfort und auch beim Kochen gibt es viele Neuentwicklungen, die den Komfort beim Campieren wesentlich verbessert haben.
Direkte Frage an den Profi: Wie kompliziert ist es heute, ein modernes Zelt aufzustellen? "Na, das ist ganz einfach", sagt Gert Hagen, "die meisten Zelte haben farblich markierte Zeltgestänge, die an den ebenfalls markierten Zeltteilen angebracht werden. Wesentlichste Erneuerung zu früher ist, dass die Gestängeteile durch eine Gummischnur miteinander verbunden sind. Es gibt also kein lästiges Suchen mehr, welche Teile da überhaupt zusammengesteckt werden müssen. Auch Innen- und Außenzelte sind in der Regel bereits verbunden, so dass nach dem Einfädeln der Gestänge das Zelt aufgebaut ist und nur mehr die Zeltheringe mit den Spannleinen zur Verspannung eingeschlagen werden müssen."
Angebot - ja oder nein?
Gerade bei Zelten gibt es immer wieder "sensationelle Angebote" im Supermarkt. Heißt es da generell "Hände weg" oder gibt es ein paar Tricks, wie man gerade bei Zelten oder Schlafsäcken auch als Laie eine einfache Qualitätsprüfung machen kann? "Das ist nicht so einfach. Wie gesagt: Das Zelt soll aus Innen- und Außenzelt bestehen, eine vernünftige Wassersäule haben, Gestänge aus Aluminium, Größe und Gewicht sollen dem Verwendungszweck entsprechen. Beim Schlafsack ist ein gewisses Füllvolumen wichtig, Packgröße und Temperaturbereich sollten berücksichtigt werden, Materialien von Innen- bzw. Außenstoff usw. Mein Tipp: Der einfachste und sicherste Weg ist eben doch der ins Sportfachgeschäft." Man könnt es so sagen: Der geschulte Berater dort ist sozusagen der "Rezeptionist", der sich wirklich genau auskennt im "Hotel Natur" ...
Features
Das muss mit auf die Campingtour
- Zelt (Trekkingzelte für zwei Personen gibt's in akzeptabler Qualität ab 80 Euro, richtige gute ab ca. 200 Euro)
- Schlafsack (für den Süden reicht dünne Füllmenge, für kältere Regionen mehr Füllung, ab 40 Euro)
- Isoliermatte (gibt's auch selbstaufblasend)
- Campinggaskocher
- Trekkinggeschirr
- Taschenlampe/-messer
- Rucksack und/oder Packtaschen fürs Bike
- Wechselkleidung
- Erste-Hilfe-Set
- Kompass/GPS/Karten
- Waschzeug
- Proviant/Trinkflasche
- Feuerzeug/Streichhölzer
- Handy/Geld/Ausweis














