WALTER RÖHRL TESTETDer VW T-Roc ist ein Auto, von dem man spricht

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den VW T-Roc.

Fesche Burschen: Walter Röhrl und der VW T-Roc © OLIVER WOLF
 

Logisch lässt sich der Trend der SUV-Coupés nicht erklären. Sie sind wegen des gekappten Hecks unpraktischer als ihre Kollegen, bieten weniger Platz und die Rundumsicht ist meist auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber sie sind Willhaben-Produkte, die Kunden in die Schauräume locken, weshalb auch kaum ein Hersteller mehr auf diese kessen Cross-over im Programm verzichtet.

VWs erster Streich in diesem Segment ist der T-Roc. Bei unserem Testwagen in gar dezentem „White Silver“ und ohne das Dach in Kontrastfarbe fällt es nicht so auf, aber das SUV-Coupé ist ein Volkswagen, nach dem man sich umdreht. Und weswegen man auch das eine oder andere Mal auf der Straße angesprochen wird. Das bestätigt übrigens auch meine bessere Hälfte. Als die ersten Bilder des T-Roc aufgetaucht sind, hat meine Frau Monika sofort gesagt: „Das Auto möcht ich haben. Das wär doch etwas für mich.“

Modellvorstellung: VW T-Roc

VW parkt den neuen T-Roc ab November im Segment der kompakten SUV unterhalb des Tiguan ein. In der Front ist er zu erkennen an der breiten Kühlergrilleinheit mit integrierten Doppelscheinwerfern und der ausgelagerten Lichtsignatur.

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Die Linienführung wird unterstrichen von einer Chromspange, die sich von den A-Säulen über die komplette seitliche Dachlinie bis in die C-Säule hineinzieht und formal an ein Coupé erinnert. Den Offroad-Look verstärken umlaufende, dunkle Kunststoff-Applikationen.

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Der Allrounder ist das erste SUV der Deutschen, das in einer Zweifarb-Lackierung mit optisch abgesetzter Dachpartie (inkl. der A-Säulen und der Außenspiegelgehäuse) bestellbar sein wird.

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Neben der adaptiven Fahrwerksregelung und der Progressivlenkung werden auch die elektrische Betätigung der Heckklappe und das schlüssellose Schließ-und Startsystem „Keyless Access" angeboten.

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Die Cockpit ist horizontal gegliedert. Optional ersetzen volldigitale Instrumente die klassischen Rundinstrumente, die mit dem jeweiligen Infotainmentsystem im Armaturenbrett in eine von links nach rechts durchlaufende Dekorblende integriert sind.

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Je nach Ausstattung ist diese Applikation dunkel gehalten oder in einer Kontrastfarbe lackiert, die wiederum mit dem Trim der Sitze korrespondiert. Die farbigen Applikationen finden sich ausstattungsabhängig zudem in den Türverkleidungen wieder.

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Sind alle fünf Plätze besetzt, ergibt sich bei Beladung bis zur Oberkante der Rücksitzlehne ein Kofferraumvolumen von 445 Litern. Die Rücksitzlehne kann im Verhältnis 60/40 geteilt umgeklappt werden, dadurch entsteht ein Ladevolumen von bis zu 1290 Litern.

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Wie der größere Tiguan wird auch der T-Roc mit Turbomotoren – drei Benziner und drei Diesel – auf den Markt kommen. Sie gibt es in den drei Leistungsstufen 115, 150 und 190 PS. Die 115-PS-Versionen werden mit Frontantrieb und manuellem Getriebe offeriert. In Verbindung mit den 150-PS-Motoren besteht die Wahl zwischen Frontantrieb, Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen. Der 150 PS starke Benziner ist mit einem aktiven Zylindermanagement (automatische Abschaltung von zwei Zylindern) ausgestattet. Die zwei 190-PS-Motoren werden serienmäßig mit 7-Gang-DSG und 4Motion ausgeliefert.

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Alle Allradversionen bringen serienmäßig „Active Control“ und eine Fahrprofilauswahl mit, die über einen Schalter auf der Mittelkonsole bedient wird. Über ihn aktiviert der Fahrer vier übergeordnete Modi (Straße, Schnee, Offroad, Individual) und verschiedene Popup-Menüs.

