IM TESTDas Auto, das aus der Hölle kam

Und für einen Fahrer der Himmel auf Erden sein kann: Mercedes-AMG GT R.

585 Brachial-PS, feine Abstimmungsmöglichkeiten: Mercedes-AMG GT R © OLIVER WOLF
 

Dieses Grün, dieses zutiefst giftige Grün, schlängelt sich mit seinen Assoziationen schnell in unsere Köpfe. Dabei hatte man bei Mercedes durchaus anderes im Sinn, als man dem neuen GT R in den Farbton „AMG Green Hell Magno“ tauchte. Es geht um die „Grüne Hölle“ des Nürburgrings, die man quasi auch farbtechnisch abbilden wollte – weil die Genetik dieses Autos auf dieser legendären und unglaublich herausfordernden Rennstrecke mit viel Detailarbeit neu programmiert wurde.

Die optimale Abstimmung des GT R findet man dann mit ein bisschen Geduld. Es gilt Traktionskontrolle (mehrere Stufen) mit Fahrstil, Streckenprofil, Stabilitätskontrolle, Antrieb, Dämpfer etc. perfekt abzustimmen. Das ist mehr als ein Spiel für Techniknerds, weil man spürbare Unterschiede ausmachen kann. Der mechanische Grip, den das Auto aufbaut, wird durch viele Tricks so gesteigert, dass man es einfach nicht glauben kann, wie dieses Auto auf der Straße pickt.

Autosalon Paris: Mercedes-AMG GT R

Einen Großteil seiner Entwicklungszeit, so sagt Mercedes, hat die dritte Ausbaustufe des AMG GT in der „Grünen Hölle“ des Nürburgrings verbracht: Das dürfte die Designer auch zur Sonderfarbe „AMG green hell magno“ inspiriert haben.

(c) Daimler AG

Die besondere Stellung des AMG GT R wird darüber hinaus mit dem Panamericana-Grill betont, der vom Kundensport-Rennwagen Mercedes-AMG GT3 stammt. Die Grundform des neuen Kühlergrills geht auf den Mercedes-Benz 300 SL Rennwagen zurück, der 1952 das legendäre Panamericana-Straßenrennen in Mexiko gewann.

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Davon abgesehen hatten bei der Brachialversion aus Affalterbach mehr die Aerodynamiker das Sagen. Breitere Kotflügel vorn und hinten ermöglichen mehr Spurweite für optimale Traktion.

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Die neue Frontschürze mit aktiven Elementen, der große Heckflügel und die neue Heckschürze mit Doppel-Diffusor verbessern Aerodynamik und Grip.

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Eine besondere Ingenieursleistung ist das neue, aktive Aerodynamik-Profil, das sich fast unsichtbar im Unterboden vor dem Motor verbirgt. Dieses nur rund zwei Kilogramm leichte Carbon-Element fährt bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h im Race-Modus automatisch circa 40 Millimeter nach unten aus und verändert den Luftstrom deutlich. Dadurch wird der sogenannte Venturi-Effekt erzeugt, der den Wagen zusätzlich an die Fahrbahn saugt.

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Doch nun zu Handfesterem: Der 4-Liter-V8-Biturbomotor leistet im AMG GT R 585 PS und damit 75 mehr als die bisherige Topmotorisierung im GT S. Das maximale Drehmoment von 700 Newtonmetern steht von 1900 bis 5500 U/min zur Verfügung.

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Werte wie 3,6 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 318 km/h sind eine Ansage.

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Für geschärfte Rennstrecken-Performance sorgen der intelligente Leichtbau mit Aluminium und Carbon, aus dem etwa das Dach besteht und gezielte Versteifungen im Rohbau. Mit einem Leistungsgewicht von 2,66 Kilogramm pro PS etabliert sich der GT R in der Spitze seines Segments.

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Speziell für den GT R wurde ein neues Gewindefahrwerk entwickelt. Damit lassen sich das Nick- und Wankverhalten sowie die Traktion gezielt beeinflussen, um sie den eigenen Bedürfnissen oder der jeweiligen Rennstrecke anzupassen.

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Das Gewindefahrwerk ist mit der adaptiven Verstelldämpfung „Ride Control“ kombiniert. Außerdem kann der Fahrer per Tastendruck unter den Fahrprogrammen „Comfort“, „Sport“ und „Sport Plus“ wählen.

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Zur Reduzierung der ungefederten Massen sind Dreieckslenker, Achsschenkel und Radträger an Vorder- und Hinterachse komplett aus geschmiedetem Aluminium gefertigt. Ebenfalls aus dem Motorsport stammen die Uniball-Gelenklager an den unteren Querlenkern der Hinterachse.

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Für eine möglichst präzise Lenkung ist der GT R serienmäßig mit einer Hinterachslenkung ausgestattet, die erstmals bei einem Mercedes-AMG Modell zum Einsatz kommt.

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Zum guten Schluss: Die in der Heckschürze platzierte Endrohrblende betont mit ihrer speziellen, sechseckigen Form den Rennsport-Charakter. Zwei weitere befinden sich links und rechts im Diffusor.

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Serienmäßig ist die Abgasanlage mit zwei stufenlos verstellbaren Abgasklappen ausgestattet. Man wird den GT R also mit Sicherheit hören, wenn er im März 2017 auf den Markt kommt.

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Für optimale Arbeitsbedingungen ist das Interieur vom Motorsport inspiriert. Serienmäßig sind leichte, mechanisch verstellbare Sportschalensitze an Bord.

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Die optionalen gelben Sicherheitsgurte, Zifferblätter mit gelben Akzenten, das AMG-Klavierlack-Paket für das Interieur und spezielle Bedienelemente künden von der Sonderstellung des schnellen Sterns.

