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Übung macht den Meister

LERNEN FÜRS LEBEN. So kurz der Schulweg auch sein mag – er birgt Risiken, die vor allem in Herbst und Winter leicht zur Gefahr werden können. Mit diesen Tipps bereiten Sie Ihre Kleinen spielerisch auf den Ernst des Lebens vor.

Weg frei? Der tägliche Schulweg kann voller Gefahren stecken. Häufiges Üben hilft dem Nachwuchs, die Situationen richtig einschätzen zu können © sabine hrdle
 

Autos und Kinder – eine Kombination, die besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Nicht nur, dass sie von uns Autofahrern leicht übersehen werden können. Die Kleinsten schaffen es aufgrund ihrer Körpergröße nicht, den Straßenverkehr ordentlich zu überblicken. Sie können Geschwindigkeiten und Entfernungen nur schwer ein- und Situationen nicht ausreichend abschätzen. Und diese Unsicherheit kann sie schnell überfordern, was oftmals zu spontanen Handlungen führt, wie dem Hervorspringen zwischen geparkten Autos – für alle Fahrer der größte Albtraum überhaupt. Kein Wunder, dass Kinder zu den am meisten gefährdeten Teilnehmern im Straßenverkehr zählen. Und dass Eltern gerade im Herbst ihrem Nachwuchs unbedingt eine Extralektion in Sachen Verkehrserziehung spendieren sollten. Der tagtägliche Schulweg birgt schließlich jede Menge Potenzial für brenzlige Situationen, so kurz er auch sein mag. Und diese gilt es, alle so gut wie möglich einzustudieren. Wobei ein sicheres Vorgehen schon vor dem Weggehen anfängt.

1.NUR DIE RUHE. Lange zu schlafen mag zwar gemütlich sein – der Stress, der dann meist entsteht, strahlt oft aber auch auf den Schulweg ab. Wer sich beeilen muss, kann sich nicht auf mögliche Gefahren konzentrieren. Daher gilt: lieber zehn Minuten früher aufstehen, um dann die Strecke in Ruhe zu gehen.

2. STUDIEREN GEHT ÜBER PROBIEREN. Bevor es das erste Mal alleine in die Schule geht, empfiehlt es sich, gemeinsam mit dem Nachwuchs die Strecke gut einzustudieren. Und zwar so oft, bis das Kind sie selbstständig bewältigt. Das heißt: den Weg zuerst festlegen, dann mehrmals gemeinsam abgehen. Das muss nicht immer der kürzeste sein. Besser ist es, etwa gefährliche Kreuzungen auszusparen und dafür eine längere Route in Kauf zu nehmen.

3. GEGEN KEINE REGELN. Vieles, was für Erwachsene selbstverständlich ist, verstehen die kleinsten Verkehrsteilnehmer nicht. Daher immer mit gutem Beispiel vorangehen: das Kind immer an der von der Straße abgewandten Seite des Gehsteigs gehen lassen. An Zebrastreifen stehen bleiben und erst nach dem Blick nach links, rechts und links losmarschieren. Gerade Letzteres ist besonders wichtig, da viele Autofahrer nicht automatisch anhalten, wenn man die Straße überqueren will – selbst wenn es das Gesetz so vorsieht.

4. ALLES UNKLAR? Klappt der normale Ablauf, sollten gefährliche Stellen gesondert geübt und besprochen werden. Nicht zu vergessen Situationen, die unvorhergesehen auftauchen können. Etwa, wenn eine Fußgängerampel ausfällt. Besonders wichtig: Hat etwas gut geklappt, mit dem Loben nicht sparsam sein! Zum Abschluss hilft es, die Rollen einmal umzudrehen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind in die Schule führen und alle gefährlichen Stellen erklären. Das macht Spaß und bringt Sicherheit.

5. NACHPRÜFUNG. So gut alles zum Schluss auch funktionieren mag – wichtige Details können leicht vergessen werden. Daher nicht nur in den ersten Tagen des Schulbetriebs noch einmal gemeinsam den Weg abgehen, sondern auch zu einem späteren Zeitpunkt quasi ein weiteres Mal nachprüfen, ob das Kind den einstudierten Weg noch intus hat

 6. BUS UND BAHN. Muss das Kind die Straßenbahn oder einen Bus benutzen, schadet es nicht, vom Einbis zum Aussteigen alles mehrmals durchzuspielen. Los geht es mit dem nötigen Abstand vom Gehsteig zum Haltebereich. Immer zuerst die Passagiere aussteigen lassen und nie drängen. Wichtig: in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Sitzplatz suchen oder sich gut festhalten. Und natürlich: nach dem Verlassen immer warten, bis Bus oder Tramway weggefahren sind, und nie, wirklich nie zwischen den Waggons durchklettern, um die Straßenseite zu wechseln! Auch hier wichtig: üben, üben, üben.

 7. GUT GEWANDET. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, gut gesehen zu werden. Daher möglichst helle Kleidung nehmen, dazu am besten Schultaschen oder Rucksäcke aus reflektierendem Material. Hier gilt: Je mehr, desto besser. Licht reflektierendes Material gibt es in vielen Farben und Formen und kann in Form von Streifen oder Klatschbändern an Mützen, Schuhen oder Mänteln angebracht werden.

 8. GROSSE VORBILDER. Jeder der erwähnten Punkte ist aber wirkungslos, wenn man sich selber nicht auch bei der Nase nimmt und alle Verkehrsregeln so penibel einhält, wie man das dem eigenen Nachwuchs vorbetet. Das heißt: als gutes Vorbild wirklich erst bei Grün über die Ampel gehen. Nach links, rechts und wieder nach links schauen, bevor man die Straße überquert, und auch nicht unachtsam über den Zebrastreifen hechten.

 

 

 

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