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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 13:00 UhrKommentare

Wie man durch die Kälte kommt

Kaltluft aus dem Norden bestimmt derzeit das Wetter in Österreich. Die Temperaturen sind vor allem in der Früh sibirisch kalt. Worauf man bei diesem Wetter achten sollte.

Wind lässt die tiefen Temperaturen noch kälter erscheinen

Foto © APWind lässt die tiefen Temperaturen noch kälter erscheinen

Ab einer Außentemperatur von minus fünf Grad besteht die Gefahr von Kälteschäden an Händen und Gesicht. Wind macht tiefe Temperaturen erst richtig gefährlich: Bei zu wenig Bekleidung und Bewegung drohen schon ab dem Gefrierpunkt gefährdete Körperteile in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Aber etwas Hausverstand reicht, um die Kältewelle gut zu überstehen: Warm angezogen und fett eingeschmiert kann man sibirisches Winterwetter nicht nur vor dem Ofen genießen.

"Kein Grund, um nicht nach draußen zu gehen"

"Kälte ist kein Grund, um nicht nach draußen zu gehen", sagte Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes und Notfallmediziner am Wiener AKH, im APA-Gespräch. Für Erwachsene gelte: auf den eigenen Körper hören und wenn man merkt, dass einem kalt wird, ins Warme zurück. "Auch Sport ist möglich, aber mit Augenmaß", so Schreiber. Wer etwa Ausdauersport im Freien betreibt, sollte darauf achten, dass seine Atemfrequenz im Normalbereich bleibt. Kälte kann sonst die Bronchien schädigen.

Gefährlicher ist sehr kaltes Wetter für sehr kleine Kinder. Ein im Kinderwagen liegendes Baby kühlt viel schneller aus als jene erwachsene Person, die schiebt und sich dabei bewegt. "Kleine Kinder sind der Kälte so ausgeliefert, wie sie geschützt sind." Deshalb sei es wichtig, die Verweildauer im Freien an die tiefen Temperaturen anzupassen. "Es ist sicher nicht vernünftig, jetzt mit einem Zweieinhalbjährigen im Rückentragegestell eine Skitour zu unternehmen", warnte Schreiber vor stundenlangen Aufenthalten draußen.

"Gegen eine gute halbe Stunde Spaziergang ist aber auch bei minus zehn Grad nichts einzuwenden, vorausgesetzt, die Kinder sind geschützt", so der Mediziner. Das bedeutet neben ausreichend Kleidung auch die Verwendung von Fettcremes an exponierten Stellen wie Gesicht und Händen. Handschuhe, Haube sowie ein über Mund und Nase gezogener Schal gehören jetzt unbedingt dazu.

Was man nicht vergessen sollte: "Sonne wirkt bei Kälte genauso wie bei Hitze, nur spürt man es nicht sofort", betonte der Notfallmediziner. "Kinder wie Erwachsene sollten jetzt im Freien geeigneten Sonnenschutz verwenden, im Schnee gilt das doppelt."

Beim Skifahren oder Snowboarden ist ungeschützte Haut durch Kälte, Fahrtwind, UV-Strahlung und Schwitzen besonders dem Risiko von Kälteekzemen, oberflächlichen Erfrierungen und Gefäßschäden ausgesetzt. "Minus zehn Grad fühlen sich für die Haut durch den sogenannten Windchill bei 20 km/h Fahrtgeschwindigkeit wie minus 21 Grad an, bei 60 km/h sinkt der Wert sogar auf minus 35 Grad", sagte der Wiener Dermatologen Sebastian Reischle. Hier hilft Kälteschutz in Form einer fettreichen Emulsion ohne Wasser.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat eigene Tipps parat: "Wegen der Kälte ist die Krankheitsanfälligkeit im Februar sehr hoch. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf Qi-Aufbau, um das Immunsystem zu stärken", erklärte die Wiener TCM-Expertin Wen Shi Chun. Empfehlenswerte Lebensmittel seien Huhn und Rindfleisch, Ginseng, Ingwer, rote Datteln, Fisolen, Yamswurzel, Klebereis, Honig, Walnüsse, Bärlauch, Sesam, Garnelen, Shrimps und Eier.

Die gute Nachricht: Kälte kann das Altern verlangsamen. Forscher an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) haben die Kältestarre der dsungarischen Zwerghamster untersucht. Tiere, die sich häufig so vor Kälte schützten, besitzen längere Telomere. Je länger diese Endstücke der Chromosomen sind, die die Zellalterung beeinflussen, desto höher ist die Lebenserwartung.


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