WALTER RÖHRL TESTETDer Skoda Karoq ist ein echter Allrounder

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Skoda Karoq.

Welt- und Wertmeister: Walter Röhrl und der Skoda Karoq © OLIVER WOLF
 

Als Skoda 2009 den Yeti auf den Markt gebracht hat, war ich ein Fan der ersten Stunde. Das SUV war mir auf Anhieb sympathisch und die Tschechen fuhren damit ihrem Image als Billigheimer im Volkswagen-Konzern davon. Knapp zehn Jahre später ist davon keine Rede mehr. Die Tschechen liefern ein gelungenes Modell nach dem anderen. Kein Wunder, dass sie in Österreich 2017 auf den zweiten Platz der meistverkauften Marken in der Zulassungsstatistik zusteuern.

Aber jetzt zum jüngsten Skoda, dem Karoq. Er ist der Nachfolger des Yeti und bietet von allem mehr – Größe, Platz, Ausstattung. Beim Design hat Skoda einen guten Weg eingeschlagen und das sieht man auch beim kleinen Bruder des Kodiaq. Die Optik ist schnörkellos, klar und man wird sich daran auch in einigen Jahren noch nicht sattgesehen haben.

Modellvorstellung: Skoda Karoq

Der Yeti ist passé, das neue Kompakt-SUV von Škoda heißt Karoq. Der neue Škoda Karoq löst den Yeti in der Klasse der Kompakt-SUV ab. Marktstart ist im Oktober zu Preisen ab 25.790 Euro.

SKODA

Falls Sie sich fragen: Der Name und seine Schreibweise haben ihren Ursprung in der Sprache der Alutiiq, einem Ureinwohner-Stamm, der auf einer Insel vor der Südküste Alaskas lebt. Dort haben die Tschechen sich ja auch schon zum Namen des großen Bruders, dem Kodiaq, inspirieren lassen.

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Das neu entwickelte SUV misst 4382 Millimeter in der Länge, ist 1841 Millimeter breit und 1605 Millimeter hoch.

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Der Größenzuwachs und der lange Radstand von 2638 Millimetern kommt vor allem den Passagieren zugute.

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Die Kniefreiheit beträgt 68 Millimeter. Bis zu zwei Tonnen kann der Karoq an den Haken nehmen.

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Der Kofferraum fasst ein Volumen von 521 Liter bei feststehender hinterer Sitzbank. Wird sie umgeklappt, erhöht sich das Fassungsvermögen auf 1630 Liter.

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In Verbindung mit der optionalen VarioFlex-Rückbank ist der Stauraum variabel und fasst zwischen 479 und 588 Liter.

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Die Sitze lassen sich auch komplett ausbauen – und das kompakte SUV wird mit einem maximalen Laderaumvolumen von 1810 Litern zum Kleintransporter.

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Insgesamt werden fünf Motorvarianten angeboten – zwei Benziner und drei Diesel – von denen vier neu sind. Die Leistungsspanne reicht von 115 bis 190 PS.

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Mit Ausnahme des kraftvollsten Diesels können alle Aggregate wahlweise mit einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe oder einem 7-Gang-DSG bestellt werden.

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Der 2,0 TDI mit 190 PS fährt serienmäßig mit 4x4 und 7-Gang-DSG vor. Der neue 1,5 TSI bietet als Besonderheit eine Zylinderabschaltung.

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Auf Wunsch stehen ab der Ausstattungslinie Ambition eine Fahrprofilauswahl mit den Modi Normal, Sport, Eco, Individual und Snow zur Verfügung. Der Offroad-Mode beim Allradler verbessert die Fahreigenschaften abseits befestigter Straßen zusätzlich.

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Der Innenraum hat etwas von Heimkommen: Da setzt du dich rein, es passt alles und man weiß sofort, wo was ist. Die Instrumente sind übersichtlich, nur dass das Top-Infotainmentsystem keinen analogen Lautstärkeregler mehr hat, das hätte nicht sein müssen. Stattdessen muss man auf dem hochauflösenden Display herumtippen – Geschmackssache. Die Qualitätsanmutung ist picobello.

Plus & Minus

+ Das Platzangebot im Karoq für Passagiere und Gepäck ist prächtig. Die Ladekante ist vorbildlich niedrig.
+ Die Qualität, die sich quer durchs Auto zieht, ist bestens. Von der Fahrwerksabstimmung bis zur
Verarbeitung.
- Der Karoq ist kein Schnäppchen – aber sein Geld wert. Preislich liegt er rund 8000 Euro unter einem vergleichbaren VW Tiguan.

Von den 4,4 Metern Länge des Karoq entfallen 2,7 auf den Radstand. Das merken die Hinterbänkler, denn die Beinfreiheit ist selbst bei meiner Größe vorbildlich. Auch nach oben wird es nicht eng: Trotz Panoramaglasdach habe ich mit meinen 1,95 Metern noch Luft nach oben.

In der Sympathiewertung punkten die „Simply Clever“-Lösungen wie der Cupholder, der die Flasche festhält, damit man sie einhändig aufschrauben kann. Auch im feudalen Kofferraum lacht mich wieder so ein smartes Detail an: die Taschenlampe, die in der Seitenwand steckt.

(S)koda Karoq 2,0 TDI 4x4 DSG

Preise. Ab 35.040 Euro.
Motor. Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 ccm, 150 PS, 340 Nm, 5,2 l/100 km, 137 g CO2/km.
Maße. 4382/1841/1628 mm L/B/H, 2638 mm Radstand, 521–1605/1810* l Laderaum (*mit VarioFlex-Fondsitzen), ab 1591 kg Leergewicht.
Fahrleistungen. 0–100 km/h in 9,3 Sekunden, Vmax 195 km/h.

Auch in Bewegung macht mir der Karoq Freude: Die Lenkung vermittelt ein gutes Gefühl, ist nicht zu leichtgängig. Kleine Wellen federt er etwas ruppig weg, aber davon abgesehen hat das Fahrwerk eine gute Allroundabstimmung. Der 2-Liter-Diesel ist an ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen gekoppelt, bleibt akustisch im Rahmen und hat mit seinen 150 PS genügend Schmalz für so ziemlich jede Lebenslage.

Gerade mit Allradantrieb ist der Karoq ein sehr kompetentes Auto, das die meisten Fragen, die der Alltag an es stellt, im Nu beantwortet.

Kommentare (1)

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tannenbaum
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5
Lesenswert?

Der Karoq wäre von der Größe ein interessantes Auto. Aber der Preis! Ein gut ausgestatteter Allrad mit Automatic kostet schon einmal deutlich über vierzig tausend Euro! Da fehlt nicht mehr viel auf einen X1! Und den Verbrauch kriegen sie anscheinend auch nicht in den Griff. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein Karoq 150 Ps Diesel Allrad Automatik NoVa Klasse 10, und der X1 mit gleicher Leisting NoVa Klasse 7 hat!

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