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Helden des Alltags

Transporter-Trio. Sie sind das Rückgrat der Klein- und Mittelbetriebe, die Lastenesel der Nation, die all das transportieren, was wir täglich brauchen. Leichte Nutzfahrzeuge müssen gewaltige Aufgaben stemmen – und sind daher so vielseitig wie die Jobs, die sie zu erledigen haben.

Mut zum Kasten: Peugeot Expert, VW Crafter und Nissan e-NV200 geben sich im Steinbruch die Ehre © Oliver Wolf Foto GmbH
 

Die Zeitung für das Sonntagsfrühstück, die Eilbestellung aus dem Internet, die Zementsäcke für den Anbau des Wochenendhauses oder vielleicht sogar die eigene Familie: Egal, was auch immer man in Händen hält, aus welchen fernen Ländern es ursprünglich stammt oder wer warum auch immer irgendwohin muss – alles kommt am Ende in einem Kleintransporter an den Bestimmungsort. In einem der stillen Helden der Transportwelt, die zu tausenden über unsere Straßen wuseln und sich um jeden Aspekt der Nahversorgung kümmern. 

Ein Aufgabengebiet mit so komplexen Anforderungen, dass sich diese Fahrzeuggattung immer weiter entwickelte und die unterschiedlichsten Aufbauformen hervorbrachte. Was alle Kleintransporter jedoch eint, ist ihr höchstzulässiges Gesamtgewicht, und die damit einher gehenden Vorteile: So darf man diese maximal 3,5 Tonnen schweren Fahrzeuge noch mit dem B-Führerschein fahren und mit bis zu 130 km/h über die Autobahnen scheuchen. Außerdem unterliegt man gerade noch nicht der Mautpflicht, sondern benötigt lediglich die ganz normale Vignette, so jeder Pkw auch.

Zum Durchklicken: Leichte Nutzfahrzeuge

Oliver Wolf Foto GmbH
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Peugeot Expert

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Praktisch für lange Gegenstände: die ModuWork-Trennwand.

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Den Peugeot Expert gibt es mit zwei Radständen und in drei Varianten.

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Ideal für Innenstädte: der L1 mit einer Außenlänge von 4,6 Metern.

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Der Innenraum des VW Crafter bietet fast so viel Komfort wie ein Pkw.

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Der Laderaum fasst 14.000 Liter.

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Praktisch: Einparkhilfe und Rückfahrkamera.

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Das Cockpit des NISSAN e-NV200 ist klar und aufgeräumt.

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Der Innenraum bietet Platz für sieben Personen.

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Mit 40-kWh-Akku kommt der Stromer 280 Kilometer weit.

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Die blechernen Lastenesel bieten zudem handfeste Vorteile für Unternehmer, da sie fast alle in die Fiskal-Regelung fallen. Es gib also für Gewerbetreibende die Möglichkeit, das  Nutzfahrzeug nicht nur vorsteuerabzugsfähig anzumelden, sondern auch als begünstigtes Wirtschaftsgut für invesitionsbedingten Gewinnfreibetrag einzustufen. Außerdem ist die Abschreibungsdauer im Vergleich zu normalen Pkw nicht auf acht Jahre festgesetzt, sondern deutlich kürzer. Einizige Voraussetzungen: Sie dürfen nur eine Sitzreihe haben, brauchen eine Trennwand zum seitlich verblechten Laderaum – und bei Pick-ups muss die Ladefläche mindestens 1,5 Meter lang sein. Kastenwagen und Pritschen gelten somit automatisch als Klein-Lkw.  

Und dann gibt es da noch etwas, dass die modernen Vertreter der Transportfreunde können: Den Komfort und Anspruch bieten, der bis jetzt den Pkw vorbehalten war. Denn trotz des zweckorientierten Aufbaus sind sie schon lange keine reinen Nutztiere mehr. Und das wollten wir uns einmal genauer ansehen. Daher baten wir drei der spannendsten Exponate ihrer Gattung zum Stelldichein in die Schottergrube. Der neue Peugeot Expert zeigt anhand seines langen Radstands auf den ersten Blick, dass bei seiner Entwicklung nicht nur maximale Raumausnutzung, sondern auch ein möglichst harmonisches Fahrverhalten oberstes Entwicklungsziel war. Der Crafter von VW übernimmt die Rolle der größten Kleinlaster und punktet neben seinem bärenstarken Antrieb mit der hübsch angerichteten Fahrerkanzel. Ja und der Nissan e-NV200, der zeigt nicht nur, wie viel Platz die kleinsten Vertreter bieten können. Er ist zudem rein elektrisch betrieben, was ihn für den Stadt- und Nahverkehr zu einer spannenden Alternative macht. Gerade zum Sonntagsfrühstück sollte die Zeitung schließlich so leise wie möglich geliefert werden.

Die Welt der 3,5-Tonner

Kleinbusse: Juristisch gesehen keine Klein-Lkw, da sie mehrere Sitzreihen und hintere Seitenfenster haben. Bis zu neun Sitzplätze (inklusive Fahrer) sind erlaubt, was die maximale Anzahl darstellt, die man mit dem B-Führerschein befördern darf. Dafür geht bei kleinen Modellen bei maximaler Bestuhlung der Kofferraum komplett verloren, und um auf die hinterste Bank zu gelangen, müssen die Sitze der zweiten Reihe vorgeklappt werden. Seitliche Schiebetüren machen das Ein- und Aussteigen für alle Passagiere dennoch komfortabel. 

Kastenwagen: Der Klassiker unter den Nutzfahrzeugen, und wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Modelle mit einem viereckigen, kastenähnlichen Aufbau, da dieser das beste Raumangebot bietet. Oftmals baugleich mit Kleinbussen, aber ohne Seitenfenster und hintere Sitzbänke. Je nach Preis und Ausführung mit einer oder zwei Schiebetüren ausgestattet, gibt es sie in unterschiedlichsten Größen und Längen sowie mit verschiedenen Radständen und Dachaufbauten. 

Kombis/Vans: Kein echter Klein-Lkw, sondern eine Mischung aus Pkw und Transporter. Als Basis dient ein Kombi oder Schrägheck, die um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen ohne hintere Seitenscheiben und Rücksitzbank daherkommen. Der Bereich hinter den vorderen Sitzen ist also eine einzige Ladefläche, und vor allem dann zu empfehlen, wenn nicht ganz so viel Platz benötigt wird und das Fahrzeug nicht zu lang bauen darf. Zudem fährt es sich genau so entspannt wie ein ganz normales Auto – was es rein technisch gesehen ja auch ist. 

Pritschenwagen und Pick-ups: Hier ist die Fahrerkabine von der Ladefläche baulich getrennt. Die Heckscheibe befindet sich direkt hinter den Sitzen und je nach Variante kann deren Anzahl zwischen zwei und sechs variieren. Die Zweireiher nennt man oftmals Doppelkabine (Doka). Die Ladefläche bei Pritschenwagen kann mit allerlei Aufbauten versehen werden. Pick-ups sind im Prinzip auch Pritschen, haben aber einen festen Stahlverbau mit Heckklappe. Ist die Ladelänge aber nicht mindestens 1,5 Meter lang, fallen sie aus der Fiskal-Regelung. 

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