Sicher im Sattel & starkes Rückentraining
Dass man sich für die ersten Gehversuche im Reitsport unbedingt einem Experten anvertraut, das ist in erster Linie eine Frage der Sicherheit. Und auch, dass man nach Abschluss der Longestunden noch einige Zeit ausschließlich in der Halle oder auf der Wiese unter Aufsicht an seinen neu gewonnenen Fertigkeiten feilt, etwa das Reiten ohne Steigbügel lernt, bevor man zum ersten Mal ins Gelände ausreitet. "Es kann bei Ausritten immer zu unvorhersehbaren Situationen kommen, man kann zum Beispiel einen Steigbügel verlieren. Da heißt es dann, richtig reagieren zu können. Dass das Reiten laut Statistik eine relativ unfallträchtige Sportart ist, hat schon viel damit zu tun, dass sich die Leute zu früh zu viel zutrauen", sagt unser Esperte.
Helmkauf
Beim Kaufen unbedingt auf die CE-Norm achten – Billigangebote ohne Prüfzeichen sollte man lieber vergessen.
Ein Blick in die Unfallstatistik offenbart übrigens auch, dass die Zahl der Kopfverletzungen im Reitsport überdimensional hoch ist. Ein guter Reithelm ist daher absolute Pflicht – und zwar für alle Reiter, vom Anfänger bis zum Profi. Der manchmal zu sehende saloppe Cowboyhut beim "Westernreiten" lässt Riedl jedenfalls erschaudern: "Ein guter Helm kostet rund 40, 50 Euro. Das sollte einem die Gesundheit doch Wert sein!"
Zweitwichtigstes Utensil sind die Schuhe. Sind diese falsch geformt, oder ist zum Beispiel die Sohle zu dick, dann kann man sich mit dem Steigbügel verhaken. Keine erstrebenswerte Vorstellung. Aber auch da gilt: Kein geprüfter Reitlehrer wird vergessen, das Schuhwerk seines Schützlings zu checken. Mit richtigen Reitstiefeln ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite. Der Rückenschutz fällt für erwachsene Reiter unter "empfehlenswert" – Kinder und Jugendliche sollten aber keineswegs darauf verzichten, weil die Wirbelsäule im Wachstum noch verletzlicher ist. Und um die Grundausrüstung zu komplettieren: Wer keine aufgeriebenen Schenkel haben und auch für rutschfesten Sitz im Sattel sorgen will, besorgt sich möglichst bald eine spezielle Reithose mit Ledereinsätzen. Zumindest nach dem ersten Schnuppern, denn für den Start kann man die Ausrüstung bei vielen Reitställen und -clubs auch leihen.
Starkes Rückentraining
Auch nicht unwichtig zu wissen: Übermäßig fit muss zwar kein Reiter sein – aber wer dann diesen Sport regelmäßig ausübt, der wird es garantiert. Reiten trainiert nämlich Koordination, Ausdauer, Kraft und im Fortgeschrittenenstadium auch die Reflexe. Und zwar in einer Vielseitigkeit, wie es nur wenige Sportarten vermögen. "Vor allem für die Körpermitte und den Rücken ist es auch ein tolles Training", weiß Harald Riedl – das Volksleiden Rückenschmerzen kennen Reiter/-innen nur vom Hörensagen. Nur wer wirklich schon vorgeschädigte Bandscheiben hat, sollte vorsichtig sein und vorm Einstieg in die Reiterei einen Sportmediziner befragen. Für alle anderen gilt: "Aufsitzen!"
Features
Fakten
Das Reiten wurde in den letzten Jahren in Österreich zunehmend von den Tourismusanbietern entdeckt, was den Vorteil hat, dass es in fast allen Bundesländern schon Hunderte Kilometer schöne und gepflegte Reitwege gibt. Auch am Kartenmaterial mangelt es nicht, solches wird meist bei den Tourismusbüros der Länder bereitgestellt. Aber auch viele private Anbieter sind auf den reitenden Touristen spezialisiert.
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Der Experte
Harald Riedl war Olympiastarter (2004 in Athen), vielfacher WM- und EMTeilnehmer und dreimaliger österreichischer Meister im Vielseitigkeitsreiten, arbeitet als Reitlehrer und -trainer im Reitstall Schloss Pichlarn.
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