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Zu dritt auf Golftour

ABSCHLAG MIT STIL. Drei Golfplätze, zwei steirische, ein Südkärntner, drei Autos: „Motorraum“ begab sich auf die Suche nach dem Handicap. Jenes der drei Automobile natürlich. Wie bewähren sich die drei im Golfsport?

© Oliver Wolf Foto GmbH
 

Ein SUV, ein Kombi und provokanterweise ein Coupé. Kann
das überhaupt gutgehen mit dem Coupé in einem Anforderungsumfeld, in dem vor allem eines gefragt ist: Raum, Raum und noch einmal Raum? Viele offene Fragen vor dem gemeinsamen Start nach Lebring-Sankt Margarethen unweit von Leibnitz, Frauental bei Deutschlandsberg und an den Klopeinersee nach St. Kanzian (9122 Grabelsdorf, um genau zu sein), eigentlich mehr dem Turnersee zugeneigt. Das ist aber kein Handicap für die charmante Anlage des Golfclubs Klopein.

GC Klopein also. Und unter den steirischen haben wir uns den GC Murstätten und den GC Schloß Frauenthal auserkoren für unsere kleine Reise in Sachen Auto für den Golfsport. Drei Plätze an einem Tag, 54 Löcher also: Das ist für Golfer eine besondere Herausforderung und wird eher selten praktiziert. Manchmal ohne Rücksicht auf die Kosten unter Beiziehung eines Helikopters.

Wir nahmen diese Herausforderung an Bord unserer Autos an. Ohne Spiel auf 54 Löcher, offen gesagt. Aber durch heftiges Fotografieren bei gefühlt 54 Grad und anderen Stressvarianten (alles, nur bitte kein Golf-Geschoss auf die Birne!) kommt man auch gewaltig ins Schwitzen.

Golftaschen raus, Golftaschen rein, Schläger hin, Schläger her, so tun, als spielte man wirklich Golf – dorthin, dahin und sogar aus dem Bunker. Das zehrt an den Kräften. Der Fotograf und sein Assistent sind unerschöpflich in ihrem Ideenund Variantenreichtum.

Aber sie haben wenig Ahnung vom Golfsport und dessen Gefahrenzonen. Dieses ehrgeizige Duo vor einem körperlichen Schaden zu bewahren und darauf zu achten, dass die beiden nicht unfreiwillig zum variablen Hindernis im Turnier der Österreichischen Golfsenioren werden (gerade im GC Schloß Frauenthal stattfindend), erhöhte das sowieso hohe Handicap des Golfauto-Reporters beträchtlich.

Was Golfer nicht dabeihaben auf der Runde, wir aber schon: Klimaanlagen, elektronisch geregelt, vollautomatisch Klarer Vorteil gegenüber Hitzeleidenden auf den Fairways. Aber das ist ja nicht das Thema, sondern der Golf-Komfort unserer drei Hauptdarsteller: des brandneuen Italo-SUV Alfa Romeo Stelvio, des Mercedes E-Klasse Coupés und des nordischen Kombis Volvo V90. Obwohl mitunter haarscharf an der roten Zone platziert, wurden die Kandidaten von den meisten Golf-Akteuren wohlgefällig aufgenommen, von einzelnen sogar genauer inspiziert. Und das im Turnier! Jeglicher Gefahr trotzend.

Ja, der Golfsport ist gefährlicher, als man gemeinhin denkt. Die Gefahr, von einem Golfball getroffen zu werden, hält sich aber in Grenzen, solange man sich an die Regeln hält, nicht gedankenlos zwischen den Spielbahnen herumläuft und wenn einer, dem ein Ball „abreißt“, auch wirklich „Fore!“ schreit, nach Vorschrift.

Ähnliches gilt für die Gefahr, von einem Schlägerkopf getroffen zu werden. Man halte sich unbedingt fern von einem Golfer, der gerade an seinem Schwung feilt. Sehr groß ist auch das Risiko, nach dem Golfen süchtig zu werden. Noch größer ist die Gefahr eines Rufschadens betreffend die sexuelle Potenz. Jeder Golfer muss jederzeit damit rechnen, mit einer Frage konfrontiert zu werden, die Ahnungslose für witzig halten: „Spielen Sie Golf oder haben Sie noch Sex?“ Das ist wahrscheinlich der abgedroschenste Witz der gesamten Witzgeschichte. Deutlich feinsinniger, hintergründiger ist der kürzeste aller Golfwitze: „Ja, ich spiele Golf.“

Das bilden sich manche ein, sind aber vom Niveau der wahren Könner gewaltig weit entfernt. Golf gibt viel, verlangt viel. Da sollte wenigstens das Auto des Golfsportlers eine Stütze sein, eine mit niedrigem Handicap.

GOLFER-WÜNSCHE

Hanna und Georg Breisach, Präsident des GC Schloß Frauenthal, beide Single Handicapper (unter 10), ärgern sich „jedes Mal über den kleinen Kofferraum unseres SUV, wenn wir in den Golfurlaub fahren. Das minimale Platzangebot im Kofferraum sollte die Möglichkeit bieten, zwei Golfbags ohne Herausnahme der Driver längs oder quer zu beherbergen, alles andere ist im Endeffekt ziemlich egal. Die Beschleunigung sollte passen und vier Personen im Inneren bequem sitzen können.“

„Ein ideales Golfauto sollte besonders schön sein, ein modernes Design aufweisen und eine hochwertige Innenausstattung haben. Von Vorteil wäre wegen der Alterssichtigkeit – beim Durchschnittsgolfer schon bei 40 plus auftretend – ein besonders einfach zu bedienendes Navi mit großen Buchstaben und Ziffern. Natürlich sollte es unter den Sonderzielen auch die Golfplätze anzeigen“, wünscht sich Jodok Fink, Arzt aus dem Bregenzerwald, weitreisender Gast auf steirischen Golfkursen. „Wichtig ist auch ein geräumiger Kofferraum mit niedriger Ladekante, sodass zwei Golfbags ohne Verrenkungen verstaut werden können. Ein Supersportler ist für mich nicht nötig.“

„Auf Golfreisen wäre es schön, wenn man die Batterie des Trolleys laden kann“, findet Option-Golf-Chef Gerhard Wagner, gelegentlich aus Bludenz anreisend, „mittels Steckdose im Kofferraum.“ Den sollte man auch lüften können „für nasses Golfequipment“. Und: Die Breite des Kofferraums für Golfbags und Driver von zumindest 120 Zentimetern ist für ihn unerlässlich. Aber selten vorhanden.

„Aus meiner Sicht braucht ein golftauglicher SUV umklappbare Rücksitze, damit im Alltagsbetrieb mindestens drei Personen bequem zum Golfen fahren können“, findet Leo Wilhelm, Organisator von „Traumgolfreisen“. Mit einer Ladefläche so lang, „dass drei Full-Size-Golfbags durchgereicht werden können auf den umgeklappten Sitz. Dann hat noch eine Person bequem Platz hinten.“ Und meint dann treffend: „Längere Reisen mit zwei Koffern und zwei Full-Size-Golfbags und zwei Trolleys können eigentlich nur zwei Personen antreten. Die Ladefläche ist dann voll."

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