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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2009 um 15:16 UhrKommentare

Koordinationstraining mit Spaßfaktor

Sport-Spiele auf der grünen Wiese haben im Sommer Hochsaison: Federball oder Indiaca, Boule oder Kubb, Frisbee oder Bumerang lassen sich fast überall spielen. Slacklining ist nichts für Ungeübte.

Foto © AP

Die notwendigen Utensilien sind erschwinglich und leicht zu transportieren. Der Nutzen solcher Spiele ist vielfältig: Sie sind kommunikativ und haben einen hohen Unterhaltungswert, gleichzeitig dienen sie der körperlichen Fitness.

"Sie werden an der frischen Luft ausgeübt, sind mit mehr oder weniger intensiver Bewegung verbunden und schulen vor allem die Koordination", fasst Theodor Stemper, Sportwissenschafter an der Universität Wuppertal, zusammen. Gleichzeitig ist das Verletzungsrisiko gering. Wir haben die wichtigsten Spiele zusammgenfasst:

Tennis und Co.

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Foto © Reuters

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Bei Softball, Federball und Tischtennis kommt es vor allem darauf an, mit der Fläche eines Schlägers einen Ball zu treffen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. "Das trainiert alle Arten von Koordination", erläutert Stemper. Bei moderater Spielweise werden Kreislauf und Gelenke nur mäßig beansprucht. "Wird jedoch sehr herausfordernd gespielt, so ist mehr Kondition gefordert."

Eine Steigerung der klassischen Rückschlagspiele mit Schlägern ist Indiaca: Der Ball muss mit der wesentlich kleineren Handfläche getroffen werden, die zudem nicht immer gleich gehalten wird. Das erfordert Technik und Übung. Voraussetzung für alle Rückschlagspiele ist eine ebene Fläche. Sie sollte möglichst frei von Stolperfallen wie Wurzeln oder Erdlöchern sein.

Boccia und Boule

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Foto © APA

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Unter den Zielspielen ist Boccia mit Abstand am bekanntesten. Varianten sind das französische Boule und nordische Spiele wie Kubb. Gemeinsam ist ihnen: Kugeln werden auf einer möglichst ebenen Fläche - zum Beispiel auf Sand, Rasen oder festgestampftem Boden - so gerollt, dass sie ein bestimmtes Ziel treffen. "Beim Kauf der Geräte sollte man das Material der Kugeln im Blick haben", empfiehlt Ulrich Brodowski, Produktmanager beim Versandhandel Sport-Thieme. Eine preiswerte Kunststoffkugel mit Sandfüllung habe ein ganz anderes "Schussverhalten" als eine Stahlkugel oder eine Holzkugel.

Auch bei Zielspielen werden vorrangig Koordination und Geschicklichkeit, aber auch Konzentrationsfähigkeit geschult. "Als Gesundheitssport schlechthin kann man diese Spiele nicht bezeichnen. Aber: Wenn der Rücken gesund ist, ist nichts dagegen einzuwenden", sagt Michaela Hombrecher von der Techniker Krankenkasse in Hamburg. Letztlich sei jede Bewegung besser als keine Bewegung.

Frisbee und Bumerang

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Foto © Flickr/dotbenjamin

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Im Zuspiel eingesetzt, trainieren Wurfteller, Bumerang und Co. vor allem die Koordination. Bei ambitionierten Werfern werden sie jedoch schnell sehr laufintensiv und sind gute Trainingsmöglichkeiten für Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft. Traditionelle Wurfscheiben bestehen aus festem Kunststoff. "Eine Standardscheibe hat einen Durchmesser von 21 oder 22 Zentimetern und wiegt etwa 140 Gramm", sagt Brodowski.

Leichtere Scheiben gelten als trickwurftauglicher, sind aber auch windempfindlicher. Schwere Scheiben lassen präzisere Würfe zu, sind weniger empfindlich, erfordern aber auch mehr Kraft beim Werfen. Wesentlich langsamer als Wurfscheiben sind weiche Nylonteller, die mit einem Bleiband stabilisiert werden. "Wird viel auf hartem, möglicherweise asphaltiertem Untergrund gespielt, so scheuert dieser Rand leicht auf", warnt Brodowski.

Am meisten Koordinationsfähigkeit erfordert der hakenförmige Bumerang. Er hat jedoch einen großen Nachteil: "Die Drehung des Hakens lässt sich kaum berechnen", sagt Sportwissenschaftler Stemper. Entsprechend hoch ist die Verletzungsgefahr für denjenigen, der fangen will - aber auch für unbeteiligte Passanten.

Training für das Gleichgewicht

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Foto © www.einradladen.net

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Pedalo-Treten und Stelzen-Laufen sieht einfacher aus, als es ist. Mit diesen Geräten kommt nur vorwärts, wer gut das Gleichgewicht halten kann. Muskeln und Nerven müssen optimal zusammen spielen. "Einsteiger können mit Dosenlaufen beginnen", sagt Stemper. "Umgekehrt sollten sich nur gut trainierte Sportbegeisterte ohne Gelenkprobleme an Stelzen auf Federn, sogenannte Poweriser, wagen", rät er.

Trendsport Slacklining

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Foto © AP

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Zwischen zwei stabilen Bäumen wird in Kniehöhe ein schmaler Gurt gespannt und mit Hilfe einer Ratsche befestigt - fertig ist die sogenannte Slackline. Dann beginnt der Balanceakt. Anders als der Schwebebalken federt das Band nach. Beim "Slacklining" ist daher ein dynamisches Gleichgewicht Voraussetzung. Und wenn der Fuß mal daneben tritt, ist Beweglichkeit und geschicktes Abfangen oder Abrollen gefragt. "Slacklining ist nur etwas für körperlich trainierte Leute", bilanziert der Sportwissenschaftler Theodor Stemper. Und auch die sollten sich anfangs an der Hand eines Begleiters festhalten.






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