MENSCHEN IN BEWEGUNG„Das stachelt den Ehrgeiz an“

Alexander Struckl leitet Opel Austria und spricht auch für den PSA-Konzern: wie der Steirer Opels Zukunft skizziert.

Alexander Struckl: Sprecher in der Industriellen- Vereinigung für Peugeot, Citroën und Opel © OLIVER WOLF
 

Der PSA-Konzern hat Opel übernommen: Lernen Sie schon Französisch?
ALEXANDER STRUCKL: Das kommt auf die Agenda.

Die Franzosen setzen großes Vertrauen in Sie: Als Chef von Opel Austria vertreten Sie auch Peugeot/Citroën, in dessen PSA-Konzern Opel jetzt eingegliedert ist, in der Industriellen-Vereinigung. Hat man Sie überrascht?
ALEXANDER STRUCKL: Ja, und natürlich freut es mich, dass ich die Schirmherrschaft auf der politischen Seite für den ganzen Konzern in Österreich übernehmen kann. Wir stimmen uns bereits jetzt sehr stark ab. Das Gute ist: Man kann viel voneinander lernen.

Wie viel schwieriger ist die Aufgabe im Konzernverbund?
ALEXANDER STRUCKL: In der Autoindustrie ist die Aufgabe immer schwierig, weil wir im extremen Wettbewerb stehen. Auf der anderen Seite ist die Aufgabe nicht schwieriger geworden. Wir haben eine klare Ausrichtung, wohin es mit Opel geht, und eine klare Zukunft.

Wie definiert sich die neue Ausrichtung?
ALEXANDER STRUCKL: Opel ist eine deutsche Marke und den Weg werden wir weiter gehen. Wir sind Voll-Anbieter und bleiben Vollanbieter.

Wie erklärt man einem Kunden, wie es weitergeht?
ALEXANDER STRUCKL: Wir können unsere Eigenständigkeit relativ leicht beweisen: Der Grandland X und Peugeot 3008 teilen sich die technische Basis - sind aber grundverschieden. Es gibt unterschiedliche Pressteile genauso wie man Unterschiede bei den Sitzen festmachen kann oder beim Lenkrad und dem Instrumenten-Look. Auch das Fahrgefühl ist anders.

Wie ist das Jahr angelaufen?
ALEXANDER STRUCKL: Rund plus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei den Bestellungen, bei den Zulassungen plus 3,9 Prozent. Der Marktanteil bleibt ungefähr gleich. Diese neue Verbrüderung mit Peugeot/Citroën stachelt natürlich den Ehrgeiz an. Das befruchtet auch den Konzern.

Sie haben den mächtigen PSA-Chef Carlos Tavares in Genf getroffen. Ihr erster Eindruck?
ALEXANDER STRUCKL: Er ist extrem fokussiert, energetisch. Beeindruckend, wie er seine Linie durchzieht.

Zum Abschluss noch eine private Frage: Liegt Ihre Oldtimer-Leidenschaft mit dem Opel GT jetzt auf Eis?
ALEXANDER STRUCKL: Im Moment ruht sie, wir müssen ja die neue Struktur ausrichten. Aber mein GT steht gut eingewintert in Kapfenberg. Unterwegs bin ich derzeit eher mit meiner zweiten Leidenschaft, wenn es sich ausgeht: mit meinen Fahrrädern.

Zur Person

Alexander Struckl ist seit 1. August 2010 Geschäftsführer der Opel Austria GmbH. Er begann 1996 seine berufliche Laufbahn - direkt nach seinem Studium der Betriebswirtschaft in Graz - bei Opel Österreich. Neben seiner Tätigkeit im Werks-Controlling brachte Struckl auch in der internen Revision seine Erfahrung ein. Umfangreiche Auslandserfahrung: Financial Analyst bei GM in Zürich etc.

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