Modellvorstellung TVR Griffith

TVR ist zurück, und zwar mit einem Sportwagen, wie es ihn heutzutage kaum mehr gibt. Ein erster Blick unter die Alukarosserie des 507-PS-Renners.

Les Edgar verdiente Millionen im Computerspiel-Business und ist seit frühester Kindheit ein großer Fan von TVR. Nicht nur ein oder zwei Exemplare, sondern gleich die ganze Marke zu besitzen, das kann man wohl als endgültigen Bubentraum bezeichnen, und als sich die Gelegenheit ergab, griff er zu, um aus der Firma, die für ihre urgewaltigen und rohen Hecktriebler legendär war, wieder eine strahlende Größe am Sportwagenfirmament zu zaubern.

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England ist voll mit brillianten Köpfen, die vom cleveren Chassisbau bis hin zur Konstruktion lupenreiner Hochleistungsmotoren alles beherrschen. Man muss sie nur an einen Tisch bringen, und genau das ist Edgar gelungen.

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Geht es darum, ein Auto zu bauen, das möglichst leicht und möglichst schnell sein soll, führt kein Weg an Altmeister Gordon Murray vorbei. Der geborene Südafrikaner verdiente seine Sporen in der Formel 1, eher er bei McLaren seinen Traum vom Straßenauto in Form des legendären F1 verwirklichen durfte. Als selbstständiger Entwickler brachte er reihenweise Sport- und sogar Stadtautos auf den Markt und gilt heute noch als der Ansprechpartner schlechthin, wenn es um effiziente Bauweisen geht.

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Sein Plan für TVR: Ein stabiler Gitterrohrrahmen aus Stahl und Aluminium mit doppelten Dreiecksquerlenkern rundum, der von einer GFK-Karosserie umhüllt wird. So bleibt das Gewicht bei unter 1300 Kilogramm, ohne an der Verwindungssteifigkeit etwas einsparen zu müssen.

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Ehrensache für Murray, dass die Gewichtsverteilung bei genau 50:50 auf beide Achsen liegt, weswegen der Motor auch hinter der Vorderachse positioniert ist. Winzige Überhänge vorne wie hinten helfen zusätzlich, die Trägheit beim Einlenken auf ein Mindestmaß zu beschränken, und man könnte auch anders sagen: All das, was TVR früher ausmachte, die Kernwerte der Marke, hat Murray mit viel Liebe zum Detail in die Jetzt-Zeit gebracht. Da passt es nur zu gut, dass auch das neueste Exemplar ein reiner Zweisitzer ist, der sich nach alter Tradition bei einer ganz bestimmten Firme des Antriebs bedient: Ford.

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Ein Fünfliter-V8 aus dem Mustang sorgt für dumpf grummelnde Kurzweil. Aber keine Sorge, eine Maschine von der Stange einfach so zu übernehmen wäre für Edgar zu banal gewesen. Denn es gibt da ja noch eine große Marke aus den Heydays der britischen Sportwagen: Cosworth!

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Die Firma, die bereits in den Sechziger-Jahren Großserien-Vierzylindern kräftig auf die Sprünge geholfen hat, nahm sich den Vollalu-V8 zur Brust, bearbeitete ihn nach allen Saugertuning-Künsten, spendierte ihm Sidepipes und quetschte so hochdrehende 507 PS aus den Brennräumen.

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Ehrensache, dass die Gänge in einem TVR von Hand gewechselt werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Sechsgang-Getriebe von Tremec, und in Kombination mit der Leichtbau-Karosse ist dieser Antriebsstrang zu unglaublichen Taten fähig: Rund vier Sekunden dauert der Sprint von Null auf 100 km/h, und die Höchstgeschwindigkeit wird mit 322 km/h angegeben – nicht schlecht für eine Flunder, die mit 4,31 Metern Länge gerade einmal so lang ist wie ein VW Golf.

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Und nachdem die Zutaten schon dermaßen legendär und voller Tradition sind, kann man sich ja nicht einfach für irgendeinen zurechtgezimmerten Kunstnamen entscheiden. Les Edgar besann sich auch hier auf alte Werte und nennt den jüngsten Spross der Marke wieder Griffith.

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Nur eines konnte nicht gerettet werden: der alte Standort in Blackpool. Dafür gibt es eine komplett neue Fabrik im walisischen Ebbw Vale, gleich ums Eck von Newport. Und obwohl die Auslieferung erst Ende 2018 starten soll, haben Edgar, Murray und sein Team bereits jetzt mehr als genug zu tun. Schließlich gibt es schon mehr als 400 Vorbestellungen für die 1,24 Meter hohe Flunder.

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