Volle "mentale Kraft" voraus durch den See
27-jähriger Student aus China durchquerte vier Grad kalten Wörthersee.

Foto © PhinoYi Yang
Was hat der Klagenfurter BWL-Student Yi Yang seit Sonntag mit Mao Zedong gemein? Beide haben spektakuläre Schwimmleistungen vollbracht. Mao schwamm noch mit fast 80 kilometerweit durch den Gelben Fluss. Yi Yang querte den Wörthersee hin und her, zwar mit jugendlichen 27 und "nur" 2,8 Kilometer zwischen Krumpendorf und Sekirn - aber bei vier Grad Wassertemperatur. Würde es stimmen, dass man nur so viele Minuten überlebt, wie das Wasser kalt ist, dann hätte Yi Yang 20 Mal sterben können während seines 80-Minuten-Trips.
Rekordbrecher.
Vor 100 Zuschauern stürzte sich der Mann aus der Provinz Henan Sonntag um 15.39 Uhr in den See, den er "Wo Er Te Hu" nennt. In wasserdicht verklebten Handschuhen, Füßlingen, Haube und Badehose wollte er den "europäischen Rekord im Winterschwimmen" brechen. Ob das geklappt hat, ist unklar, aber Sieger der Österreich Open in der Disziplin dürfte er jetzt sicher sein.
Trainiert.
Am 28. Dezember hatte sein Training für Riesenaufregung gesorgt, als Augenzeugen ihn für einen Selbstmörder hielten und die Rettung alarmierten. Damals holte ihn die Feuerwehr aus dem Wasser - zu seiner eigenen Überraschung. Sein gestriges Abenteuer hatte er den Behörden angekündigt. Deshalb stand vorsichtshalber ein Polizeihubschrauber mit Rettungstaucher am Flughafen in Bereitschaft.
Blau gefroren.
Mit der Aktion wollte Yi Yang seine "mentale Kraft" unter Beweis stellen. Das hat funktioniert, auch wenn er hinterher und blau gefroren nicht in der Lage war, das vorher angekündigte Interview zu geben.
Abgeholt.
Während die Zuschauer über Sinn und Unsinn solcher Heldentaten stritten, hielt Notarzt Dieter Kopper fest: "Bei so etwas kann die Körpertemperatur auf 35 Grad fallen und die Gefahr von Herzkammerflimmern entstehen. Man sollte ihn 24 Stunden beobachten."
Statt dessen holten ihn Freunde im vorgeheizten Mini-Van ab.