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Diverse Fahrwerksmaßnahmen lassen den GT R selbst bei hohen Kurvengeschwindigkeiten in sich selbst ruhen. Da verzieht sich nichts, da kommt nicht ins Wanken. Der GT R liegt wie ein Brett aus Schlangenholz – einem der härtesten Hölzer der Welt – unbeeindruckt auf der Straße.

Gleichzeitig baut man trotz teils aberwitziger Kurvengeschwindigkeiten ein Urvertrauen in das Auto auf. Für einen 585-PS-V8, der mit seiner Biturbo-Aufladung den Beschleunigungshammer schwingt und donnernd seine Leistung auch im Cockpit hörbar macht, ist das keine Selbstverständlichkeit. Denn der GT R ist mit seinen knapp 1,6 Tonnen kein Leichtfüßer. Aber der tiefe Schwerpunkt, die gute Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und das perfekte Einlenken (Hinterradlenkung) bereiten für einen GT-R-Piloten den Autofahrerhimmel auf Erden.

Modellvorstellung: Mercedes-AMG GT Roadster

Mercedes lässt die Modellfamilie des AMG GT um zwei dachlose Varianten anwachsen: Da wäre zunächst die „normale“ Roadster-Version, die mit 476 PS schon nicht ganz schlecht im Futter steht. Und der AMG GT C Rodster, der mit seinen 557 PS die Position des Alphatiers im Rudel einnimmt.

DAIMLER AG

Die Roadster-Variante werden die Affalterbacher mit zum Autosalon an die Seine bringen. Das Stoffdach öffnet und schließt in circa elf Sekunden, was bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h möglich ist.

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Die drei Verdeckfarben schwarz, rot und beige stehen passend zu den elf Exterieur- und zehn Interieurfarbtönen zur Wahl. Das dreilagige Stoffverdeck spannt sich über eine Konstruktion aus Magnesium, Stahl sowie Aluminium und leistet mit seinem niedrigen Gewicht einen Beitrag zum tiefen Fahrzeug-Schwerpunkt. Als zusätzlicher Überrollschutz dient ein integrierter Aluminium-Querträger mit Überrollbügeln.

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Außerdem führt die offene Variante des GT den ausdrucksstarken „Panamericana Grill“ aus: 15 verchromte, senkrechte Streben zitieren den Look des aktuellen GT3-Kundensport-Rennwagens.

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Die neue Frontschürze verstärkt die Breitenwirkung genauso wie die neuen 19- und 20-Zoll-Leichtmetallräder im 5-Doppelspeichen-Design.

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Die optional erhältlichen AMG Performance-Sitze bieten mit den stärker konturierten Seitenwangen von Sitzfläche und Lehne noch mehr Seitenhalt.

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Erstmals sind sie außerdem optional mit der Kopfraumheizung Airscarf erhältlich: Der Luftausströmer ist nahtlos in den Bereich der Kopfstütze integriert und kann in drei Stufen reguliert werden. Wählen kann man darüber hinaus die optionale Sitzklimatisierung.

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Den Einstieg in die Roadster-Welt bildet der AMG GT mit einer Leistung von 476 PS und 630 Newtonmetern – nicht gerade schmal. Diese Variante beschleunigt in 4 Sekunden auf 100 km/h und bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h.

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Damit aber nicht genug, haben sie mit dem AMG GT C auch noch eine neue Motorisierung im Gepäck, die mit 557 PS Leistung und 680 Newtonmetern maximalem Drehmoment antritt. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 km/h ist in 3,7 Sekunden erledigt und der Vortrieb endet erst bei der Höchstgeschwindigkeit von 316 km/h.

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AMG GT C Roadster

Dazu gehören die aktive Hinterachslenkung ebenso wie das elektronisch gesteuerte Hinterachs-Sperrdifferenzial. Bei der Optik nimmt der Top-Roadster Anleihen beim Top-Sportler AMG GT R: Die breiteren hinteren Kotflügel schaffen Platz für die größere Spurweite und breitere Räder an der Hinterachse, für den richtigen Sound des 4-Liter-V8-Biturbo sorgt die schaltbare Performance-Abgasanlage.

DAIMLER

Mithilfe des Dynamic-Select-Controllers kann der Fahrer aus drei Fahrprogrammen – „C“ (Comfort), „S“ (Sport), „S+“ (Sport Plus) sowie das individuell programmierbare Setup „I“ (Individual) – wählen.

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Für den GT C Roadster steht zusätzlich das Fahrprogramm „Race“ und die adaptive Verstelldämpfung „AMG Ride Control“ zur Verfügung.

DAIMLER
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Das Auto tanzt regelrecht durch die Kurven. Das Drehmoment (700 Nm ab 1900 U/min) ist genauso faszinierend wie die Power beim Hochdrehen oder die Kraft der Bremsen, wenn sie die Flunder einfangen.

Es ist Autofahren pur, in einer emotionalen Tiefenschärfe, wie man sie von Mercedes-AMG noch nicht erlebt hat. Für Emotionen sorgt übrigens auch der Preis: Über 211.000 Euro sind mindestens einzustecken, wenn man einsteigen möchte.

MERCEDES-AMG GT R

Preis: ab 211.700 Euro. Testautos mit diversen Extras 249.981 Euro.
Motor: V8/Biturbo (3982 ccm); 585 PS bei 6250 U/min; Drehmoment 700 Nm 1900–5500 U/min.
Antrieb: AMG-7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Heckantrieb.
Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h 3,6 Sekunden; Spitze 318 km/h.
Verbrauch: 15,1/9,2/11,4 l/100 km (innerorts/außerorts/kombiniert), CO2-Emissionen kombiniert/259 g/km.

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