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    Zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 um 10:56 UhrKommentare

    Im Gelände nur mit Helm reiten

    Reiten im Gelände – das ist absolute Freiheit und Naturverbundenheit zugleich. Ganz ungefährlich ist es jedoch nicht und schwerere Verletzungen sind nicht selten.

    Beim Reiten sollte man besondrs auf Sicherheit achten

    Foto © APABeim Reiten sollte man besondrs auf Sicherheit achten

    Für rund 5.000 Menschen endete der Reitausflug im Jahr 2008 mit einer so schweren Verletzung, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Etwa zwei Drittel der Verletzungen (68%) passierten infolge eines Sturzes vom Pferd, mehr als ein Viertel (28%) bei Zusammenstößen mit z.B. Ästen, Zäunen oder dem Tier, z.B. weil dieses ausgeschlagen hat. Vor allem Mädchen und Frauen sind Reitfans, das zeigt sich auch in der Statistik: Acht von zehn Verletzten waren Frauen. "Aufgrund der Fallhöhe bei Stürzen kam es mit 62 Prozent aller Verletzungen am häufigsten zu Knochenbrüchen, zwölf Prozent der verletzten Reiter erlitten eine Gehirnerschütterung. Das ist doppelt so viel wie beim Schifahren oder Snowboarden", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

    Kopfverletzungen besonders häufig

    Reiten ist nach dem Schwimmsport jene Sportart mit den meisten Kopfverletzungen: Rund ein Viertel aller Blessuren betraf den Kopf. Bei Reitern, die keinen Helm trugen, erlitt jeder Dritte eine Kopfverletzung; bei Reitern mit Helm war es jeder Fünfte. "Der Reithelm kann nicht alle Kopfverletzungen verhindern. Er ist aber unbedingt empfehlenswert, denn er verringert das Risiko schwerer Schädel-/Hirnverletzungen deutlich", sagt Dunzendorfer.

    Mehr als ein Drittel der verletzten Reiter war beim Unfall ohne Helm unterwegs. "Die Helmtragebereitschaft im Reitsport muss weiter zunehmen. Bei einer Schulterhöhe der Pferde von bis zu 160 cm kann die Fallhöhe für den Reiter lebensgefährlich werden", warnt Dunzendorfer.

    Nur gut ausgebildet ins freie Gelände

    Die häufigsten Unfallursachen sind der Kontrollverlust über das Pferd und hohe Geschwindigkeiten, wenn das Pferd durchgeht. Wer nicht weiß, wie Pferde sich verhalten oder zu wenig Übung im Reiten hat, setzt sich einem unnötig hohen Unfallrisiko aus. "Die Ausbildung sollte nur mit einem Reitlehrer erfolgen", betont Dunzendorfer. Bevor man sich in freies Gelände wagt, absolviert man am besten den Reiterpass des Bundesdachverbands für Reiten und Fahren in Österreich (FENA). Dieser bescheinigt, dass der Reiter in der Lage ist, mit dem Pferd richtig umzugehen. Vielfach gilt der Reiterpass als Nachweis für das Ausleihen von Pferden.

    Vorsicht beim Reiten im Straßenverkehr

    Das Reiten im Straßenverkehr ist laut StVO erlaubt, sofern es keinen Reitweg gibt. Anfänger dürfen allerdings nicht auf öffentlichen Straßen reiten, Kinder unter 16 Jahren nur in Begleitung Erwachsener. Reitet man auf der Fahrbahn, muss man sich stets rechts halten und sich an die StVO halten. "Wichtig ist auch, dass man gut abwägt, ob das Pferd für den Straßenverkehr geeignet ist. Pferde, die bei lauten Geräuschen oder sich nähernden Fahrzeugen, scheuen, sollten nicht in diese Situation gebracht werden", sagt Dunzendorfer. Auf die Straße sollte man sich generell nur wagen, wenn es sich nicht vermeiden lässt.


    Fakten

    Wichtig ist, dass der Helm der ÖNORM EN 1384 entspricht und einen Drei- bzw. Vierpunkt-Riemen hat. Beim Reiten im Gelände und beim Springen sollte eine Schutzweste getragen werden, die zum Schutz des Oberkörpers dient. Die Schutzweste muss der ÖNORM EN 13158 entsprechen.

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