KULTKISTENLeicht sein ist ganz schön schwer

Die Karriere des Volvo P1900 war kurz, aber nicht zu unterschätzen.

Den Volvo P1900 kleidete 1956 eine Karosserie aus GFK © VOLVO
 

Der letzte seiner Art machte sich vor ziemlich genau 60 Jahren ausgerechnet auf den Weg in das Land, in dem Firmengründer Assar Gabrielsson Anfang der 1950er die Idee zu seinem ersten Sportwagen hatte. Die Rede ist vom P1900 - einem zu Unrecht oft überblätterten Kapitel der Volvo-Geschichte. Er war nämlich nicht nur der erste schwedische Sportwagen, sondern das erste europäische Serienauto mit einer Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und Volvos Eintrittskarte für den amerikanischen Markt. Damals der größte der Welt.

Den P1900 gab es nur in Hellgelb, Hellgrau und Hellblau Foto © VOLVO

Erfahrung mit dem Leichtbaumaterial hatten damals eigentlich fast nur Bootsbauer: Und so kam es, dass die kalifornische Firma Glasspar 1953 die ersten Designentwürfe lieferte und bereits ein Jahr später drei Prototypen nachreichte, die mit einem 1,4-Liter-Vierzylinder unter der Haube bei der Premiere auf dem Flughafen im schwedischen Torslanda immerhin 170 km/h erreichten. Entsprechend hochfliegend waren die Pläne von Volvo für den Zweisitzer mit dem Kühlergrill im Turbinen-Look: 300 Stück sollten rasch verkauft sein, kalkulierte man.

Aber das Leben ist eben nicht immer gerecht: Wegen des Leichtbaus genügte der P1900 nicht Volvos berühmten Ansprüchen an Robustheit. Deshalb wurde die Produktion nach nicht einmal 70 Stück eingestellt.

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