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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2009 um 11:26 UhrKommentare

Fasten: Körperliche und seelische Wohltat

Enthaltsamkeit hat positiven Effekt auf die Psyche. Solange sich die Idee im Alltag nicht verselbstständigt.

Foto © APA/Andreas Gebert (Symbolbild)

40 Tage lang kein Alkohol, nichts Süßes oder weniger Rauchen: Zur Fastenzeit schießen die guten Vorsätze beinahe wie Schwammerln aus dem Boden. Welchen Nutzen die selbst gewählte Abstinenz abseits des religiösen Faktors hat, erläuterte Cornel Binder-Krieglstein vom Berufsverband Österreichischer Psychologen (BÖP) im Gespräch mit der APA. Die Hauptsache sei jedenfalls, sich selbst etwas zu beweisen und so zu stärken. Im Alltag überhandnehmen sollte der gute Wille aber nicht.

Motivationsgründe. Prinzipiell gehe es beim Fasten immer um Verhaltensänderungen - "und die sind das schwerste überhaupt", so Binder-Krieglstein. Aus psychologischer Sicht könne man zwei Motivationsgründe dafür unterscheiden: zum einen das Ideal, dem man nachkommen möchte, und zum anderen den schlichten Willensbeweis. Klar sei jedoch, dass zum gewählten Thema eine gewisse Affinität vorhanden sei, meist handle es sich um gesundheitsschädliche Dinge, die mit einem "Das sollte ich nicht tun"-Gefühl gekoppelt sind, erklärte der Psychologe.

Positiver Effekt. Der Effekt, den das Fasten mit sich bringt, ist für die Psyche prinzipiell positiv. "Man weiß dann: Ich kann ein Vorhaben umsetzen und habe die Befähigung, tiefe Gelüste im Zaum zu halten", sagte Binder-Krieglstein. So werde das Selbstbewusstsein gestärkt. Die Zeit des Fastens könne man auch für einen Reflexionsprozess nutzen und prüfen, wie lange man die Enthaltsamkeit durchhält bzw. ob und wie man den Verzicht auf das abendliche Glas Wein, die Tafel Schokolade oder die Zigarettenpause kompensiert.

Kontrolle behalten. Im Alltag verselbstständigen sollte sich die Idee aber trotz allem positiven Nutzen nicht: "Wenn das Thema Dominanz im täglichen Leben bekommt, wenn man zum Beispiel den ganzen Tag darüber nachdenkt, was man isst und Kalorien zählt, dann beeinträchtigt das den Alltag. Das Verhalten lässt sich dann nicht mehr abstellen und man misst ihm zu viel Gewicht bei", warnte der Psychologe. "Man muss selbst die Kontrolle über das Essen haben und nicht umgekehrt", fügte er hinzu.

Nicht aufgeben. Hält man seinen Vorsatz nicht durch, ist in Trauer zu verfallen und zu glauben, dass man es eben nicht schafft, der falsche Weg. Besser wäre es, das Vorhaben erneut in Angriff zu nehmen und es beim zweiten Versuch einfach anders anzugehen. Nur weil man einmal gescheitert sei, bedeute das schließlich nicht, dass etwas prinzipiell nicht möglich sei, betonte der Experte.






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