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Mit der Fahrprofilauswahl lassen sich je nach Serien- und Sonderausstattung individuell die Parameter für das DSG, die Klimaautomatik, die elektromechanische Lenkung, die adaptive Dämpferregelung sowie die automatische Distanzregelung steuern. Dazu stehen die fünf Profile „Comfort", „Normal", „Sport", Eco" und „Individual" zur Verfügung.

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Einiges tut sich bei den Assistenzsystemen: Serienmäßig für alle T-Roc sind die Multikollisionsbremse, der aktive Spurhalteassistent und das Umfeldbeobachtungssystem mit Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion an Bord. Optional kann das SUV mit zehn weiteren Assistenzsystemen konfiguriert werden: Dazu zählen etwa die automatische Distanzregelung, Rückfahrkamera, Assistenten fürs Spurwechseln, Ein- und Ausparken oder Staufahrten.

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Während die Wolfsburger ja sonst eher darauf bedacht sind, ein sauberes und langlebiges Design auf die Straße zu bringen, das möglichst viele Kunden unter einen Hut bringt, hat man sich hier etwas getraut. Mit seinen bemuskelten Radhäusern und dem frechen Blick ist der T-Roc richtig pfiffig gemacht. Das Cockpit ist dann wieder typisch VW und das ist gut so – klarer strukturiert und sauberer verarbeitet geht es kaum. Dass es auf den vorderen Sitzen an Platz nicht mangelt, ist selbstredend, aber selbst auf der Rücksitzbank kann ich selbst mit meiner Größe noch recht kommod sitzen. Trotz abfallendem Heck kratzt der Scheitel nicht am Dachhimmel.

Plus & Minus

+ Mut tut gut: Der T-Roc macht mit seiner feschen Optik von sich reden.
+ Ergonomisch erste Klasse: Von der Sitzposition über Ablesbarkeit der Instrumente bis zur Bedienung.
+ Gutes Format: Der T-Roc wird vielen passen, denen der Tiguan zu groß geworden ist.
- Der Schönheit geschuldet: Das Platzangebot im Kofferraum ist bescheiden, die Ladekante hoch, die Übersichtlichkeit mau.

Mit Diesel, Allrad und Doppelkupplungsgetriebe ist unser Testwagen so konfiguriert, wie Österreich ihn am liebsten hat. Der 2-Liter-Diesel mit 150 PS ist ein guter alter Bekannter mit ausreichend Kraft für alle Lebenslagen, aber sein Arbeitsgeräusch wurde im T-Roc weniger gedämmt, als wir es aus anderen Konzernprodukten kennen. Das Fahrwerk haben die Techniker sehr sauber abgestimmt, der T-Roc rollt mit viel Feingefühl über Unebenheiten aller Art und die Lenkung hat Handschlagqualität und gibt schön Rückmeldung.

VW T-Roc 2,0 TDI 4Motion DSG

Preise. Ab 33.670 Euro.
Antrieb. Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 ccm, 150 PS, 340 Nm von 1750 bis 3000 U/min, 5,1 l/100 km, 133 g CO2/km, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Allrad.
Fahrleistungen. 0–100 km/h in 8,4 Sekunden, 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Maße. 4234/1819/1572 mm L/B/H, 2590 mm Radstand, 1505 kg Leergewicht, 392–1237 l Laderaum.

Einzig der Kofferraum, der fasst wegen des hohen Ladebodens gerade einmal 329 Liter. Das ist nicht die Welt, aber Schönheit hat halt ihren Preis.

Kommentare (2)

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gintonicmiteis
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2
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Gut, dass VW diesen Wagen wie einen Dinosaurier benannt hat...

denn genau das er ist mit überdurchschnittlichem CO2 Ausstoß wohl auch... und auch keine Überraschung, dass einem anderen Dinosaurier wie den Röhrl das gefällt *lol*

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wollanig
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1
Lesenswert?

Diesel, Diesel, Diesel

den Österreichern ist nicht zu helfen....

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